Das Badezimmer ist die versteckte Plastikfalle in fast jedem Haushalt. Shampooflaschen, Duschgel-Tuben, Einwegrasierer, Wattepads, Zahnbürsten: Allein in Deutschland fallen laut NABU rund 6 Millionen Tonnen Plastikmüll pro Jahr an, ein erheblicher Teil davon aus Körperpflege und Kosmetik. Pro Kopf sind das 39 Kilogramm Kunststoffverpackungen jährlich.
Dabei gibt es längst Alternativen. Feste Shampoos, Bambuszahnbürsten, waschbare Abschminkpads: Die plastikfreien Varianten sind nicht nur umweltfreundlicher, sondern oft auch hautverträglicher und langlebiger. Hinzu kommt, dass die EU mit der Verordnung 2023/2055 Mikroplastik in Kosmetik schrittweise verbietet. Ab Oktober 2027 dürfen abspülbare Produkte wie Shampoos und Duschgele kein zugesetztes Mikroplastik mehr enthalten. Der Umstieg ist also nicht nur sinnvoll, sondern wird bald ohnehin nötig.
Das Problem: Wo anfangen? Welche Produkte taugen wirklich? Muss ich mein halbes Badezimmer auf einmal austauschen? Genau hier setzt diese Challenge an. In 30 Tagen verwandelst du dein Badezimmer Schritt für Schritt in eine plastikfreie Zone. Jede Woche hat einen klaren Fokus: Woche 1 startet mit der Bestandsaufnahme und ersten einfachen Swaps, Woche 2 widmet sich der Körperpflege, Woche 3 der Gesichtspflege und Woche 4 den Spezialthemen wie Periodenprodukte und Rasur.
Du musst nicht alles sofort wegwerfen. Die Challenge zeigt dir, wie du bestehende Produkte aufbrauchst und dann durch nachhaltige Alternativen ersetzt. Mit Marken, die im DACH-Raum verfügbar sind, und konkreten Tagesaufgaben, die dich nicht überfordern. Am Ende dieser 30 Tage hast du 80 bis 90 Prozent deines Badezimmer-Plastiks ersetzt und eine Routine entwickelt, die langfristig funktioniert.
Struktur statt Überforderung
Was unterscheidet diese Challenge von anderen Zero Waste Guides? Die Struktur. Statt dich mit hundert Tipps gleichzeitig zu bombardieren, arbeiten wir wochenweise durch dein Badezimmer. Jede Woche hat ein klares Thema, jeden Tag eine konkrete Aufgabe. Das verhindert Überforderung und sorgt für messbare Fortschritte.
Woche 1 beginnt mit der Bestandsaufnahme. Du machst eine Plastik-Inventur, identifizierst die größten Müllverursacher und startest mit einfachen Swaps wie Bambuszahnbürste und fester Seife. Gleichzeitig beginnst du mit dem Müll-Tracking, einer simplen Methode, um deinen Fortschritt sichtbar zu machen.
Woche 2 fokussiert sich auf Körperpflege. Feste Shampoos, feste Conditioner, Duschseife statt Duschgel, feste Deos: Hier ersetzt du die größten Plastikverursacher im Bad. Viele Menschen sind skeptisch gegenüber festen Produkten, aber nach einer Woche Testphase merkst du, dass die Qualität Flüssigprodukten in nichts nachsteht.
Woche 3 dreht sich um Gesichtspflege. Hier geht es nicht nur um Verpackung, sondern auch um Inhaltsstoffe. Die EU verbietet zugesetztes Mikroplastik in Kosmetik schrittweise bis 2035. In abspülbaren Produkten wie Peelings und Duschgelen ist es ab Oktober 2027 nicht mehr erlaubt, in Cremes und Haargel ab Oktober 2029. Mit dieser Challenge bist du der Regulierung einen Schritt voraus.
Woche 4 widmet sich Spezialthemen: Periodenprodukte, plastikfreie Rasur, Aufbewahrung und Organisation. Am Ende dieser Woche hast du ein komplett umgestelltes Badezimmer und weißt genau, wo du nachhaltige Produkte nachkaufen kannst.
