Parabene

Parabene sind synthetische Konservierungsstoffe, die in Kosmetikprodukten Schimmel- und Bakterienwachstum hemmen. Sie stehen im Verdacht, als schwache endokrine Disruptoren zu wirken: weshalb die EU Höchstmengen für bestimmte Paraben-Typen abgesenkt hat und Naturkosmetik sie grundsätzlich ausschließt.

Parabene (Ester der para-Hydroxybenzoesäure) sind seit den 1920er Jahren verwendete Konservierungsstoffe und gehören zu den am häufigsten eingesetzten Konservierungsmitteln in Kosmetik, Lebensmitteln und Arzneimitteln. In Kosmetikprodukten verhindern sie das Wachstum von Bakterien, Hefen und Schimmelpilzen und verlängern so die Haltbarkeit. Die häufigsten Vertreter in der Kosmetik sind Methylparaben, Ethylparaben, Propylparaben und Butylparaben: erkennbar an der Endung -parabenin der INCI-Liste.

Die gesundheitliche Diskussion dreht sich vor allem um ihr endokrin modulierendes Potenzial: Parabene können an Östrogenrezeptoren binden, wenngleich sehr viel schwächer als körpereigene Östrogene. Der Wissenschaftliche Ausschuss für Verbrauchersicherheit (SCCS) der EU hat Propyl- und Butylparaben als schwache endokrine Disruptoren eingestuft und die zulässige Höchstkonzentration von 0,4 % auf 0,14 % gesenkt. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) bewertet Methylparaben und Ethylparaben bei Einhaltung der Grenzwerte als sicher, empfiehlt jedoch keine unnötige Exposition: besonders bei Säuglingen und Kleinkindern.

In der Naturkosmetik sind Parabene vollständig verboten: NATRUE, COSMOS, BDIH und alle anderen relevanten Naturkosmetik-Standards schreiben natürliche Alternativen vor. Weit verbreitet sind dabei ätherische Öle (z. B. Lavendelöl, Teebaumöl), Extrakte wie Rosmarinextrakt oder biotechnologisch gewonnene Konservierungsmittel wie Natamycin. Diese bieten antimikrobielle Wirkung ohne den Verdacht auf hormonelle Aktivität: sind aber oft weniger stabil und verlangen präzisere Formulierungsarbeit.

Auch bekannt als

  • Paraben
  • Methylparaben
  • Propylparaben
  • Butylparaben
  • Ethylparaben