aw-Wert (Wasseraktivität)

Der aw-Wert misst das frei verfügbare Wasser in einem Produkt auf einer Skala von 0 bis 1 und bestimmt, ob Mikroorganismen wachsen können.

Der aw-Wert (englisch: water activity, Wasseraktivität) beschreibt, wie viel Wasser in einem Produkt tatsächlich frei und für chemische oder biologische Prozesse verfügbar ist: im Unterschied zum gesamten Wassergehalt, der auch gebundenes Wasser einschließt. Die Skala reicht von 0 (absolut trocken) bis 1 (reines Wasser). Entscheidend ist: Nicht das vorhandene Wasser an sich, sondern das frei verfügbare Wasser bestimmt, ob Mikroorganismen in einem Produkt wachsen können.

Für die Kosmetikherstellung ist der aw-Wert ein zentrales Werkzeug der Konservierungsstrategie. Die meisten Bakterien benötigen einen aw-Wert von über 0,91, Hefen und Schimmelpilze überleben noch bei Werten um 0,7 bis 0,8. Produkte mit einem aw-Wert unter 0,75 gelten als mikrobiologisch stabil: sie brauchen in der Regel keine klassischen Konservierungsstoffe. Durch den Einsatz von Polyolen wie Glycerin oder Sorbitol sowie Salzen lässt sich der aw-Wert gezielt absenken.

Anhydrische (wasserfreie) Formulierungen haben einen sehr niedrigen aw-Wert und sind deshalb selbstkonservierend. Das Konzept ist in der Lebensmittelindustrie seit Jahrzehnten etabliert und hält zunehmend Einzug in die Naturkosmetik: Wer den aw-Wert im Griff hat, kann auf synthetische Konservierungsstoffe verzichten und trotzdem stabile, sichere Produkte entwickeln. Die Deutsche Gesellschaft für Wissenschaftliche und Angewandte Kosmetik (DGK) hat 2025 ein detailliertes Fachpapier zur Wasseraktivität in Kosmetikprodukten veröffentlicht.

Auch bekannt als

  • Wasseraktivität
  • water activity
  • Wasseraktivitätswert