Fruchtsäurepeeling

Chemisches Peeling auf Basis von Alpha-Hydroxysäuren (AHA), das abgestorbene Hautzellen löst und die Zellerneuerung anregt.

Worauf du beim Kauf achten solltest

  1. 01

    Säure-Typ zum Hautanliegen

    Glycolsäure (kleinste Molekülgröße) wirkt am tiefsten und ist ideal für unebene Hauttextur und Pigmentflecken. Milchsäure (größeres Molekül) ist milder und feuchtigkeitsbindend, gut für trockene oder empfindliche Haut. Mandelsäure ist die mildeste AHA und auch für sehr sensible Haut geeignet. Salicylsäure (BHA) wirkt fettlöslich und ist die erste Wahl bei Mitessern und Akne.

  2. 02

    Konzentration langsam aufbauen

    Mit niedriger Konzentration starten (5 bis 8 % AHA, 1 % BHA), Hauttoleranz beobachten und schrittweise auf 10 % steigern. Höhere Konzentrationen über 10 % sind in der EU für Leave-on-Produkte begrenzt und gehören meist in dermatologische Hände. Wer schon Vitamin C oder Retinol nutzt, einschleichen mit zunächst zwei Anwendungen pro Woche.

  3. 03

    pH-Wert für Wirksamkeit

    Damit AHA wirken können, muss der pH-Wert zwischen 3,5 und 4,0 liegen. Marken, die den pH-Wert offen kommunizieren, sind transparent. Höhere pH-Werte (über 4,5) reduzieren die Wirksamkeit deutlich. Bei sehr empfindlicher Haut kann ein etwas höherer pH (4,2 bis 4,5) verträglicher sein, dann aber mit längerer Einwirkzeit oder höherer Frequenz arbeiten.

  4. 04

    Begleitende Pflegekomponenten

    Hochwertige Säurepeelings ergänzen die Wirkstoffe mit Hyaluronsäure, Panthenol oder Niacinamid, die die Hautbarriere unterstützen und Reizungen vorbeugen. Aloe vera oder Centella Asiatica beruhigen zusätzlich. Diese Begleitstoffe sollten in den ersten zehn INCI-Plätzen stehen.

  5. 05

    Lichtgeschützte Verpackung

    Säuren und ihre Begleitwirkstoffe sind oft lichtempfindlich. Braunglas, Aluminium oder dunkle Airless-Spender schützen besser als klare Flaschen. Ein dunkles Glas-Pipettenfläschchen ist Naturkosmetik-Standard für Säureseren.

  6. 06

    Konsequenter Sonnenschutz

    AHA-Peelings erhöhen die UV-Empfindlichkeit der Haut für mindestens eine Woche nach der Anwendung. LSF 30+ am Folgetag ist Pflicht, idealerweise mineralisch (Titandioxid, Zinkoxid). Wer Säurepeeling im Sommer nutzt, sollte die Frequenz reduzieren und besonders achtsam mit Sonnenexposition umgehen.

Ein Fruchtsäurepeeling nutzt Alpha-Hydroxysäuren (AHA), vor allem Glycolsäure (aus Zuckerrohr, kleinste Molekülgröße, tiefste Penetration) und Milchsäure (feuchtigkeitsbindend, milder), um die Zellklebeverbindungen zwischen abgestorbenen Hornhautzellen zu lösen. Das Ergebnis ist eine beschleunigte Desquamation: Die Haut erneuert sich sichtbar schneller, die Oberfläche wirkt glatter und strahlender. Klinische Studien belegen zudem eine erhöhte Kollagenproduktion und eine Verdickung der Epidermis um bis zu 25 % bei regelmäßiger Anwendung.

