Kürbisse, Kostüme, Süßigkeiten. Halloween gehört längst zum Herbst dazu. Aber mit dem Grusel kommt der Müll: Einwegdeko aus Plastik, Plastikkostüme für einen einzigen Abend, einzeln verpackte Bonbons. Am nächsten Morgen füllt alles den Restmüll.
Die gute Nachricht: Ein stimmungsvolles Halloween funktioniert auch anders. Diese 7-Tage-Challenge zeigt dir Schritt für Schritt, wie du das Gruselfest plastikfrei und mit gutem Gewissen gestalten kannst. Ohne auf Atmosphäre, Spaß oder Gruseleffekt zu verzichten.
Viele Alternativen kosten nichts, weil sie aus Garten, Wald oder Kleiderschrank kommen. Sie sind kreativer, persönlicher und machen beim Vorbereiten mindestens so viel Spaß wie das Fest selbst.
Kleine Schritte, große Wirkung
Halloween ist ein überschaubares Projekt: ein Abend im Jahr, eine Handvoll Bereiche. Deko, Kostüm, Essen, Party. Das macht es zum perfekten Einstieg in nachhaltiges Feiern. Es braucht kein monatelanges Umgewöhnen, nur sieben konkrete Tage mit sichtbarem Ergebnis.
Was diese Challenge besonders macht:
- 7 Tage sind machbar, ohne überfordert zu werden
- Am Halloweenabend siehst du direkt, was du geschafft hast
- DIY-Lösungen sind oft origineller als Gekauftes
- Kinder lassen sich spielerisch einbeziehen
- Was du hier lernst, gilt für Karneval, Weihnachten und andere Feste
Der Fokus liegt auf dem, was du gewinnst: kreative Erlebnisse, gemeinsame Zeit und ein Fest, nach dem du selbst nachschauen kannst, wie viel Müll übrig bleibt.
Bevor es losgeht
Was du brauchst:
- Eine Box für gesammelte Naturmaterialien
- Zugang zu einem Wald, Park oder Garten
- Kreativität und Offenheit für Neues
Was du nicht brauchst:
- Neue Einkäufe vor Tag 1
- Basteltalent (versprochen)
- Ein großes Budget
Anfang Oktober ist die perfekte Startzeit: Kürbisse gibt es auf jedem Wochenmarkt, die Bäume verlieren bunte Blätter, Kastanien liegen überall. Die Natur liefert die beste Halloweendeko frei Haus.
Tag 1: Bestandsaufnahme
Bevor du an Neues denkst, schau, was du bereits hast. Du wirst überrascht sein, wie viel Halloweenpotenzial in deinem Haushalt schlummert.
Geh heute diese Bereiche durch:
Wo sich Halloweenschätze verstecken
- Kleiderschrank: Schwarze Kleidung, alte Hemden, Hüte, Tücher. Alles potenzielle Kostümteile.
- Küche: Einmachgläser werden zu Windlichtern. Holzbretter zu Snackplatten. Stoffservietten ersetzen Papier.
- Keller oder Dachboden: Alte Bettlaken für Geisterkostüme, Kerzenreste, Körbe für die Deko.
- Garten oder Balkon: Kürbisse, Ziergewächse, trockene Äste.
- Bastelkiste: Stoffreste, Pappe, Naturschnur, Wasserfarben.
Erstelle zwei Listen
- Was kann ich für Halloween nutzen?
- Was fehlt wirklich, und kann ich es leihen oder gebraucht finden?
Mit diesen zwei Listen gehst du erst los, wenn du weißt, was wirklich fehlt. Alles andere nimmst du aus dem, was schon da ist.
Tag 2: Deko aus der Natur
Heute geht es raus. Sammle Naturmaterialien und bastele daraus die erste Deko. Alles kostenlos, alles kompostierbar.
Sammelliste
- Bunte Herbstblätter in verschiedenen Größen
- Kastanien und Eicheln
- Interessante Äste und Zweige
- Moos in kleinen Mengen
- Tannenzapfen
- Hagebutten oder Beeren
Drei einfache Deko-Ideen
- Gruselgirlande: Bunte Blätter auf Naturschnur fädeln, dazwischen Papiergeister aus altem Zeitungspapier hängen.
- Kastanienspinnen: Eine Kastanie plus acht dünne Zweige ergibt eine Spinne. Augen mit Edding aufmalen. Auch Kinder schaffen das sofort.
- Kürbiswindlichter: Kleine Zierkürbisse aushöhlen, Teelicht hineinstellen. Die Kerne rösten und als Snack servieren.
Ein schöner Ast mit etwas Moos und ein paar Kerzen drumherum wirkt atmosphärischer als jede Plastikdeko. Weniger wirkt oft stärker.

Tag 3: Kostüm ohne Neukauf
Heute planst du dein Kostüm. Ohne Plastikverkleidung aus dem Discounter, dafür mit Ideen, die nichts oder fast nichts kosten.
