Lieferkette

Die Lieferkette beschreibt den vollständigen Weg eines Produkts vom Rohstoff bis zum Endverbraucher: inklusive aller Produktions-, Transport- und Handelsstufen dazwischen.

Die Lieferkette in der Textilindustrie umfasst alle Stufen der Herstellung: vom Anbau der Rohstoffpflanzen (z.B. Baumwolle) oder der Gewinnung synthetischer Fasern, über das Spinnen, Weben und Färben, bis zur Konfektionierung, dem Transport und dem Verkauf. Typischerweise sind in einer einzigen Jeans mehrere Dutzend Produktionsschritte in verschiedenen Ländern involviert. Diese räumliche Zersplitterung macht Kontrolle und Transparenz besonders schwierig: und ist ein Grund für soziale und ökologische Missstände in der Modebranche.

Deutschland hat 2021 mit dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) einen rechtlichen Rahmen geschaffen, der große Unternehmen verpflichtet, Menschenrechts- und Umweltrisiken entlang ihrer gesamten Lieferkette zu identifizieren und zu minimieren. Seit 2023 gilt das Gesetz für Unternehmen ab 3.000 Mitarbeitenden, seit 2024 ab 1.000 Mitarbeitenden. Auf EU-Ebene schafft die Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD) einen europäisch harmonisierten Standard für unternehmerische Sorgfaltspflichten. Das Bündnis für nachhaltige Textilien hat zudem einen Leitfaden für mehr Lieferkettentransparenz entwickelt.

Für Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet Lieferkettentransparenz: Marken, die offen kommunizieren, wo und unter welchen Bedingungen produziert wird, handeln verantwortungsbewusster als solche, die darüber schweigen. Zertifizierungen wie GOTS, Fair Wear Foundation oder der Grüne Knopf erfordern eine unabhängige Prüfung relevanter Produktionsstufen. Wichtig: Kein Siegel prüft die gesamte Lieferkette lückenlos: Transparenz bleibt eine kontinuierliche Aufgabe, keine einmalige Zertifizierung.

Auch bekannt als

  • Supply Chain
  • Wertschöpfungskette
  • Lieferkettentransparenz
  • Produktionskette