Viskose

Halbsynthetische Chemiefaser aus natürlicher Zellulose (Holz oder Bambus), die biologisch abbaubar ist, aber in der konventionellen Herstellung chemisch intensive und oft umweltbelastende Prozesse erfordert.

Viskose ist eine halbsynthetische Chemiefaser, die aus natürlicher Zellulose: meist Holz, Bambus oder Eukalyptus: gewonnen wird. Im Gegensatz zu vollsynthetischen Fasern wie Polyester basiert Viskose also auf einem nachwachsenden Rohstoff und ist biologisch abbaubar. Der Stoff fühlt sich weich und seidig an, fällt fließend und ist für Kleidung angenehm zu tragen. Deshalb wird sie oft als günstigere Alternative zu echter Seide eingesetzt: daher auch der Name Kunstseide.

Die Herstellung von Viskose ist jedoch chemisch intensiv und ökologisch ambivalent. Um die Zellulose zu einem spinnbaren Stoff zu verarbeiten, wird Schwefelkohlenstoff eingesetzt: eine toxische Verbindung, die bei unsachgemäßer Handhabung Mensch und Umwelt schädigen kann. Große Produktionsstätten in Ländern wie Indien oder China achten oft wenig auf Arbeits- und Umweltschutzstandards. Wälder werden für den wachsenden Bedarf an Holzzellstoff mitunter auf Kosten der Biodiversität gerodet.

Die Weiterentwicklungen der Viskose: Modal und Lyocell (Tencel): gelten als deutlich umweltfreundlicher, da sie in geschlossenen Kreislaufprozessen mit geringem Chemikalieneinsatz hergestellt werden. Wer Viskose kauft, sollte auf Zertifizierungen wie OEKO-TEX Standard 100 (Schadstofffreiheit im Produkt), ECOVERO™ (Lenzing-Marke für verantwortungsvolle Viskose) oder FSC/PEFC (nachhaltige Forstwirtschaft des Rohstoffs) achten.

Auch bekannt als

  • Rayon
  • Kunstseide
  • Viscose
  • Regeneratfaser