Urea
Urea (Harnstoff) ist ein körpereigener natürlicher Feuchtigkeitsfaktor (NMF), der in der Hautpflege als intensiver Feuchtigkeitsspender und: ab höheren Konzentrationen: als keratolytischer Wirkstoff eingesetzt wird. Er bindet Wasser in der Hornschicht, glättet raue Haut und eignet sich besonders für sehr trockene und schuppige Haut.
Urea (chemische Formel: (NH₂)₂CO) ist ein Stoffwechselendprodukt des Eiweißabbaus und natürlicherweise Bestandteil des natürlichen Feuchtigkeitsfaktors (NMF) gesunder Haut. Für kosmetische Zwecke wird Urea synthetisch hergestellt, ist aber naturidentisch. In der INCI-Liste erscheint es als 'Urea'. Die Konzentration bestimmt maßgeblich, wie Urea in der Haut wirkt: von mild feuchtigkeitsspendend bis stark hornlösend.
Bei Konzentrationen von 1 bis 5 % wirkt Urea als Humektant: Es zieht Wasser in die Hornschicht, verbessert die Hautfeuchtigkeit und stärkt die Barriere. Ab 10 % kommt die keratolytische Wirkung hinzu: Urea löst die Verbindungen zwischen abgestorbenen Hornzellen, wodurch schuppige und verdickte Haut sanft abgebaut wird. Ab 20 bis 30 % eignet sich Urea zur Behandlung stark verhornter Hautstellen wie Fersen oder Ellbogen. Dermatologisch wird Urea häufig bei Psoriasis, Ichthyosis und chronisch trockener Haut eingesetzt.
Für die Anwendung im Alltag gilt: 5%-Urea-Cremes eignen sich als tägliche Feuchtigkeitspflege für trockene Haut, während 10-%-Formulierungen bei sehr rauer Haut empfohlen werden. In zertifizierter Naturkosmetik (NATRUE, COSMOS) ist synthetisches Urea als naturidentischer Stoff zugelassen. Menschen mit gesunder Haut brauchen keine Harnstoffpflege: Urea ist ein gezielter Wirkstoff für Haut mit erhöhtem Pflegebedarf.
Auch bekannt als
- Urea
- Harnstoff
- Carbamid
- Urea 10%
- Urea 5%