Kleiderschrank-Klassiker
- Komplett schwarz: Katze. Ohren aus Pappe, Schwanz aus einem alten Gürtel.
- Weißes Hemd plus rote Farbe: Zombie. Funktioniert seit Jahrzehnten.
- Alte Kleidung zerschneiden: Mumie, Vogelscheuche oder Geist.
- Abendkleid aus dem Sozialkaufhaus: Vampir-Look für wenig Geld.
Secondhand und Tausch
- Auf Secondhand-Plattformen, in Sozialkaufhäusern oder auf Flohmärkten finden sich oft ganze Kostüme für wenig Geld.
- Frag im Freundeskreis nach: Wer hat Kostüme von letztem Jahr, Karneval oder Mottopartys übrig?
- Für Kinder besonders sinnvoll: Sie wachsen schnell und Kostüme passen nur einmal. Viele Eltern geben sie gerne weiter.
Schminke statt Maske
Ein gut geschminktes Gesicht wirkt eindrucksvoller als eine Plastikmaske und produziert keinen Müll.
Der kreativste Halloweenlook entsteht im Kopf und meistens im Kleiderschrank.

Tag 4: Süßigkeiten ohne Plastik
Heute ersetzt du einzeln verpackte Süßigkeiten durch Naschereien ohne Plastikhülle. Verpackungen sind ohnehin ein großer Posten: In Deutschland fielen 2023 laut Umweltbundesamt 17,9 Millionen Tonnen Verpackungsabfälle an, knapp die Hälfte davon im privaten Endverbrauch. Wie viel davon auf Halloween entfällt, weist die Statistik nicht aus.
Unverpackt einkaufen
- Unverpacktläden führen oft lose Gummibärchen, Schokolade am Stück und Kekse ohne Einzelverpackung.
- Auf Wochenmärkten gibt es Süßwarenstände mit loser Ware.
- Manche Bioläden bieten ebenfalls unverpackte Süßigkeiten an.
Selbst machen
- Popcorn in Papiertüten: In fünf Minuten fertig.
- Muffins oder Cake-Pops mit Gruselgesichtern: Einfach zu backen, beeindruckend für Kinder.
- Schokofruchtspiesse: Obst aufspießen und in geschmolzene Schokolade tauchen.
- Geröstete Kürbiskerne: Resteverwertung vom Dekorieren, leicht gesalzen oder mit Zimt.
Gruselsnacks ohne Plastik
- Bananengeister: Banane halbieren, Schokoaugen aufmalen.
- Mandarinenkürbisse: Orange Frucht plus grüner Selleriestiel.
- Apfelgebiss: Apfelspalten, Erdnussbutter, Mandelzähne.
- Geistertoast: Brot ausstechen, Frischkäse, Olivenaugen.
Kinder lieben Essen, das gruselig aussieht. Lass sie beim Dekorieren der Snacks mithelfen.

Tag 5: Partyplanung ohne Einweg
Heute planst du die Party so, dass hinterher nicht der Müllsack platzt.
Geschirr und Besteck
- Normales Geschirr verwenden, auch bei Kinderpartys
- Falls nicht genug da ist: Nachbarn fragen oder leihen
- Letzte Option: Palmblattgeschirr oder Holzbesteck. Einwegteller und Einwegbesteck aus Kunststoff sind in der EU seit Juli 2021 ohnehin verboten.
Dekoration
- Deine Naturdeko von Tag 2 aufstellen
- Teelichter in Einmachgläsern oder in den Kürbiswindlichtern von Tag 2
- Stofftischdecke oder blanker Holztisch, der rustikal wirkt
- Unsere Empfehlung: Luftballons weglassen. Verboten sind sie nicht. Die EU-Einwegkunststoffrichtlinie 2019/904 führt sie aber als Einwegkunststoffartikel, ihre Hersteller müssen Reinigungsaktionen und Aufklärung über achtlos weggeworfenen Müll mitbezahlen, und Plastikstäbe zum Halten der Ballons sind seit Juli 2021 verboten.
Getränke
- Große Mehrwegflaschen statt Dosen
- Selbstgemachte Limonade in Glaskaraffen
- Für Kinder: Apfelschorle aus Großgebinden
- Wasser in Glasflaschen statt Plastik
Mitgebsel
- Selbstgebackene Kekse in Papiertüten
- Stoffbeutel statt Plastiktüten zum Süßigkeitensammeln
- Oder: gar keine Mitgebsel. Der Abend selbst ist das Geschenk.
Tag 6: Kinder einbeziehen
Heute wird die Challenge zum Familienprojekt. Kinder sind natürliche Bastler und Sammler. Selbstgemachtes Halloween ist für sie spannender als fertige Deko. Sie haben etwas geschaffen.
