Slugging

Slugging ist eine Hautpflege-Methode, bei der als letzter Schritt der Abendroutine eine dünne Schicht eines okklusiven Wirkstoffs (meist Vaseline oder Petrolatum) aufgetragen wird, um den transepidermalen Wasserverlust zu minimieren und die Hautbarriere über Nacht zu regenerieren.

Der Begriff 'Slugging' leitet sich vom englischen Wort für Nacktschnecke (slug) ab: wegen der glänzenden Textur, die das okklusive Mittel auf der Haut hinterlässt. Die Methode hat ihre Wurzeln in der K-Beauty-Tradition und erlebte durch TikTok und Social Media um 2021 eine breite Popularisierung. Dermatologisch ist das Grundprinzip jedoch schon lange bekannt: Okklusive Substanzen werden in der Dermatologie seit Jahrzehnten zur Unterstützung gestörter Hautbarrieren eingesetzt.

Okklusion bedeutet im Hautpflege-Kontext, dass ein Wirkstoff eine wasserundurchlässige Schutzschicht auf der Haut bildet, die den transepidermalen Wasserverlust (TEWL) verhindert. Vaseline (Petrolatum) ist das bekannteste okklusive Mittel: es wirkt nicht als Feuchtigkeitsspender, sondern als Versiegler: Es schließt die bereits vorhandene Feuchtigkeit in der Haut ein. Beim Slugging wird Vaseline als allerletzter Schritt nach Reinigung, Serum und Feuchtigkeitscreme aufgetragen, um die Wirkung der darunter liegenden Produkte zu intensivieren.

Für trockene, spröde oder empfindliche Haut sowie bei gestörter Hautbarriere (z.B. durch Neurodermitis oder übermäßige Wirkstoffpflege mit Retinol und Säuren) kann Slugging eine sinnvolle Ergänzung sein. Für fettige oder zu Unreinheiten neigende Haut ist die Methode hingegen ungeeignet, da die Okklusion auch Talg und Bakterien einschließen kann. Im Kontext von Skinimalism und Naturkosmetik bieten sich als vegane Vaseline-Alternative okklusive Pflanzenbuttern wie Sheabutter oder Kakaobutter an: wobei deren Okklusionsgrad niedriger ist als bei Petrolatum.

Auch bekannt als

  • Okklusive Pflege
  • Barrier Sealing
  • Overnight Slugging