Biodiversität
Biodiversität bezeichnet die biologische Vielfalt auf der Erde und umfasst drei Dimensionen: die Vielfalt der Ökosysteme, die Artenvielfalt aller Lebewesen sowie die genetische Vielfalt innerhalb der einzelnen Arten.
Biodiversität: kurz für biologische Vielfalt: ist laut UN-Biodiversitätskonvention (CBD) der Sammelbegriff für drei miteinander verbundene Ebenen: die Vielfalt der Ökosysteme (Wälder, Moore, Korallenriffe), die Artenvielfalt aller Tiere, Pflanzen, Pilze und Mikroorganismen sowie die genetische Vielfalt innerhalb jeder Art. Diese drei Dimensionen sind untrennbar: Ein artenreiches Ökosystem ist widerstandsfähiger gegenüber Klimawandel und Krankheiten, während genetische Vielfalt die Anpassungsfähigkeit einzelner Populationen sichert.
Für die Mode- und Kosmetikbranche ist Biodiversität auf mehreren Ebenen relevant. Der Anbau von Baumwolle, Palmöl, Sheabutter oder anderen pflanzlichen Rohstoffen beansprucht riesige Landflächen und kann natürliche Lebensräume zerstören. Nachhaltig bewirtschaftete Plantagen und zertifizierter Rohstoffanbau: etwa nach RSPO-Standard für Palmöl oder durch Demeter-Betriebe: sollen die biologische Vielfalt in der Landwirtschaft schützen. Über 60 Prozent der in Deutschland untersuchten Lebensraumtypen befinden sich laut Umweltbundesamt in einem schlechten oder unzureichenden Erhaltungszustand.
Die Auswirkungen von Mode und Kosmetik auf die Biodiversität sind komplex. Synthetische Farbstoffe und Chemikalien aus der Textilproduktion vergiften Gewässer und schädigen aquatische Ökosysteme. Mikroplastik aus synthetischen Textilien reichert sich in Nahrungsketten an. Umgekehrt können naturnahe Anbaumethoden, Agroforst und Wildsammlungen (etwa für Arganöl oder Sheabutter in fairem Handel) aktiv zur Artenerhaltung beitragen. Zertifikate wie EMAS, der EU-Ecolabel oder der FSC-Standard berücksichtigen Biodiversitätsschutz in ihren Anforderungen.
Auch bekannt als
- biologische Vielfalt
- Artenvielfalt
- Biodiversity
- Naturvielfalt