Overconsumption
Übermäßiger Konsum von Gütern: besonders Kleidung und Kosmetik: weit über den tatsächlichen Bedarf hinaus, mit gravierenden ökologischen und sozialen Folgen
Overconsumption (deutsch: Überkonsum) bezeichnet ein Konsumverhalten, bei dem Güter weit über den tatsächlichen Bedarf hinaus gekauft, genutzt und entsorgt werden. Besonders sichtbar ist das Phänomen in der Mode- und Beautyindustrie: Laut Daten des Europäischen Parlaments kauften Menschen im Jahr 2000 durchschnittlich vier neue Kleidungsstücke pro Jahr, heute sind es deutlich mehr: die Nutzungsdauer ist gleichzeitig gesunken. Das Fast Fashion Geschäftsmodell befeuert diesen Kreislauf gezielt: Alle wenigen Wochen neue Kollektionen zu niedrigsten Preisen schaffen künstliche Dringlichkeit und normalisieren das ständige Kaufen.
Die ökologischen Folgen sind gravierend. Die Textilindustrie verursacht rund 10 Prozent der weltweiten CO₂-Emissionen und verbraucht jährlich etwa 93 Milliarden Kubikmeter Wasser. Weltweit landen über 120 Millionen Tonnen Textilabfall pro Jahr auf Deponien oder in Verbrennungsanlagen. In der Kosmetikbranche zeigt sich Überkonsum durch überfüllte Badezimmerregale: die sogenannte „Skincare Fridge“-Kultur propagiert Dutzende Produkte für angeblich unersetzliche Einzelschritte. Viele Produkte werden dabei kaum genutzt und verfallen. Die EU reagiert: Ab Juli 2026 ist die Vernichtung unverkaufter Textilien, Schuhe und Accessoires in der EU verboten.
Als Gegenbewegung zu Overconsumption entstehen Konzepte wie Deinfluencing (soziale Medien als Plattform gegen unnötige Kaufanreize), Minimalismus, Suffizienz und Slow Fashion. Das Prinzip lautet: Weniger, dafür langlebiger und bewusster kaufen. Auch der Trend Skinimalism in der Kosmetik folgt dieser Logik: statt zehn Produkte eine durchdachte Routine mit wenigen Wirkstoffen. Forschung zur Suffizienz zeigt, dass nicht Verzicht, sondern die Frage nach dem wirklichen Bedarf im Mittelpunkt stehen sollte.
Auch bekannt als
- Überkonsum
- Massenkonsum
- Wegwerfkonsum
- Hyperkonsumismus