Rebound-Effekt
Phänomen, bei dem Effizienzgewinne durch gestiegenen Konsum teilweise oder vollständig aufgezehrt werden. Das Umweltbundesamt schätzt, dass im Raumwärmebereich 10 bis 30 Prozent der Einsparungen durch Rebound verloren gehen.
Der Rebound-Effekt tritt auf, wenn eine Effizienzsteigerung dazu führt, dass die eingesparten Ressourcen anderweitig verbraucht werden, sodass der Gesamtverbrauch nicht sinkt oder sogar steigt. Das Phänomen wurde erstmals 1865 von William Stanley Jevons am Beispiel der Dampfmaschine beschrieben: Als die Maschinen effizienter wurden, stieg der Kohleverbrauch in England insgesamt, weil mehr Betriebe sich den Betrieb leisten konnten. Seither spricht man auch vom Jevons-Paradox.
Man unterscheidet direkte und indirekte Rebound-Effekte. Der direkte Rebound entsteht, wenn ein effizienteres Produkt mehr genutzt wird, weil es weniger kostet: Ein sparsames Auto wird mehr gefahren, ein effizienter Kühlschrank kauft man größer. Der indirekte Rebound entsteht, wenn das gesparte Geld für andere ressourcenintensive Ausgaben genutzt wird: Die Heizkosten sinken, dafür fliegt man in den Urlaub. Ein gesamtwirtschaftlicher Rebound kann sogar dazu führen, dass Effizienzgewinne in einer Branche das Wirtschaftswachstum ankurbeln und den Gesamtverbrauch erhöhen.
Das Umweltbundesamt hat in seinem Bericht 'Rebound-Effekte: Ihre Bedeutung für die Umweltpolitik' (2015) verschiedene Sektoren analysiert. Im Bereich Raumwärme gehen demnach 10 bis 30 Prozent der Effizienzgewinne durch Rebound verloren, im Verkehr bis zu 20 Prozent. Für die Umweltpolitik bedeutet das: Effizienzstandards allein reichen nicht, wenn gleichzeitig der Gesamtkonsum wächst. Absolute Mengengrenzen, Preissignale oder suffizienzorientierte Maßnahmen sind notwendig, um den Rebound einzudämmen.
Im Bereich Mode und Kosmetik zeigt sich der Rebound-Effekt deutlich: Nachhaltigere Produktion pro Kleidungsstück geht mit immer kürzeren Kollektionszyklen und wachsenden Stückzahlen einher. Ein 'ökologischeres' Shampoo in größerer Flasche kann mehr verbraucht werden, weil das schlechte Gewissen beim Dosieren wegfällt. Der Rebound-Effekt ist damit einer der Hauptgründe, warum die Debatte um nachhaltige Produkte ohne eine Diskussion über Konsumdistanz unvollständig bleibt.
Auch bekannt als
- Rebound-Paradox
- Jevons-Paradox
- Jevons Paradoxon
- backfire effect