Transparenz
Offenlegung von Informationen über Herkunft, Produktion, Inhaltsstoffe und Arbeitsbedingungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette eines Produkts.
Transparenz bedeutet in der nachhaltigen Mode- und Kosmetikbranche, dass Unternehmen offen darüber kommunizieren, wo, von wem und unter welchen Bedingungen ihre Produkte hergestellt werden. Das umfasst die gesamte Lieferkette: von der Rohstoffgewinnung über Verarbeitung und Produktion bis zum Vertrieb. In der Kosmetik schließt Transparenz zusätzlich die vollständige und verständliche Deklaration aller Inhaltsstoffe über die INCI-Liste ein sowie Angaben zu deren Herkunft und Wirkungsweise.
In Deutschland sind Unternehmen seit 2023 durch das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) verpflichtet, Risiken für Menschenrechte und Umwelt entlang ihrer Lieferkette zu prüfen und offenzulegen. Auf EU-Ebene schaffen die Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD) und der Digitale Produktpass weitergehende Anforderungen: Ab 2027 müssen Unternehmen ab einer bestimmten Größe ihre Lieferkettenpraktiken systematisch dokumentieren und zugänglich machen. Parallel verbietet die EU-EmpCo-Richtlinie (2024/825) ab September 2026 vage Umweltversprechen ohne nachvollziehbare Grundlage: ein direkter Hebel gegen Greenwashing.
Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist Transparenz ein zentrales Werkzeug zur Unterscheidung zwischen glaubwürdiger Nachhaltigkeit und Greenwashing. Marken, die Produktionsstätten nennen, Lieferanten veröffentlichen und Zertifizierungen durch unabhängige Stellen nachweisen, zeigen echte Rechenschaft. Einfache Fragen helfen beim Einordnen: Ist erkennbar, in welchem Land produziert wird? Gibt es überprüfbare Siegel wie GOTS, den Grünen Knopf oder Fair Trade? Werden INCI-Listen vollständig und verständlich angegeben? Keine Antworten auf diese Fragen sind selbst eine Aussage.
Auch bekannt als
- Lieferkettentransparenz
- Supply Chain Transparency
- Unternehmenstransparenz
- Offenlegung