Ceramide

Ceramide sind Lipide (Fette), die natürlicherweise in der äußersten Hautschicht (Stratum corneum) vorkommen und als Zement zwischen den Hautzellen die Hautbarriere bilden. In der Kosmetik werden sie eingesetzt, um eine geschädigte Hautbarriere zu stärken und Feuchtigkeitsverlust zu reduzieren.

Ceramide machen etwa 50 % der Lipide im Stratum corneum aus: dem äußersten Schutzmantel der Haut. Zusammen mit Cholesterol und freien Fettsäuren bilden sie eine lamelläre Lipidmatrix, die als Barriere gegen Wasserverlust (TEWL: Transepidermal Water Loss) und Eindringen von Schadstoffen, Allergenen und Mikroorganismen schützt. Bei trockener, empfindlicher oder durch Erkrankungen wie Neurodermitis (atopische Dermatitis) betroffener Haut ist der Ceramidgehalt deutlich reduziert.

In der Kosmetik werden synthetisch hergestellte oder pflanzenbasierte Ceramide (z.B. aus Weizenkeim, Reis oder Sonnenblume) eingesetzt. Es gibt verschiedene Ceramid-Typen (Ceramid 1, 2, 3, 6-II etc.), die sich in ihrer Struktur und Wirkweise leicht unterscheiden. Für eine optimale Wirkung sollten Ceramide gemeinsam mit Cholesterol und Fettsäuren in einer Formel vorliegen, da erst diese Kombination die natürliche Lipidmatrix imitiert. Der INCI-Name lautet je nach Typ z.B. Ceramide NP, Ceramide AP oder Ceramide EOP.

Ceramid-haltige Produkte eignen sich besonders für trockene, empfindliche, ältere oder durch äußere Einflüsse (Kälte, übermäßiges Reinigen, Retinol-Anwendung) belastete Haut. Im Skin Cycling Konzept folgen Ceramid-reiche Feuchtigkeitscremes auf die Exfoliations- und Retinol-Nächte, um die Hautbarriere zu regenerieren. Da Ceramide hauteigene Substanzen sind, werden sie in der Regel sehr gut vertragen. In der Naturkosmetik kommen pflanzliche Ceramidquellen wie Phytosphingosin und Ceramid-ähnliche Substanzen aus Pflanzenölen zum Einsatz.

Auch bekannt als

  • Ceramides
  • Hautlipide
  • Ceramid
  • Sphingolipide

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