MOSH und MOAH

MOSH (gesättigte Mineralölkohlenwasserstoffe) und MOAH (aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe) sind unerwünschte Mineralölverunreinigungen in Kosmetik. MOAH gelten als potenziell krebserregend und sind in zertifizierter Naturkosmetik vollständig verboten.

MOSH steht für „Mineral Oil Saturated Hydrocarbons“, MOAH für „Mineral Oil Aromatic Hydrocarbons“. Beide Stoffgruppen sind Verunreinigungen, die in technisch hergestellten Mineralölen vorkommen: also in Paraffinum Liquidum (Paraffinöl), Petrolatum (Vaseline), Cera Microcristallina (Mikrokristallines Wachs) oder Ceresin. POSH (Polyolefin Oligomeric Saturated Hydrocarbons) sind eine verwandte synthetische Stoffgruppe mit ähnlichem Verhalten. Die Stoffgruppen sind chemisch heterogen: MOSH ähneln strukturell den im Körper vorkommenden Fetten, während MOAH komplexe aromatische Ringverbindungen enthalten: darunter potenziell auch polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) mit krebserregender Wirkung.

Die EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) und das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) bewerten MOAH als potenziell genotoxisch und karzinogen, weshalb sie in Lebensmittelkontaktmaterialien streng reguliert sind. Bei oraler Aufnahme: relevant für Lippenstifte und Lippenpflege, die zu einem nennenswerten Teil verschluckt werden: reichern sich MOSH-Verbindungen im menschlichen Fettgewebe und in inneren Organen wie Leber und Lymphknoten an. Wie hoch das tatsächliche Risiko ist, ist wissenschaftlich umstritten. ÖKO-TEST hat in mehreren Untersuchungen seit 2015 wiederholt MOSH und MOAH in konventionellen Lippenstiften und Lippenpflegestiften nachgewiesen: auch das CVUA Karlsruhe bestätigt regelmäßig entsprechende Befunde in Stichproben.

In zertifizierter Naturkosmetik nach NATRUE, COSMOS und BDIH sind alle mineralölbasierten Inhaltsstoffe: und damit auch die unerwünschten MOSH/MOAH-Verunreinigungen: grundsätzlich verboten. Statt Paraffin und Petrolatum kommen pflanzliche Wachse (Candelillawachs, Carnaubawachs, Bienenwachs, Rapswachs) und Pflanzenöle (Rizinusöl, Jojobaöl, Mandelöl, Sheabutter) zum Einsatz. Wer Mineralöl gezielt vermeiden will, achtet in der INCI-Liste auf folgende Begriffe: Paraffinum Liquidum, Mineral Oil, Petrolatum, Cera Microcristallina, Microcrystalline Wax, Ceresin, Ozokerit, Synthetic Wax. Der Verzicht auf Mineralöl ist nicht nur eine Frage der Sicherheit, sondern auch der Nachhaltigkeit: Mineralöl ist ein fossiles, nicht erneuerbares Erdölderivat.

Auch bekannt als

  • MOSH
  • MOAH
  • POSH
  • Mineralölkohlenwasserstoffe
  • Mineral Oil Saturated Hydrocarbons
  • Mineral Oil Aromatic Hydrocarbons