Der Schlüssel zum Erfolg: Du musst nicht perfekt sein. Wenn du an einem Tag keine Zeit hast, schiebst du die Aufgabe einfach einen Tag weiter. Wenn ein Produkt nicht funktioniert, probierst du eine Alternative. Diese Challenge passt sich deinem Leben an, nicht umgekehrt.
Messbare Fortschritte motivieren. Deshalb trackst du ab Tag 1 deinen Plastikmüll. Ein einfaches Notizbuch oder eine App reicht. Hauptsache, du siehst schwarz auf weiß, wie dein Müllberg schrumpft. Nach 30 Tagen wirst du überrascht sein, wie viel Plastik du tatsächlich eingespart hast.

Was du für die Challenge brauchst
Bevor du startest, ein paar organisatorische Dinge. Du brauchst kein großes Budget. Viele Swaps sind langfristig sogar günstiger als konventionelle Produkte. Aber eine gewisse Anfangsinvestition ist nötig.
Budget: Rechne mit etwa 80 bis 120 Euro für den kompletten Umstieg. Das klingt viel, aber die meisten Produkte halten 3 bis 6 Monate. Ein festes Shampoo kostet etwa 6 bis 9 Euro und ersetzt 2 bis 3 Plastikflaschen. Eine Bambuszahnbürste kostet 3 bis 5 Euro und ist kompostierbar. Die Investition amortisiert sich.
Was du brauchst
- Notizbuch oder App für Müll-Tracking
- Aufbewahrung: Seifen brauchen Abtropfschalen, feste Shampoos eine trockene Dose
- Erste Einkäufe: Bambuszahnbürste, feste Seife, waschbare Abschminkpads
- Geduld: Manche Produkte brauchen eine Eingewöhnungszeit
Mindset: Zero Waste ist kein Alles-oder-Nichts-Prinzip. Wenn du nur 70 Prozent deines Badezimmer-Plastiks reduzierst, ist das ein riesiger Erfolg. Sei nicht zu streng mit dir selbst.
Nutze regionale Vorteile: In Österreich gibt es den Reparaturbonus, auch für hochwertige Rasierhobel. In der Schweiz bieten Coop und Migros Refill-Stationen für Waschmittel und Seifen. In Deutschland findest du in vielen Unverpackt-Läden feste Kosmetik zum Ausprobieren.
Jetzt kann es losgehen.
Tag 1 bis 7: Die Basis legen
Tag 1: Plastik-Inventur
Bevor du irgendetwas austauschst, mach eine Bestandsaufnahme. Öffne deinen Badezimmerschrank und zähle alle Plastikprodukte. Shampooflaschen, Duschgel-Tuben, Cremetiegel, Zahnpastatuben, Einwegrasierer, Wattestäbchen, Zahnbürsten. Schreib alles auf.
Das ist oft ein Schockmoment. Ein durchschnittliches Badezimmer enthält 30 bis 50 Plastikprodukte. Aber genau dieser Moment ist wichtig: Du siehst, wo du stehst. Mach ein Foto, denn in 30 Tagen wirst du den Vergleich brauchen.
Tag 2: Bambuszahnbürste
Der einfachste Swap überhaupt. Deine Plastikzahnbürste wird durch eine Bambuszahnbürste ersetzt. Marken wie Hydrophil oder Pandoo bieten kompostierbare Varianten für 3 bis 5 Euro. Der Bambusgriff ist biologisch abbaubar, nur die Borsten müssen vor der Kompostierung entfernt werden.
Hydrophil produziert wasserneutral in Hamburg und bietet auch Kinderzahnbürsten. Pandoo hat ein breites Sortiment an Bambus-Basics. Beide sind in Unverpackt-Läden und online verfügbar.
Wichtig: Brauch deine alte Zahnbürste auf, bevor du wechselst. Zero Waste heißt nicht, funktionierende Produkte wegzuwerfen.
Tag 3: Feste Seife statt Flüssigseife
Feste Seifen gibt es seit Jahrhunderten, und sie funktionieren genauso gut wie Flüssigseife aus dem Plastikspender. Klar Seifen aus Heidelberg produziert seit 1840 traditionelle Naturseifen. Die Sensitive Seife ist parfümfrei und für empfindliche Haut geeignet, kostet etwa 2 Euro und hält 4 bis 6 Wochen.
Savion bietet Olivenöl-Seifen, mild, pflegend und ebenfalls ohne Plastik verpackt. Beide Marken findest du in Bioläden und Reformhäusern im gesamten DACH-Raum.
