Konfektionsgröße
Konfektionsgrößen sind standardisierte Größenbezeichnungen für Bekleidung: in der Praxis aber kaum noch vergleichbar zwischen Marken, Ländern und Jahrzehnten.
Konfektionsgrößen entstanden mit der industriellen Massenproduktion von Kleidung im 19. Jahrhundert: Um Kleidung ohne individuelle Maßanfertigung herstellen und verkaufen zu können, brauchte es einheitliche Größenbezeichnungen. Historisch basierten die Zahlen in Deutschland auf Zentimeterangaben, zum Beispiel dem Brustumfang. Heute gelten in der EU die Normen DIN EN 13402-1 bis -3, die Körpermaße und Sprungwerte für Größenbezeichnungen definieren. Verpflichtend sind diese Normen für Hersteller jedoch nicht.
Die Realität sieht deshalb uneinheitlich aus: Dieselben Körpermaße können je nach Marke, Herkunftsland und Produktlinie unterschiedliche Größenangaben ergeben. Studien wie die 2007 und 2008 durchgeführte >>Size Germany<<-Erhebung, bei der rund 13.400 Personen per 3D-Scanner vermessen wurden, zeigen, dass die durchschnittlichen Körpermaße der Bevölkerung sich deutlich verändert haben, während die Größenbezeichnungen nur langsam mitgewandert sind. Hinzu kommt Vanity Sizing: Manche Marken beschriften Kleidung mit kleineren Zahlen als messtechnisch korrekt wäre.
Für Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet das: Größenangaben sind eine Orientierung, aber kein verlässliches Maß: besonders beim Online-Kauf. Wer sich an konkreten Körpermaßen wie Brust-, Taille- und Hüftumfang orientiert und die Größentabelle der jeweiligen Marke konsultiert, trifft bessere Entscheidungen. Im Sinne von Slow Fashion lohnt es sich außerdem, auf gut sitzende Passformen zu achten und Kleidung bei Bedarf schneidern zu lassen, statt sich dem Größensystem anzupassen.
Auch bekannt als
- Konfektionsgrößen
- Kleidergrößen
- Bekleidungsgrößen