Sodium Laureth Sulfate

Sodium Laureth Sulfate (SLES) ist ein anionisches Tensid, das durch Ethoxylierung aus SLS gewonnen wird und milder als sein Vorläufer wirkt. Die Herstellung birgt das Risiko einer Kontamination mit 1,4-Dioxan, einem potenziell krebserregenden Prozessnebenprodukt.

Sodium Laureth Sulfate (INCI: Sodium Laureth Sulfate, kurz SLES) entsteht durch Ethoxylierung von Sodium Lauryl Sulfate: An das SLS-Molekül werden ein bis vier Ethylenoxid-Einheiten angelagert, was die hydrophile Seite des Moleküls verlängert und die Hautverträglichkeit erheblich verbessert. Im Vergleich zu SLS ist SLES laut Forschungsdaten um 40 bis 60 % weniger reizend auf der Haut und bis zu zehnmal weniger reizend an den Augen. Deshalb ist SLES mit über 70 % Marktanteil das am weitesten verbreitete anionische Tensid in Shampoos und Duschgels weltweit.

Das zentrale Risiko bei SLES ist nicht der Wirkstoff selbst, sondern sein Herstellungsprozess: Bei der Reaktion mit Ethylenoxid entsteht als Nebenprodukt 1,4-Dioxan, eine Substanz, die in Tierstudien krebserregend wirkt und von der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) als möglicherweise krebserregend für den Menschen eingestuft wird. Seriöse Hersteller entfernen 1,4-Dioxan durch Vakuumdestillation auf unter 10 ppm (in der EU vorgeschrieben); dennoch bleibt der Nachweis im Endprodukt schwer zu kontrollieren, da keine Deklarationspflicht besteht.

Aus diesen Gründen schließen alle gängigen Naturkosmetik-Standards (COSMOS, NATRUE, BDIH) SLES vollständig aus. Für konventionelle Produkte bewertet das SCCS SLES bei bestimmungsgemäßer Verwendung als sicher. Wer auf Nummer sicher gehen will, wählt sulfatfreie Shampoos mit Zuckertensiden wie Coco Glucoside oder Aminosäuretensiden wie Sodium Cocoyl Glutamate: beide bieten vergleichbare Reinigungsleistung ohne das Prozessrisiko.

Auch bekannt als

  • SLES
  • Natriumlaurethsulfat
  • Sodium Lauryl Ether Sulfate

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