Mottenschutz
Mottenschutz bezeichnet Maßnahmen zum Schutz von Wolle, Kaschmir und anderen Naturfasern vor Kleidermotten: von chemischen Mitteln bis zu natürlichen Alternativen wie Zedernholz, Lavendelblüten oder Pheromonfallen.
Kleidermotten (Tineola bisselliella) fressen Keratin, also Wolle, Kaschmir, Haare und Federn. Pflanzliche Fasern wie Baumwolle lassen sie liegen. Schaden richten nicht die Falter an, sondern ihre Larven, denn die erwachsenen Tiere nehmen laut Umweltbundesamt gar keine Nahrung mehr auf. Typisch für einen Befall sind kleine, unregelmäßige Fraßlöcher, über das ganze Textilstück verteilt. Besonders ärgerlich ist das bei hochwertigen Naturfaser-Kleidungsstücken, die beim nachhaltigen Konsum bewusst ausgewählt wurden.
Chemischer Mottenschutz hat eine lange Geschichte, deren Reste bis heute in Schränken liegen. Alte Wolldecken, Wollteppiche oder Pelze tragen manchmal Etiketten wie "Mottenecht durch Eulan". Dahinter stecken sehr langlebige Chemikalien, für die laut Umweltbundesamt bis heute keine umfassende Risikobewertung vorliegt; noch 15 Jahre nach dem Marktrückzug von Eulan U 33 im Jahr 1988 fanden sich die Stoffe in 15 Prozent aller Hausstaubproben. Für Wollprodukte von vor 1988 mit Mottenschutz-Hinweis rät das Amt von dauerhafter Nutzung in bewohnten Innenräumen ab. Natürliche Repellents wie Zedernholz, Lavendel oder Nelken helfen ergänzend, schrecken Motten aber nicht hundertprozentig ab. Zugelassene Biozidprodukte mit nachgewiesener Wirksamkeit gibt es nur auf Pfefferminzöl-Basis. Lockstoff-Fallen mit Pheromonen fangen die Männchen und dienen vor allem dazu, einen Befall früh zu erkennen und den Erfolg der Maßnahmen zu kontrollieren.
Für langfristigen Schutz empfiehlt das Umweltbundesamt eine Kombination von Maßnahmen. Kleidung vor der Einlagerung reinigen, weil Schweiß, Haare und Hautschuppen Motten anlocken. Länger ungenutzte Wollstücke gut verschlossen verpacken, etwa in Kleidersäcken oder Vakuum-Tüten. Genutzte Kleidung, Decken und Wandteppiche regelmäßig ausklopfen, lüften und in die Sonne legen, denn Sonnenlicht tötet Eier und Larven ab. Bei Befall lassen sich Textilien einfrieren, um die Larven abzutöten, mindestens 36 Stunden bei mindestens -19 °C, über mehrere Wochen wiederholt. Auf Biozide sollte man dabei so weit wie möglich verzichten, weil Vorsorge und nicht-chemische Bekämpfung meistens ausreichen.
Auch bekannt als
- Kleidermotten-Schutz
- Moth Protection
- Mottenabwehr
- Textilmottenschutz