Pilling
Pilling bezeichnet die Bildung kleiner Knötchen oder Faserbällchen auf der Oberfläche von Textilien, die durch mechanische Reibung im Alltag und beim Waschen entstehen. Es ist ein häufiges Qualitätsmerkmal, das das Erscheinungsbild von Kleidungsstücken beeinträchtigt.
Pilling entsteht, wenn Fasern durch Reibung: etwa beim Tragen oder Waschen: aus dem Faserverbund gelöst werden, sich verknäueln und mit der Zeit zu festen Knötchen (Pills) verkleben. Bei natürlichen Fasern wie Wolle und Baumwolle brechen diese Knötchen meist nach kurzer Zeit ab. Synthetische Fasern wie Polyester und Nylon bilden festere, dauerhaftere Knötchen, die das Kleidungsstück dauerhaft verändern. Besonders anfällig sind Bereiche mit starker Reibung: Achseln, Ellenbogen, der Bereich unter Taschen oder entlang von Nähten.
Die Pillingneigung eines Textils hängt von mehreren Faktoren ab: Faserart (Synthetics > Naturfasern), Faserlänge (kurze Stapelfasern pollen mehr als lange Filamente oder Kammgarn), Garnstruktur (locker gedrehtes Garn ≠ fest gedrehtes Kammgarn), Gewebestruktur (Strick > Gewebe) und Verarbeitungsqualität. Hochwertige Merinowolle mit feinen, langen Fasern und eng gedrehtem Garn pillt weniger als günstigere Koppelwolle. Bei Kaschmir gilt: je weicher die Verarbeitung, desto höhere Pillingneigung: ein Qualitätsparadox.
Pilling lässt sich reduzieren, aber nicht vollständig vermeiden. Praktische Maßnahmen: Kleidung umgekehrt waschen (Schongang, 30°C), Wäschenetz verwenden, kurze Schleuderdrehzahl wählen, keine Trocknernutzung. Pillingentferner (elektrische Fusselrasierer) können bestehende Knötchen vorsichtig entfernen und das Kleidungsstück optisch erneuern. Im Sinne der Kreislaufwirtschaft und Reparaturkultur verlängern diese einfachen Maßnahmen die Lebensdauer von Textilien erheblich.
Auch bekannt als
- Knötchenbildung
- Fusseln
- Pill
- Faserknötchen
- Pillingneigung