Torffreie Erde

Blumen- und Pflanzerde ohne Torfanteil. Ersatzstoffe sind Kompost, Holzfasern, Kokosfasern und Rindenhumus. Torfabbau zerstört Moore, die wichtige CO2-Speicher und Lebensräume sind. Torffreie Erde schützt diese Ökosysteme und ist genauso gut für Pflanzen geeignet.

Torffreie Erde ist Pflanz- und Blumenerde, die vollständig auf Torf als Bestandteil verzichtet. Torf entsteht in Mooren über Jahrtausende aus abgestorbenen Pflanzenresten und gilt als hervorragender Wasserspeicher und Substrat für Pflanzen: was seinen Einsatz in der Gartenwirtschaft populär gemacht hat. Das Problem: Moore sind Europas wichtigste Kohlenstoffspeicher. Pro Hektar binden sie etwa 700 Tonnen Kohlenstoff: sechsmal so viel wie ein Wald. Werden Moore für den Torfabbau entwässert, setzt das gespeicherte CO2 frei und zerstört irreversibel einen Lebensraum seltener Tier- und Pflanzenarten.

Das Umweltbundesamt empfiehlt ausdrücklich torffreie Blumenerde und warnt vor irreführenden Bezeichnungen wie 'torfreduziert' oder 'torfarm', die noch bis zu 70 Prozent Torf enthalten können. Als Alternativen eignen sich Kompost, Holzfasern, Rinde, Kokoshumus, Grüngutkompost und Perlite. Diese Materialien sind für die meisten Zimmerpflanzen, Gemüse und Balkonpflanzen genauso geeignet wie torfhaltige Produkte: manchmal braucht es eine kurze Eingewöhnungszeit bei der Gießmenge, da torffreie Erden Wasser anders speichern.

Beim Kauf solltest du aktiv nach der Aufschrift 'torffrei' suchen: nicht nur 'torfreduziert'. Wer seinen Garten noch nachhaltiger gestalten möchte, stellt eigenen Kompost her und kombiniert ihn mit torffreier Erde. In Kombination mit samenfestem Saatgut und dem Verzicht auf Pestizide entsteht ein Garten, der Ressourcen schont und Biodiversität fördert. Das BUND-Programm zum Moorbodenschutz bietet weitere Informationen zu regionalen Torfabbaugebieten und Schutzmaßnahmen.

Auch bekannt als

  • torffreies Substrat
  • moorfreie Erde
  • Torfersatz
  • peat-free compost

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