Wolle

Natürliche Tierfaser vom Schaf, die nachwachsend, biologisch abbaubar und mikroplastikfrei ist: deren Nachhaltigkeit jedoch stark von Tierhaltungsbedingungen und Produktionsstandards abhängt.

Wolle ist die Haarfaser des Hausschafs und eine der ältesten Textilfasern der Menschheit. Als nachwachsender Rohstoff ist Wolle biologisch abbaubar und gibt beim Waschen im Gegensatz zu Polyester oder Nylon keine synthetischen Mikrofasern ab. Sie reguliert Körpertemperatur und Feuchtigkeit auf natürliche Weise, ist von Natur aus schmutzabweisend und geruchshemmend: Eigenschaften, die sie besonders langlebig und pflegeleicht machen. Der Begriff 'reine Schurwolle' bedeutet, dass die Wolle vom lebenden Tier stammt.

Die ökologische Bilanz von Wolle ist jedoch nicht unkritisch. Schafe und andere kleine Wiederkäuer verursachen erhebliche Treibhausgasemissionen durch Methan, und für die globale Wollproduktion werden Schafe oft auf großen industriellen Farmen gehalten. In Australien, dem größten Wollproduzenten der Welt, ist das Mulesing weit verbreitet: ein schmerzhafter chirurgischer Eingriff an Lämmern zur Vorbeugung gegen Fliegenmadenbefall, der oft ohne Betäubung durchgeführt wird.

Für nachhaltig und tiergerecht produzierte Wolle bieten verschiedene Zertifizierungen Orientierung: Der Responsible Wool Standard (RWS) setzt Standards für Tierwohl und Landmanagement, IVN Best gilt als besonders streng und umfasst die gesamte Produktionskette. GOTS zertifiziert Bio-Wolle inklusive Verarbeitungsstufen und Sozialstandards. Neuseeland hat seit 2018 ein gesetzliches Mulesing-Verbot: Wolle aus Neuseeland kann daher als mulesing-frei gelten.

Auch bekannt als

  • Schurwolle
  • Schafwolle
  • Strickwolle
  • reine Schurwolle