Spülmittel

Spülmittel (Geschirrspülmittel) sind tensidbasierte Reinigungsprodukte für Geschirr, Töpfe und Besteck, die Fett und Schmutz durch Herabsetzung der Oberflächenspannung des Wassers lösen. Nachhaltige Spülmittel setzen auf biologisch vollständig abbaubare Tenside aus nachwachsenden Rohstoffen, sind phosphatfrei und kommen ohne Mikroplastik aus.

Worauf du beim Kauf achten solltest

  1. 01

    Pflanzenbasierte Tenside

    Zuckertenside (Alkylpolyglucoside) oder Fettalkoholsulfate aus Kokosnuss oder Mais sind biologisch vollständig abbaubar. Petrochemische Tenside wie LAS sind weniger umweltfreundlich. Auf der INCI-Liste auf Coco Glucoside, Decyl Glucoside oder Lauryl Glucoside achten.

  2. 02

    Frei von Mikroplastik

    Acrylates Copolymer, Polyacrylate und PEG-Verbindungen tauchen in einigen Spülmitteln als Verdicker auf. Sie zählen zu flüssigem Mikroplastik und gelangen ins Abwasser. EU Ecolabel und Blauer Engel schließen sie aus, die App CodeCheck zeigt sie an.

  3. 03

    Konzentrat oder feste Tabs

    Konzentrate haben weniger Wasser im Produkt und sparen Verpackungsmüll. Feste Spülmittel-Tabs oder Stücke kommen ganz ohne Plastik aus. Pro Spülgang oft günstiger als Standardflaschen, brauchen aber andere Anwendung (Tab in heißem Wasser auflösen oder Stück mit feuchtem Schwamm anrühren).

  4. 04

    EU Ecolabel oder Blauer Engel

    Beide Siegel kennzeichnen Spülmittel mit reduzierter Umweltbelastung über den gesamten Lebenszyklus. EU Ecolabel garantiert vollständige biologische Abbaubarkeit der Tenside, der Blaue Engel hat zusätzliche Anforderungen für Verpackung und Inhaltsstoffe.

  5. 05

    Nachhaltige Verpackung

    Glasflaschen sind die nachhaltigste Wahl, PCR-Recyclingplastik der Kompromiss, Refill-Beutel oder Großgebinde sparen Verpackung. Manche Marken bieten Unverpackt-Stationen oder Mehrwegflaschen-Pfandsysteme. Feste Tabs in Papier sind die radikalste Alternative.

  6. 06

    Frei von synthetischen Duftstoffen

    Konventionelle Spülmittel enthalten oft komplexe Parfum-Mischungen, die Allergene enthalten können. Naturkosmetik nutzt ätherische Öle (Zitrone, Lavendel) für sanften Duft. Wer empfindlich auf Düfte reagiert, wählt parfumfreie Varianten, die ebenso gut reinigen.

Spülmittel bestehen zu 10 bis 30 % aus Tensiden, die Fett und Proteinschmutz emulgieren und damit vom Geschirr lösen. Konventionelle Produkte verwenden häufig petrochemische Tenside, die weniger gut biologisch abbaubar sind. Nachhaltige Bio-Spülmittel setzen dagegen auf Zuckertenside (Alkylpolyglucoside) oder Fettalkoholsulfate aus Kokosnuss, Palmkern oder Mais, diese bauen sich vollständig zu Kohlendioxid und Mineralstoffen ab.

Die EU-Detergenzienverordnung (EG 648/2004) schreibt vor, dass alle Tenside in Wasch- und Reinigungsmitteln biologisch abbaubar sein müssen. Nachhaltige Spülmittel gehen weiter: Sie sind phosphatfrei, verzichten auf synthetische Duftstoffe und konservierende Biozide und werden ohne Mikroplastikzusätze formuliert. Zertifizierungen wie EU Ecolabel, ECOCERT oder der Blaue Engel kennzeichnen Produkte, die über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinausgehen.

Im Alltag lässt sich die Umweltbelastung durch Spülmittel weiter reduzieren: konzentrierte Produkte sparsam dosieren, spülen erst bei voller Maschine und auf feste Spülmittel-Tabs in Papierverpackung umsteigen. Feste Spülmittelstücke oder Spülmittelkonzentrate in Glasflaschen vermeiden Plastikflaschen komplett. Das Umweltbundesamt empfiehlt zudem, beim Handspülen kaltes oder lauwarmes Wasser zu verwenden und Spülmittel nicht direkt auf das Geschirr zu geben.

Häufige Fragen

Reinigt nachhaltiges Spülmittel genauso gut wie konventionelles?

Ja. Stiftung Warentest hat in Tests bestätigt, dass Bio-Spülmittel bei normaler Verschmutzung mit konventionellen Produkten mithalten können. Bei sehr fettigem oder eingebranntem Geschirr brauchen sie manchmal Einweichen oder höhere Dosierung. Insgesamt ist die Reinigungsleistung deutlich besser geworden.

Spülmaschine oder Handspülen, was ist umweltfreundlicher?

Eine moderne Spülmaschine (A oder höher, voll beladen) braucht meist weniger Wasser und Energie als Handspülen mit fließendem Warmwasser. Bei wenig Geschirr und kaltem Spülen mit Beckenfüllung kann Handspülen ähnlich gut sein. Der Schlüssel: Maschine nur voll laufen lassen, beim Handspülen sparsam mit Wasser umgehen.

Brauche ich extra Klarspüler in der Spülmaschine?

Bei sehr kalkhaltigem Wasser (über 14 °dH) ja, sonst kann der Klarspüler weggelassen werden, viele moderne Spülmittel-Tabs enthalten ihn integriert. Klarspüler reduzieren Wasserflecken und beschleunigen das Trocknen. Bio-Klarspüler kommen ohne synthetische Tenside aus.

Was tun mit eingebranntem Geschirr?

Über Nacht in heißem Wasser mit Soda oder Backpulver einweichen, danach normal spülen. Bei sehr hartnäckigen Resten hilft eine Mischung aus Backpulver und etwas Wasser als Paste, mit Schwamm einreiben. Aggressive konventionelle Reiniger sind meist überflüssig, mit etwas Geduld wirken sanfte Mittel ebenso gut.

Sind feste Spülstücke wirklich praktikabel?

Ja, mit kleiner Umstellung. Schwamm anfeuchten, kurz übers Stück reiben, schäumen lassen, wie gewohnt spülen. Vorteil: Keine Plastikflasche, sehr ergiebig (ein 100 g Stück hält mehrere Monate), reisefreundlich. Nachteil: Anfangs ungewohnt, manche brauchen mehr Zeit zum Aufschäumen.

Auch bekannt als

  • Spülmittel
  • Geschirrspülmittel
  • Dish Soap
  • Handspülmittel
  • Bio-Spülmittel

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