Verra VCS

Der Verified Carbon Standard (VCS) von Verra ist der weltweit größte freiwillige Kohlenstoffmarkt-Standard mit über 70 Prozent Marktanteil. Nach einer Investigativrecherche zu wertlosen Regenwald-Credits im Jahr 2023 läuft eine umfassende Reform des Programms.

Auf einen Blick

Vollständiger Name
Verified Carbon Standard (VCS): Verra
Geltungsbereich
Freiwillige CO2-Kompensationsprojekte aller Sektoren, REDD+ (Schutz tropischer Regenwälder), Aufforstung und landwirtschaftliche Landnutzung (AFOLU), Erneuerbare Energien und Energieeffizienz, Blaukohlenstoff (Küsten- und Meeresökosysteme)
Kategorie
Umwelt
Gegründet
2005
Region
International
Geprüft durch
Von Verra akkreditierte Validation/Verification Bodies (VVBs), z.B. Bureau Veritas, SGS, DNV

Was wird geprüft?

  • Emissionsreduktionen müssen real, messbar, zusätzlich, dauerhaft und unabhängig verifiziert sein
  • Drittprüfung durch von Verra akkreditierte Validation/Verification Bodies (VVBs) vor Registrierung und regelmäßig während der Laufzeit
  • Öffentlicher 30-Tage-Kommentierungszeitraum im Verra Registry vor Projektregistrierung
  • Seit VCS Version 5 (2024/25): Nachweis des Rechts auf Betrieb und Emissionsreduktionen (Right-to-Operate), neue Benchmark-Analyse für Zusätzlichkeit
  • Keine Doppelzählung: Credits erhalten eindeutige Seriennummern und werden nach Stilllegung aus dem Markt genommen

Stärken

  • Größter freiwilliger Standard weltweit mit mehr als 2.300 registrierten Projekten und über 1,3 Milliarden ausgestellten Credits
  • Breite Methodenabdeckung über alle Sektoren: einschließlich schwer messbarer Ökosystemleistungen wie Mangroven und Torfmoore
  • Durch ICVCM seit 2024 als CCP-fähig (Core Carbon Principles eligible) anerkannt
  • VCS Version 5 (Dezember 2025) adressiert zentrale Schwachstellen: stärkere Rechte-Klarheit, verbesserte Baseline-Methodik für REDD+

Grenzen

  • Phantom-Credits-Skandal 2023: Eine neunmonatige Recherche von The Guardian, Die Zeit und SourceMaterial ergab, dass rund 94 Prozent der untersuchten Regenwald-Credits (REDD+) keine reale Tonne CO2 repräsentierten; CEO David Antonioli trat im Mai 2023 zurück
  • Strukturelles Prüferproblem: Eine Studie (Mongabay/Renoster, 2024/25) zeigte, dass akkreditierte Prüfer systematisch zu hohe Credit-Werte vergeben: finanzielle Anreize begünstigen Interessenkonflikte
  • Trotz laufender Reformen (VCS Version 5) ist die Glaubwürdigkeit des REDD+-Segments im Markt weiterhin beschädigt

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Quellen