Samenfestes Saatgut

Samen von Pflanzen, deren Nachkommen die gleichen Eigenschaften wie die Mutterpflanze haben. Im Gegensatz zu F1-Hybriden können aus samenfestem Saatgut immer wieder neue, keimfähige Samen gewonnen werden. Wichtig für nachhaltiges Gärtnern, Sortenvielfalt und Unabhängigkeit von Saatgutkonzernen.

Samenfestes Saatgut bezeichnet Pflanzensorten, deren Samen zuverlässig die gleichen Eigenschaften wie die Mutterpflanze weitergeben. Wer im Herbst Samen von einer samenfesten Tomate, Paprika oder Ringelblume erntet und im nächsten Jahr aussät, bekommt Pflanzen mit denselben Merkmalen: Geschmack, Wuchsform, Farbe. Das unterscheidet samenfestes Saatgut grundlegend von F1-Hybriden, die zwar oft ertragreich sind, aber deren Nachkommen unberechenbare Eigenschaften zeigen.

Samenfestes Saatgut spielt eine wichtige Rolle für den Erhalt der Sortenvielfalt. Seit 1900 sind schätzungsweise 75 Prozent der alten Kulturpflanzensorten verschwunden: ein direktes Ergebnis der Agrarindustrialisierung und der Konzentration auf wenige Hochleistungssorten. Organisationen wie Bingenheimer Saatgut oder ProSpecieRara in der Schweiz erhalten samenfeste Sorten aktiv. Samenfestes Saatgut bedeutet außerdem Unabhängigkeit: Gärtnerinnen und Gärtner können ihr Saatgut selbst gewinnen und müssen es nicht jedes Jahr neu kaufen.

Beim Kauf solltest du auf die Bezeichnung "samenfest" oder "nachbaufähig" achten. Samenfest ist nicht automatisch Bio: das bezieht sich auf den Anbau der Mutterpflanzen. Wer beides möchte, sucht nach zertifiziert biologischem und samenfestem Saatgut. Demeter-zertifiziertes Saatgut ist stets samenfest. Sorten aus dem eigenen Garten können nach einigen Jahren perfekt an den lokalen Standort angepasst sein: ein weiterer Vorteil gegenüber gekauftem Einheitssaatgut.

Auch bekannt als

  • samenfest
  • nachbaufähiges Saatgut
  • sortenreines Saatgut
  • open-pollinated seeds
  • heritage seeds
  • Erhaltungssaatgut

Passende Zertifikate