Tipp: Verwende eine Seifenschale mit Abtropffunktion, sonst weicht die Seife auf und hält weniger lang.
Tag 4: Wiederverwendbare Abschminkpads
Wattepads sind Einwegprodukte par excellence. Ein Set waschbare Abschminkpads von Pandoo kostet etwa 8 bis 10 Euro und ersetzt hunderte Wegwerf-Pads. Die Pads bestehen aus Bambusviskose, sind waschmaschinenfest und halten Jahre.
Einfach abends zum Abschminken nutzen, danach in den Wäschebeutel, bei 60 Grad mitwaschen. Nach 2 Jahren kannst du sie kompostieren.
Alternative: Waschbare Baumwollpads. Gibt es auch bei DM und Rossmann, oft als Eigenmarke für 5 bis 7 Euro.
Tag 5: Zahnpasta auf Mikroplastik prüfen
Viele Zahnpastatuben enthalten nicht nur Plastikverpackung, sondern auch Mikroplastik in der Paste selbst. Lade die BUND ToxFox App herunter und scanne deine Zahnpasta. Inhaltsstoffe wie Polyethylen, Polypropylen oder Nylon sind Mikroplastik.
Notiere dir Alternativen: Zahnputztabletten, feste Zahnpasta oder Zahnpasta im Glas. Nächste Woche kaufst du dann eine plastikfreie Variante.
Tag 6: Müll-Tracking starten
Ab heute trackst du deinen Badezimmer-Müll. Jede Plastikverpackung, die du wegwirfst, kommt in eine separate Tüte oder wird notiert. Am Ende der Woche wiegst du den Müll oder zählst die Teile.
Das ist keine Strafe, sondern eine Messmethode. In Woche 4 wirst du sehen, wie viel weniger Müll du produzierst.
Tag 7: Reflexion Woche 1
Was hast du gelernt? Welche Swaps waren einfach? Wo gibt es Hürden? Schreib deine Gedanken auf. Diese Reflexion hilft dir, die nächsten Wochen zu planen.
Du hast jetzt 4 Plastikprodukte ersetzt: Zahnbürste, Flüssigseife, Wattepads und bald die Zahnpasta. Ein guter Start.
Tag 8 bis 14: Feste Kosmetik entdecken
Tag 8: Festes Shampoo testen
Feste Shampoos sind der größte Hebel in der plastikfreien Körperpflege. Ein Stück ersetzt 2 bis 3 Plastikflaschen, ist ergiebig und leicht zu transportieren. Foamie bietet feste Shampoos für verschiedene Haartypen, von trockenem bis fettigem Haar.
Die Anwendung braucht Übung. Entweder reibst du das Shampoo direkt auf dem nassen Haar oder schäumst es zwischen den Händen auf. Die ersten 2 bis 3 Wäschen können sich ungewohnt anfühlen. Deine Haare müssen sich erst an die silikonfreie Formel gewöhnen. Nach einer Woche merkst du den Unterschied nicht mehr.
Feste Shampoos von Foamie kosten etwa 6 bis 8 Euro, sind vegan und ohne Silikone. Erhältlich bei DM, Rossmann und online.
Tag 9: Fester Conditioner
Auch Conditioner gibt es fest. Foamie bietet passende Conditioner-Bars zu den Shampoos. Wichtig: Lass den Conditioner 1 bis 2 Minuten einwirken, bevor du ihn ausspülst.
Manche Menschen brauchen keinen Conditioner mehr, wenn sie auf festes Shampoo umsteigen. Die Haare sind von Natur aus geschmeidiger ohne Silikone. Probier es aus.
Tag 10: Duschseife statt Duschgel
Duschgel-Tuben gehören zu den größten Verursachern von Plastikmüll im Bad. Feste Duschseifen gibt es in unzähligen Varianten. Ben & Anna bietet milde Duschseifen, parfümfrei und für empfindliche Haut geeignet.
Eine feste Duschseife hält etwa 6 bis 8 Wochen, kostet 4 bis 6 Euro und kommt ohne Plastik aus. Erhältlich in Bioläden und Unverpackt-Läden.
