Greenwashing
Irreführende Darstellung von Produkten als umweltfreundlich, ohne tatsächliche Nachhaltigkeit
Greenwashing bezeichnet irreführende Marketingpraktiken, bei denen Unternehmen sich oder ihre Produkte umweltfreundlicher darstellen, als sie tatsächlich sind. Das Spektrum reicht von vagen Begriffen wie ‚umweltbewusst' oder ‚nachhaltig' ohne jede Substanz über selektive Hervorhebung einzelner positiver Eigenschaften bis hin zu erfundenen oder nicht verifizierten Siegeln. Greenwashing kann gezielt eingesetzt werden, aber auch das Ergebnis von Unwissen oder oberflächlicher Kommunikation sein.
Die EU hat mit der EmpCo-Richtlinie (EU) 2024/825 neue Regeln gegen Greenwashing eingeführt, die ab September 2026 verbindlich gelten. Dann werden pauschale Umweltaussagen wie ‚klimaneutral' oder ‚CO₂-neutral' ohne konkreten, verifizierbaren Nachweis EU-weit verboten. Das Umweltbundesamt und die Verbraucherzentralen dokumentieren zahlreiche Fälle und helfen Verbrauchern, falsche Öko-Versprechen zu erkennen. Auch die Vernichtung unverkaufter Ware unter dem ‚Eco'-Label ist eine Form von Greenwashing.
Um Greenwashing zu erkennen, helfen folgende Fragen: Gibt es ein unabhängig geprüftes Siegel hinter dem Versprechen? Sind konkrete Zahlen oder Nachweise angegeben? Bezieht sich die Aussage auf das gesamte Produkt oder nur auf einen kleinen Teil? Verbraucherzentralen empfehlen, bei unklaren Umweltversprechen die INCI-Liste oder Herstellerangaben kritisch zu prüfen und auf bekannte Zertifikate zu achten: etwa GOTS, NATRUE, COSMOS oder den Grünen Knopf.
Auch bekannt als
- Grünfärberei
- grüne Wäsche
- Öko-Täuschung
- green claims
Passende Zertifikate
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