Deinfluencing
Soziale Gegenbewegung zum klassischen Influencer-Marketing, die zum bewussten Konsumverzicht aufruft und Fehlkäufe öffentlich thematisiert
Deinfluencing ist eine Gegenbewegung zum klassischen Influencer-Marketing, die ab 2023 auf TikTok entstand. Statt Produkte zu bewerben, teilen sogenannte Deinfluencer ihre Fehlkäufe, demontieren überteuerte Hype-Produkte und fordern ihre Follower aktiv dazu auf, weniger zu kaufen. Unter dem Hashtag #deinfluencing werden negative Produkterfahrungen geteilt, irreführende Werbeversprechen aufgedeckt und günstige oder gar keine Alternativen empfohlen.
Die Bewegung entstand als Reaktion auf eine Vertrauenskrise im Influencer-Marketing: ausgelöst durch Skandale wie das sogenannte Mascara-Gate, bei dem eine bekannte Beauty-Influencerin falsche Wimperntusche bewarb. Seither entwickelte sich mit 'Underconsumption Core' eine verwandte Strömung, die noch weiter geht: Hier werden Dinge gezeigt, die jahrelang genutzt werden, ohne ersetzt zu werden: als bewusste Absage an die Wegwerfkultur. Eine der bekanntesten Protagonistinnen ist die Deutsche Maya Feldman, die 2024 auf TikTok viral ging, weil sie noch den Föhn aus ihrer Kindheit benutzt.
Für nachhaltige Marken bietet Deinfluencing eine Chance: Wer transparent kommuniziert, auf langlebige Produkte setzt und keine unrealistischen Versprechen macht, gewinnt gerade in diesem Umfeld Vertrauen. Gleichzeitig bleibt die Bewegung ambivalent: oft werden lediglich teure Produkte durch günstigere ersetzt, ohne den Gesamtkonsum zu reduzieren. Echter Wandel entsteht erst, wenn Deinfluencing mit Prinzipien wie Slow Fashion, Suffizienz und Kreislaufwirtschaft verknüpft wird.
Auch bekannt als
- De-Influencing
- Anti-Influencing
- Underconsumption
- bewusster Konsumverzicht