Für die Heimanwendung enthalten Produkte in der Regel 5 bis 10 % AHA bei einem pH-Wert von 3,5 bis 4,0. Professionelle Peelings beim Dermatologen oder in der Kosmetikpraxis können bis zu 70 % Glycolsäure einsetzen und erfordern eine kontrollierte Einwirkzeit. Die EU-Kosmetikverordnung (EG 1223/2009) begrenzt AHA in Leave-on-Produkten auf 10 % bei pH ≥ 3,5 und schreibt ab bestimmten Konzentrationen eine Hinweispflicht vor. Bei BHA-haltigen Fruchtsäurepeelings (z. B. Salicylsäure) liegt die wirksame Grenze bei ca. 1 %, BHAs sind fettlöslich und eignen sich besonders für fettige, unreine Haut.

Wichtig für die Anwendung: Fruchtsäurepeelings erhöhen die UV-Empfindlichkeit der Haut deutlich, weshalb tagsüber konsequenter Lichtschutz (LSF 30+) notwendig ist. Menschen mit empfindlicher Haut oder einer gestörten Hautbarriere sollten niedrig konzentriert beginnen und die Häufigkeit schrittweise steigern, maximal 2 bis 3-mal pro Woche, abends. Eine gleichzeitige Anwendung mit Retinol oder anderen Säuren sollte vermieden werden; ein strukturiertes Schema wie Skin Cycling hilft, die Wirkstoffe sinnvoll zu staffeln.

Häufige Fragen

Wie unterscheiden sich AHA und BHA?

AHA (Glycolsäure, Milchsäure, Mandelsäure) sind wasserlöslich und wirken auf der Hautoberfläche, ideal für unebene Textur, Pigmentflecken und feuchtigkeitsarme Haut. BHA (Salicylsäure) ist fettlöslich, dringt in die Talgdrüsenkanäle ein und ist die erste Wahl bei Mitessern und Akne. Für trockene Haut eher AHA, für fettige oder unreine Haut eher BHA, oft kombinieren Marken beide in einem Produkt.

Wie oft darf ich Fruchtsäurepeeling anwenden?

Maximal zwei- bis dreimal pro Woche, abends. Bei sehr empfindlicher Haut einmal pro Woche starten. Wer Vitamin C oder Retinol verwendet, integriert AHA in ein Skin-Cycling-Schema (Tag 1: Säure, Tag 2: Retinol, Tag 3+4: Pflege). Tägliche Anwendung überfordert die Hautbarriere und kann zu Rötungen, Brennen oder Mikroverletzungen führen.

Brennt das Peeling normal?

Ein leichtes Kribbeln oder Wärmegefühl ist normal und legt sich nach 1 bis 2 Minuten. Anhaltendes Brennen, deutliche Rötung oder Schmerz sind Warnzeichen, dann sofort abspülen und Pflege auftragen. Bei wiederholtem Auftreten zu milderer Konzentration wechseln. Sehr aggressive Reaktionen können auf eine gestörte Hautbarriere hinweisen, die zuerst aufgebaut werden sollte.

Brauche ich anschließend extra Pflege?

Ja, nach dem Säurepeeling sollte eine reichhaltige Feuchtigkeitspflege oder ein Hyaluronsäure-Serum aufgetragen werden. Die Haut ist nach dem Peeling besonders aufnahmefähig, Pflegestoffe wirken intensiver. Auf reizende Inhaltsstoffe wie Alkohol, ätherische Öle oder weitere Säuren in derselben Routine verzichten.

Kann ich AHA und Retinol kombinieren?

Nicht in derselben Routine. Beide Wirkstoffe beanspruchen die Haut stark, in Kombination drohen Rötungen und Hautbarriere-Schäden. Bewährt: AHA und Retinol auf verschiedene Tage verteilen (Skin Cycling). Wer beide unbedingt zusammen anwenden möchte, wählt sehr milde Konzentrationen und beobachtet die Hauttoleranz aufmerksam.

Auch bekannt als

  • AHA-Peeling
  • chemisches Peeling
  • Glycolsäure-Peeling
  • Milchsäure-Peeling
  • Säurepeeling

Verwandte Produkttypen

Passende Zertifikate