Aufgaben nach Alter verteilen:
Kleine Kinder (3 bis 6 Jahre)
- Blätter sammeln und nach Farben sortieren
- Kastanienspinnen basteln
- Kürbiskerne waschen und trocknen
- Geister aus Taschentüchern formen
Schulkinder (6 bis 10 Jahre)
- Kostüm mitplanen und gestalten
- Beim Kürbisaushöhlen helfen
- Einladungen malen oder stempeln
- Gruselsnacks dekorieren
Ältere Kinder (ab 10 Jahre)
- Eigenes Kostüm komplett selbst designen
- Rezepte für Gruselsnacks ausprobieren
- Freunde zur Zero Waste Challenge einladen
Falls du ohne Kinder feierst: Der Tag eignet sich genauso, um Nachbarn oder Freunde einzubeziehen. Gemeinsam basteln macht mehr Spaß als allein.
Tag 7: Feiern und reflektieren
Alles ist vorbereitet. Die selbstgemachte Deko hängt, das Kostüm sitzt, die Snacks sind bereit. Heute wird gefeiert.
Genieß den Unterschied:
- Die Komplimente für dein kreatives Kostüm
- Das Staunen über die Naturdeko
- Das Gefühl, nichts Sinnloses gekauft zu haben
- Den Blick in den Mülleimer am Morgen danach
Nach dem Fest
Nimm dir zehn Minuten für diese Fragen:
- Was hat besonders gut funktioniert?
- Was würde ich nächstes Jahr anders machen?
- Wie viel Müll ist tatsächlich angefallen?
- Welche Ideen kann ich auf andere Feste übertragen?
Aufbewahren und weitergeben
- Haltbare Deko wie Girlanden und Windlichter für nächstes Jahr einlagern
- Kostüm reinigen und aufbewahren oder an andere Familien weitergeben
- Naturmaterialien kompostieren
So bleibst du dran
Die 80/20-Regel
Du musst nicht perfekt sein. 80 Prozent plastikfrei ist besser als null Prozent. Wenn die Kinder unbedingt einen bestimmten Artikel wollen, ist das in Ordnung.
Früh genug anfangen
Starte die Challenge mindestens eine Woche vor Halloween. Wer alles auf den letzten Drücker macht, greift unter Zeitdruck doch zur Plastiklösung.
Gemeinschaft suchen
Tauschaktionen im Freundeskreis organisieren, Nachbarn einbeziehen, in Onlinecommunities nach Inspiration suchen. Gemeinsam ist nachhaltiges Feiern einfacher und motivierender.
Dokumentieren
Mach Fotos von deinen Kreationen. Nächstes Jahr weißt du sofort, was funktioniert hat. Die Fotos motivieren außerdem andere, es auch zu versuchen.
Wie geht es weiter?
Ein Halloween mit weniger Plastik, mehr Kreativität und wahrscheinlich mehr Spaß. Was du gelernt hast, lässt sich auf jedes Fest übertragen:
- Bestandsaufnahme zuerst: Erst schauen, was da ist, bevor du einkaufst
- DIY statt Kauf: Selbstgemachtes ist persönlicher und nachhaltiger
- Natur nutzen: Kostenlose Deko wächst vor der Tür
- Leihen und Tauschen: Für Einmalevents kauft man nicht neu
- Essbare Deko: Snacks, die gleichzeitig dekorieren
Nächste Feste im Blick:
- November: Laternenumzug mit DIY-Laterne aus dem Einmachglas
- Dezember: Adventszeit und Weihnachten bieten das größte Potenzial
- Februar: Karneval und Fasching mit Kostümtausch
- März oder April: Ostern mit Naturmaterialien statt Plastikgras
Teile deine Erfahrungen und inspiriere andere. Was bei Halloween funktioniert, funktioniert das ganze Jahr.
Häufige Fragen
Gibt es Einweggeschirr aus Plastik für die Party überhaupt noch?
Sind Luftballons inzwischen verboten?
Wie viel Verpackungsmüll fällt in Deutschland an?
Dein plastikfreies Halloween beginnt jetzt
Halloween ohne Plastik ist nicht Verzicht. Es ist ein Gewinn: mehr Kreativität, mehr gemeinsame Zeit und mehr Stolz auf Selbstgemachtes.
Die 7-Tage-Challenge zeigt, wie nachhaltiges Feiern mit dem gelingt, was schon da ist: Die Natur liefert die Deko, der Kleiderschrank birgt Kostümschätze, und die Snacks machst du selbst.
Starte heute mit Tag 1. Du wirst überrascht sein, wie viel Halloweenpotenzial bereits in deinem Zuhause steckt.
Quellen und Referenzen
- NABU - EU-Einwegplastikverbot Original (externe Seite)
- Europäische Kommission - Single-use plastics Original (externe Seite)
- Richtlinie (EU) 2019/904 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 5. Juni 2019 über die Verringerung der Auswirkungen bestimmter Kunststoffprodukte auf die Umwelt Original (externe Seite)