Leinen

Naturfaser aus der Flachspflanze, die seit Jahrtausenden genutzt wird und zu den nachhaltigsten Textilfasern gilt: wassersparend im Anbau, biologisch abbaubar und ohne Bewässerung kultivierbar.

Leinen wird aus den Fasern der Flachspflanze (Linum usitatissimum) gewonnen und ist eine der ältesten Textilfasern der Welt. Flachs wächst bevorzugt in kühlen, feuchten Klimazonen wie Westeuropa und kommt dabei ohne künstliche Bewässerung aus: ein entscheidender Vorteil gegenüber Baumwolle, die bis zu 1.200 Millimeter Niederschlag pro Saison benötigt. Im Anbau werden rund zehnmal weniger Stickstoffdünger eingesetzt als bei Weizen oder Raps, und Flachs nimmt als CO₂-Senke bis zu 3,7 Tonnen CO₂ pro Hektar und Jahr auf.

Die Eigenschaften von Leinenstoff sind für das Tragen besonders angenehm: Er ist kühlendes Material für warme Jahreszeiten, sehr strapazierfähig, antiallergisch und wird mit der Zeit weicher. Bis zu 75 Prozent der Flachspflanze lassen sich verwerten: von der Faser über Leinsamen bis zu Pressresten für industrielle Anwendungen. Leinen ist vollständig biologisch abbaubar und hinterlässt keine Mikroplastikbelastung.

Beim Kauf von Leinentextilien sollte auf die Herkunft geachtet werden: Europäischer Flachs, besonders aus Frankreich, Belgien und den Niederlanden, gilt als besonders hochwertig und wird meist mit geringem Chemieeinsatz verarbeitet. Das European Flax-Siegel kennzeichnet nachverfolgbar in Europa angebauten und verarbeiteten Flachs. Für Bio-Leinen bietet GOTS die umfassendste Zertifizierung entlang der gesamten Lieferkette.

Auch bekannt als

  • Flachs
  • Leinenstoff
  • Linen
  • Flachsfaser