Feuchtigkeitsbinder
Feuchtigkeitsbinder (Humektanten) sind Substanzen, die Wassermoleküle aus der Umgebungsluft und aus tieferen Hautschichten anziehen und in der Hornschicht binden. Wichtigste Vertreter in der Hautpflege sind Glycerin, Hyaluronsäure und Urea.
Feuchtigkeitsbinder wirken nach dem Prinzip der Hygroskopie: Sie besitzen chemische Gruppen (vor allem Hydroxyl- und Aminogruppen), die Wassermoleküle über Wasserstoffbrückenbindungen anziehen und festhalten. In der Haut binden Humektanten Wasser aus den tieferen Dermisschichten und, bei ausreichender Luftfeuchtigkeit (über 70 %), auch aus der Umgebungsluft. Dies erhöht den Wassergehalt der Hornschicht (Stratum corneum) und verbessert die Geschmeidigkeit, Elastizität und das Hautbild sichtbar.
Die drei bedeutendsten Humektanten in der modernen Hautpflege sind Glycerin, Hyaluronsäure und Urea. Glycerin ist günstig, gut verträglich und in nahezu allen Feuchtigkeitsprodukten enthalten. Hyaluronsäure kann je nach Molekülgröße an der Hautoberfläche einen feuchtigkeitsbindenden Film bilden (hochmolekular) oder tiefer in die Haut eindringen (niedermolekular). Urea (Harnstoff) ist ein natürlicher Bestandteil des NMF (Natural Moisturizing Factor) der Haut und wirkt ab Konzentrationen über 10 % zusätzlich keratolytisch. Weitere Humektanten sind Sorbitol, Panthenol, Aminosäuren und Milchsäure.
Feuchtigkeitsbinder funktionieren am besten in Kombination mit Okklusiva (z.B. Sheabutter, Bienenwachs), die das gebundene Wasser an der Verdunstung hindern, und Emollientien (z.B. Pflanzenöle), die die Barriere stärken. Ohne okklusiven Schutz können Humektanten bei sehr trockener Luft (unter 40 % relativer Luftfeuchtigkeit) sogar Wasser aus tieferen Hautschichten nach oben ziehen und so Austrocknung begünstigen: besonders bei reiner Glycerin-Anwendung in geringer Konzentration.
Auch bekannt als
- Humektant
- Feuchthaltemittel
- Wasseranziehende Substanz