Tag 11: Feste Deos entdecken
Deo-Sprays und Roll-ons in Plastikverpackung haben ausgedient. Ben & Anna ist spezialisiert auf feste Deos. Die Deo-Sticks Indian Mandarine und Persian Lime kosten etwa 8 bis 10 Euro, sind vegan, ohne Aluminiumsalze und in Papier verpackt.
Die Anwendung ist einfach: Nach dem Duschen das Deo kurz anfeuchten und unter den Achseln auftragen. Manche Menschen brauchen eine Eingewöhnungszeit von 1 bis 2 Wochen, wenn sie von Aluminium-Deos umsteigen.
Alternative: Deo-Cremes im Glas. Auch plastikfrei, aber weniger praktisch für unterwegs.
Tag 12: Weitere Swaps planen
Heute machst du eine Liste: Welche Körperpflegeprodukte nutzt du noch? Bodylotion, Handcreme, Rasierschaum? Für fast alles gibt es plastikfreie Alternativen.
Bodylotion: Feste Bodybutter oder Öle im Glas. Handcreme: Feste Handcreme oder Sheabutter. Rasierschaum: Rasierseife.
Notiere, was du als nächstes ersetzen willst.
Tag 13: Aufbewahrung optimieren
Feste Kosmetik braucht die richtige Aufbewahrung. Seifen und Shampoos müssen nach dem Gebrauch trocknen können, sonst werden sie matschig.
Besorg dir Seifenschalen mit Abtropffunktion oder Seifensäckchen aus Sisal. Die Säckchen kannst du auch zum Aufschäumen nutzen.
Für unterwegs: Edelstahl-Seifendosen. Wasserdicht und langlebig.
Tag 14: Reflexion Woche 2
Du hast diese Woche 4 weitere Produkte ersetzt: Shampoo, Conditioner, Duschgel, Deo. Wie fühlen sich die festen Varianten an? Brauchst du noch Anpassungen?
Viele Menschen berichten, dass ihre Haut und Haare nach 2 Wochen besser sind als vorher. Ohne Silikone, ohne synthetische Duftstoffe, ohne aggressive Tenside. Gib deinem Körper Zeit zur Umstellung.

Tag 15 bis 21: Minimalistische Hautpflege
Tag 15: Reinigung ohne Mikroplastik
Viele Gesichtsreiniger enthalten Mikroplastik als Peeling-Partikel oder synthetische Polymere als Filmbildner. Scann deine Produkte mit der BUND ToxFox App und sortiere alles mit Polyethylen, Polypropylen oder Acrylaten aus. Die EU hat mit der Verordnung 2023/2055 einen verbindlichen Fahrplan aufgestellt: Ab Oktober 2027 ist zugesetztes Mikroplastik in abspülbarer Kosmetik verboten, ab Oktober 2029 auch in Cremes und Haargel.
Alternativen: Feste Gesichtsreiniger oder Reinigungsöle im Glas. Auch Klar Seifen hat eine Sensitive-Gesichtsseife, mild genug für empfindliche Haut.
Tag 16: Gesichtsöle statt Cremes
Cremes in Plastiktiegeln kannst du durch Gesichtsöle im Glas ersetzen. Ein gutes Gesichtsöl braucht nur 3 bis 4 Tropfen pro Anwendung, zieht schnell ein und pflegt intensiv.
Achte auf Bio-Qualität und hochwertige Öle: Jojobaöl, Arganöl, Wildrosenöl. Erhältlich in Bioläden und Reformhäusern.
Tag 17: Minimalistische Routine testen
Viele Menschen nutzen 5 bis 10 Gesichtspflegeprodukte. Dabei reichen oft 3: Reinigung, Gesichtsöl, Sonnenschutz.
Probiere eine Woche lang eine minimalistische Routine. Weniger Produkte bedeuten weniger Verpackung, weniger Kosten und oft sogar bessere Haut.
Tag 18: Feste Gesichtsreiniger
Feste Gesichtsreiniger sind die plastikfreie Alternative zu Reinigungsgels. Sie schäumen auf wie Seife, sind aber milder formuliert.
Foamie bietet auch feste Gesichtsreiniger für verschiedene Hauttypen. Etwa 5 bis 7 Euro, hält 2 bis 3 Monate.
