Formaldehyd

Formaldehyd (CH₂O) ist eine organische Verbindung, die natürlich in vielen Lebensmitteln und im menschlichen Stoffwechsel vorkommt. In Kosmetika wird es als Konservierungsmittel eingesetzt und ist in der EU auf maximal 0,1 % als freies Formaldehyd begrenzt.

Formaldehyd ist eine einfache organische Verbindung (Summenformel CH₂O), die als Gas bei Raumtemperatur vorliegt und gut wasserlöslich ist. Entgegen verbreiteter Annahmen ist Formaldehyd kein reiner Schadstoff, sondern ein natürlicher Metabolit: Es entsteht im Körper beim Abbau von Aminosäuren und ist in kleinen Mengen in Äpfeln, Birnen, Fleisch, Fisch und vielen weiteren Lebensmitteln enthalten. Ein Apfel enthält etwa 6 bis 11 mg/kg Formaldehyd: weit mehr als ein kosmetisches Produkt im Normalbetrieb abgibt.

In Kosmetika dient Formaldehyd als antimikrobielles Konservierungsmittel, das Bakterien- und Pilzwachstum hemmt. Die EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009 erlaubt Formaldehyd in Kosmetika bei maximal 0,1 % als freies Formaldehyd in Pflegeprodukten (0,2 % in Mundpflegeprodukten) und verbietet es in Aerosolprodukten vollständig. Bei Überschreiten von 0,05 % muss die Verpackung den Hinweis 'enthält Formaldehyd' tragen. Häufiger als Formaldehyd selbst werden sogenannte Formaldehydabspalter wie DMDM Hydantoin, Imidazolidinyl Urea oder Quaternium-15 eingesetzt, die Formaldehyd kontrolliert freisetzen.

Formaldehyd und Formaldehydabspalter gelten als bekannte Kontaktallergene und können bei sensibilisierten Personen Kontaktdermatitis auslösen. Die IARC (International Agency for Research on Cancer) stuft Formaldehyd als 'karzinogen für den Menschen' (Gruppe 1) ein: dies bezieht sich jedoch auf inhalative Exposition bei hohen Konzentrationen (z.B. Arbeitsplatz), nicht auf dermale Anwendung in Kosmetika. In der Naturkosmetik nach COSMOS- oder NATRUE-Standard ist Formaldehyd als Konservierungsmittel nicht zugelassen.

Auch bekannt als

  • Methanal
  • Formalin
  • INCI: Formaldehyde