Kokos

Natürliche Pflanzenfaser aus der Schale der Kokosnuss (Coir), die biologisch abbaubar, feuchtigkeitsbeständig und sehr robust ist und in Heimtextilien, Geotextilien und als torffreies Pflanzsubstrat Verwendung findet.

Kokosfasern: international als Coir bezeichnet: werden aus der braunen Schale der Kokosnuss gewonnen. Die Faser besteht zu etwa 44 Prozent aus Zellulose und 45 Prozent aus Lignin, was ihr eine außergewöhnliche Zähigkeit verleiht: Sie ist reißfest, salzwasserbeständig und widersteht Feuchtigkeit und Schimmel über Monate, ohne sich zu zersetzen. Kokosfasern sind ein Nebenprodukt der Lebensmittelindustrie: sie entstehen bei der Verarbeitung von Kokosnüssen zu Kokosmilch, Kokosöl oder Kopra und verwertet damit ein Material, das sonst als Abfall anfielen würde.

Die wichtigsten Anwendungsfelder von Kokosfasern sind Heimtextilien und Bodenbeläge (Teppiche, Fußmatten, Läufer), Polstermaterialien für Matratzen und Sitzmöbel sowie Geotextilien für Erosionsschutz und Böschungsbefestigung. Im Gartenbau ersetzt komprimierte Kokosfaser (Coco Coir) zunehmend Torf, da sie nachwachsend, strukturstabil und pH-neutral ist. In der Mode spielt Kokos eine Randrolle: vereinzelt für Accessoires, Hüte und Körbe.

Die Nachhaltigkeit von Kokosfasern ist grundsätzlich positiv zu bewerten: Als Nebenprodukt verursacht die Faser keine zusätzlichen Anbauemissionen, ist vollständig biologisch abbaubar und hinterlässt kein Mikroplastik. Die meisten Kokosplantagen befinden sich in Südostasien (Sri Lanka, Indien, Philippinen); die langen Transportwege sind ein kritischer Faktor der Gesamtbilanz. Für Heimtextilien aus Kokos gibt es bisher keine spezifische Textilfaser-Zertifizierung, jedoch prüfen FSC und ähnliche Forstzertifizierungen die Rohstoffherkunft.

Auch bekannt als

  • Kokosfaser
  • Coir
  • Kokossubstrat
  • Kokosmark