Tag 19: Sonnenschutz prüfen
Sonnenschutz ist wichtig, aber viele Sonnencremes enthalten synthetische Polymere oder bedenkliche UV-Filter. Such nach Naturkosmetik-Sonnenschutz mit mineralischen Filtern.
Plastikfreie Varianten gibt es noch selten. Hier darfst du Kompromisse machen. Hauptsache, der Inhalt ist unbedenklich.
Tag 20: Peeling ohne Mikroplastik
Synthetische Peeling-Partikel aus Polyethylen sind seit 2023 in der EU verboten. Aber viele Produkte setzen weiterhin auf andere synthetische Polymere. Natürliche Alternativen: Peelings mit Zucker, Salz oder gemahlenen Nussschalen. Oder selbst mischen: Kaffeesatz mit Olivenöl.
Einfach, plastikfrei und effektiv.
Tag 21: Reflexion Woche 3
Deine Gesichtspflege ist jetzt plastikfrei oder zumindest auf dem Weg dahin. Wie fühlt sich deine Haut an? Brauchst du wirklich alle Produkte, die du früher genutzt hast?
Viele Menschen entdecken in dieser Woche, dass weniger mehr ist.
Tag 22 bis 30: Die letzten Baustellen
Tag 22: Periodenprodukte umstellen
Einweg-Binden und Tampons produzieren Unmengen Müll. Alternativen: Periodenunterwäsche, Menstruationstassen, waschbare Binden.
Einhorn bietet nachhaltige Periodenprodukte, von Bio-Tampons bis zu Periodenslips. Die Slips sind wiederverwendbar, halten 2 bis 3 Jahre und sparen hunderte Wegwerfprodukte.
Menstruationstassen sind gewöhnungsbedürftig, aber viele Menschen schwören darauf. Eine Tasse kostet etwa 15 bis 25 Euro und hält 5 bis 10 Jahre.
Tag 23: Plastikfreie Rasur
Einwegrasierer sind wahre Müll-Maschinen. Alternativen: Rasierhobel aus Edelstahl oder Rasierseifen statt Rasierschaum.
Jolu aus Leipzig bietet feste Rasierseifen, mild, schäumend und langlebig. Ein Rasierhobel kostet etwa 20 bis 40 Euro, die Klingen sind recyclebar und kosten Cent-Beträge.
In Österreich kannst du den Reparaturbonus nutzen, wenn du einen hochwertigen Rasierhobel kaufst.
Tag 24: Wattestäbchen ersetzen
Plastik-Wattestäbchen sind in der EU seit 2021 verboten. Falls du noch alte Vorräte hast: Alternativen sind Wattestäbchen aus Bambus oder Papier (kompostierbar) oder wiederverwendbare Ohrenreiniger aus Edelstahl.
Hydrophil und Pandoo bieten Bambus-Wattestäbchen.
Tag 25: Zahnseide und Interdentalbürstchen
Konventionelle Zahnseide ist aus Nylon, die Verpackung aus Plastik. Alternativen: Zahnseide aus Mais- oder Bambusfasern im Glasspender.
Interdentalbürstchen: Bambusvarianten von Hydrophil.
Tag 26: Aufbewahrung und Organisation
Dein Badezimmer ist jetzt voller fester Kosmetik, Glastiegel und Bambus-Produkte. Zeit für Organisation.
Besorg dir offene Regale oder Körbe, wo Seifen luftig stehen können. Glastiegel kannst du für selbstgemachte Peelings oder Bodybutter weiternutzen.
Tipp: Beschrifte Gläser, damit du weißt, was drin ist.
Tag 27: Nachkauf-Strategie entwickeln
- Leg dir eine Liste mit Bezugsquellen an:
- Unverpackt-Läden in deiner Nähe
- Online-Shops für feste Kosmetik
- Bioläden und Reformhäuser
- Wochenmärkte für Naturseifen
In der Schweiz: Coop und Migros haben Refill-Stationen. In Deutschland: Viele DMs führen inzwischen feste Kosmetik. In Österreich: Bioläden und Unverpackt-Läden in allen größeren Städten.
Tag 28: Resteverwertung
Du hast noch halbvolle Plastikprodukte? Brauch sie auf oder verschenke sie. Zero Waste heißt nicht, funktionierende Produkte wegzuwerfen.
Alternativ: Spende sie an Obdachlosenheime oder Frauenhäuser.
