Wasserverbrauch

Der Wasserverbrauch in Bezug auf Produkte beschreibt die gesamte Wassermenge, die direkt und indirekt bei ihrer Herstellung benötigt wird: auch als Wasserfußabdruck oder virtuelles Wasser bezeichnet.

Der Wasserfußabdruck (Water Footprint) eines Produkts beschreibt die gesamte Menge an Frischwasser, die direkt und indirekt für seine Herstellung verbraucht oder verschmutzt wurde. Das Konzept wurde vom Umweltbundesamt und dem Water Footprint Network ausgearbeitet und unterscheidet drei Kategorien: Blaues Wasser (entnommenes Oberflächenwasser für Bewässerung oder Produktion), grünes Wasser (Regenwasser, das von Pflanzen aufgenommen wird) und graues Wasser (Wasser, das zur Verdünnung von Schadstoffen benötigt wird). Der virtuelle Wassergehalt bezeichnet dabei die in einem Produkt 'gespeicherte' Wassermenge.

In der Textilbranche ist der Wasserverbrauch besonders hoch. Für ein einzelnes Baumwoll-T-Shirt werden im Schnitt 2.500 Liter Wasser benötigt, für eine Jeans bis zu 11.000 Liter: der größte Teil davon entfällt auf den Baumwollanbau in wasserarmen Regionen wie Zentralasien. Das Färben und Veredeln von Textilien verursacht zusätzlich rund 20 Prozent der weltweiten Industriewasserverschmutzung. Bio-Baumwolle hat durch den Verzicht auf synthetische Dünger und Pestizide in der Regel einen niedrigeren grauen Wasserfußabdruck.

Auch in der Kosmetik spielt Wasser eine zentrale Rolle: Als häufigster Inhaltsstoff (INCI: Aqua) macht es in vielen Cremes und Lotionen 70 bis 80 Prozent der Zusammensetzung aus. Wasserfreie Kosmetik: also feste Produkte wie Shampoobars oder Serum-Pulver: reduziert diesen Anteil auf null und spart zusätzlich Verpackungsgewicht. Das Umweltbundesamt berechnet den virtuellen Wasserverbrauch eines deutschen Durchschnittsmenschen auf 4.000 bis 7.200 Liter pro Tag, wobei 86 Prozent dieses Wassers im Ausland verbraucht werden.

Auch bekannt als

  • Wasserfußabdruck
  • Water Footprint
  • virtuelles Wasser
  • Wassernutzung