TEWL

TEWL (Transepidermaler Wasserverlust) bezeichnet die Wassermenge, die durch passive Diffusion über die Epidermis an die Umgebungsluft abgegeben wird. Er gilt als zentraler Messparameter für die Integrität und Funktionstüchtigkeit der Hautbarriere.

TEWL steht für Transepidermaler Wasserverlust und beschreibt, wie viel Wasser die Haut passiv: ohne Schwitzen: durch die Epidermis an die Umgebung abgibt. Gemessen wird TEWL in g/m²/h (Gramm pro Quadratmeter und Stunde) mithilfe eines Tewameters, eines nicht-invasiven Geräts, das den Wasserdampfgradienten direkt über der Hautoberfläche erfasst. Gesunde Haut zeigt TEWL-Werte zwischen etwa 5 und 15 g/m²/h; höhere Werte weisen auf eine gestörte oder geschwächte Hautbarriere hin.

Steigt der TEWL an, ist das ein direktes Signal dafür, dass die Lipidmatrix des Stratum corneum: also die Schutzschicht aus Ceramiden, Cholesterin und freien Fettsäuren: beschädigt ist. Ursachen können mechanische Einwirkungen sein (aggressive Tenside, übermäßiges Peeling, häufiges Waschen), aber auch klimatische Faktoren wie trockene Heizungsluft im Winter oder starke UV-Exposition. Chronisch erhöhter TEWL ist ein Kennzeichen bei Erkrankungen wie Neurodermitis (atopischer Dermatitis) und Schuppenflechte. In der dermatologischen Forschung gilt TEWL daher als verlässlicher Biomarker zur Beurteilung der Barrierefunktion.

In der Kosmetik ist die TEWL-Reduktion ein zentrales Wirkversprechen feuchtigkeitsspendender und hautschützender Produkte. Okklusive Wirkstoffe wie pflanzliche Öle, Sheabutter oder Wachse legen einen schützenden Film auf die Haut und verlangsamen die Wasserverdunstung messbar. Humektanten wie Glycerin, Hyaluronsäure oder Urea erhöhen den Wassergehalt der Hornschicht und verbessern so indirekt die Barriere. Ceramide und Niacinamid unterstützen die Regeneration der Lipidmatrix selbst. Eine effektive Feuchtigkeitspflege kombiniert in der Regel alle drei Wirkprinzipien.

Auch bekannt als

  • Transepidermaler Wasserverlust
  • Transepidermal Water Loss
  • Wasserverdunstungsrate