Tag 29: Langfristige Routinen festlegen
- Welche neuen Gewohnheiten willst du beibehalten?
- Feste Shampoos nachkaufen, bevor sie aufgebraucht sind
- Seifen immer trocknen lassen
- Waschbare Pads nach jedem Gebrauch in den Wäschebeutel
- Müll weiterhin tracken, einmal im Monat
Routinen machen den Unterschied zwischen kurzfristigem Trend und langfristiger Veränderung.
Tag 30: Abschluss
Geschafft. 30 Tage sind vorbei. Mach ein neues Foto von deinem Badezimmer und vergleiche es mit Tag 1. Wie viel Plastik hast du ersetzt?
Zähle deinen Müll aus Woche 1 und Woche 4. Die Reduktion ist messbar.
Schreib auf, was du gelernt hast. Welche Produkte liebst du? Welche waren schwierig? Was willst du als nächstes angehen?
Feier deinen Erfolg. Du hast dein Badezimmer transformiert und einen wichtigen Schritt gemacht.

Wie geht es weiter?
Die Challenge ist vorbei, aber deine Zero Waste Reise geht weiter. Hier sind ein paar Tipps für die Zeit danach.
Nachkaufen: Feste Kosmetik hält lange, aber irgendwann ist sie aufgebraucht. Leg dir eine Einkaufsliste an und kauf nach, bevor die Produkte komplett leer sind. Nichts ist frustrierender, als morgens ohne Shampoo dazustehen.
Neue Produkte testen: Du hast in 30 Tagen die Basics abgedeckt. Jetzt kannst du experimentieren: feste Zahnpasta, feste Handcreme, feste Bodylotion. Das Angebot an fester Kosmetik wächst stetig.
Austausch suchen: Zero Waste macht mehr Spass in Gemeinschaft. Such nach lokalen Zero Waste Gruppen. Tausch dich aus, hol dir Tipps, gib Erfahrungen weiter.
Andere Räume angehen: Badezimmer erledigt. Wie wäre es mit der Küche? Oder dem Kleiderschrank? Zero Waste ist ein Prozess, kein Ziel.
Nicht verzweifeln: Es wird Rückschläge geben. Vielleicht kaufst du aus Versehen doch eine Plastikflasche oder findest ein Produkt, das nicht funktioniert. Das ist okay. Perfektion ist nicht das Ziel.
Wichtig: Du hast in 30 Tagen mehr erreicht als viele Menschen in Jahren. Sei stolz auf dich.
Häufige Fragen zur Challenge
Muss ich wirklich alle Plastikprodukte sofort wegwerfen?
Sind feste Shampoos wirklich genauso gut wie Flüssigshampoos?
Wo kaufe ich plastikfreie Produkte im DACH-Raum?
Ist Zero Waste nicht viel teurer?
Was bedeutet das EU-Mikroplastikverbot für mein Badezimmer?
Quellen und Belege
Diese Quellenliste ist noch keinen einzelnen Aussagen oder Absätzen zugeordnet.
- NABU: Plastikmüll und seine Folgen Stand 2026-05-04
- BUND: Mikroplastik Stand 2026-05-04
- EU-Verordnung 2023/2055 zur Beschränkung von Mikroplastik Stand 2026-05-04
- Statista: Plastikmüll weltweit Stand 2026-05-04
- Umweltbundesamt: Kunststoffabfälle Original (externe Seite) Stand 2026-05-04
Dein Badezimmer, deine Regeln
30 Tage sind vorbei, und du hast dein Badezimmer transformiert. Von der Plastikfalle zur plastikfreien Zone. Strukturierte Schritte, klare Wochenpläne und realistische Erwartungen machen den Unterschied.
Die wichtigste Erkenntnis: Zero Waste ist kein Alles-oder-Nichts-Prinzip. Jedes ersetzte Plastikprodukt ist ein Erfolg. Jede Bambuszahnbürste, jedes feste Shampoo, jedes waschbare Abschminkpad zählt. Du musst nicht perfekt sein.
Jetzt geht es darum, die neuen Routinen beizubehalten. Kauf nach, bevor die Produkte leer sind. Bleib neugierig und probiere neue plastikfreie Alternativen. Du hast in 30 Tagen mehr für die Umwelt getan als viele Menschen in Jahren.