Kontaktallergen
Ein Kontaktallergen ist ein Stoff, der bei direktem Hautkontakt eine allergische Reaktion (allergische Kontaktdermatitis) auslösen kann. In der Kosmetik sind vor allem bestimmte Duftstoffe, Konservierungsmittel und Haarfarbstoffe als Kontaktallergene bekannt.
Eine allergische Kontaktreaktion ist eine verzögerte Immunreaktion vom Typ IV: Beim ersten Kontakt mit dem Allergen bildet das Immunsystem sensibilisierte T-Lymphozyten, ohne dass dabei Symptome auftreten. Erst bei erneutem Kontakt reagiert das Immunsystem mit Rötung, Juckreiz, Quaddeln oder Bläschen: typischerweise 12 bis 72 Stunden nach dem Kontakt. Betroffen sind häufig Hände, Gesicht und Stellen, auf die das Produkt aufgetragen wurde.
In der Kosmetik zählen Duftstoffe zu den häufigsten Kontaktallergenen. Die EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009 schreibt die Einzeldeklaration von 26 bekannten Duftstoffallergenen im INCI-Verzeichnis vor, sobald ihre Konzentration 0,001 % in Leave-on-Produkten oder 0,01 % in Rinse-off-Produkten überschreitet. Weitere verbreitete Kontaktallergene in Kosmetika sind Konservierungsmittel wie Methylisothiazolinon (MI) und Methylchloroisothiazolinon (MCI) sowie chemische UV-Filter.
Wer zu Kontaktallergien neigt, sollte auf Produkte mit möglichst kurzer INCI-Liste achten und auf Produkte verzichten, die bekannte Allergene enthalten. Ein Dermatologe kann mittels Epikutantest (Pflastertest) gezielt prüfen, auf welche Stoffe eine Sensibilisierung vorliegt. Naturkosmetik-Produkte sind nicht automatisch allergenärmer: ätherische Öle enthalten von Natur aus viele der 26 deklarationspflichtigen Duftstoffallergene.
Auch bekannt als
- Kontaktsensibilisator
- Typ-IV-Allergen