Kaschmir

Edle Naturfaser, die aus dem Unterfell der Kaschmirziege gewonnen wird und für ihre außergewöhnliche Weichheit und Wärme bekannt ist. Die begrenzte Verfügbarkeit und problematische Massenproduktion machen Kaschmir zu einem Nachhaltigkeitsthema.

Kaschmir ist eine der wertvollsten Naturfasern der Welt und stammt aus dem feinen Unterfell der Kaschmirziege (Capra hircus laniger). Eine einzige Ziege liefert pro Jahr nur etwa 150 bis 200 Gramm kammfähige Faser: für einen Pullover werden rund vier Ziegen benötigt. Die Fasern werden traditionell im Frühling von Hand gekämmt, wenn das Tier den Wintermantel abwirft. China produziert heute etwa 69 Prozent der weltweiten Kaschmirfaser, gefolgt von der Mongolei und dem Iran.

Die stark gestiegene Nachfrage nach günstigem Kaschmir hat gravierende Umweltfolgen: In der Mongolei hat sich die Ziegenpopulation auf über 61 Millionen Tiere verdreifacht. Diese übergrasen die Steppen bis auf die Wurzeln und verursachen Bodenerosion sowie voranschreitende Desertifikation. Der Good Cashmere Standard (GCS) zertifiziert nachhaltigere Produktionsbedingungen mit strengen Tierschutz- und Umweltauflagen. Recyceltes Kaschmir aus bestehenden Textilien bietet eine ressourcenschonende Alternative.

Beim Kauf von Kaschmir lohnt es sich, auf Zertifizierungen wie den Good Cashmere Standard, den Global Recycling Standard (GRS) für recyceltes Kaschmir oder das GOTS-Siegel zu achten. Hochwertige Kaschmirartikel halten bei guter Pflege Jahrzehnte und sind damit das Gegenteil von Fast Fashion. Ein einziges, langlebiges Kaschmirstück verursacht pro Tragedauer deutlich weniger Umweltbelastung als mehrere billige Synthetikpullover.

Auch bekannt als

  • Cashmere
  • Kashmir
  • Kaschmirwolle
  • Cashmere Wool

Passende Zertifikate