Winterkleidung optimal pflegen und lagern
Was du trägst, was ruht, was eingelagert wird: Ordnung im Winterschrank

Deinen Winterkleiderschrank pflegen, lagern und reparieren

Winterkleiderschrank ordnen, Wolle und Daunen pflegen, Knötchen und kleine Schäden beheben, gegen Motten einlagern. Mit Hinweisen von UBA und Woolmark.

Mit KI erstellt, redaktionell geprüft

Im Winter hat der Wollpullover Dauereinsatz, die Daunenjacke steckt Regen und Schneematsch weg, und an der Lieblingsstrickjacke zeigen sich die ersten Knötchen. Genau dann wird die Wintergarderobe am stärksten beansprucht, und genau dann entscheidet sich, wie viele Winter sie noch mitmacht.

Pflege ist dabei mehr als Werterhalt. Nach Berechnungen der britischen Organisation WRAP senkt eine um neun Monate verlängerte aktive Nutzung den Fußabdruck eines Kleidungsstücks bei CO2, Wasser und Abfall um bis zu 20 Prozent. Die Zahl stammt aus Forschung zum britischen Markt und gilt für Kleidung allgemein; eigens für Winterkleidung hat WRAP sie nicht berechnet.

Wir gehen in vier Schritten durch den Schrank: sortieren, pflegen, reparieren, einlagern. Die Ordnung in drei Zonen ist ein Vorschlag der Redaktion. Die Pflege- und Lagerhinweise stammen vom Umweltbundesamt, der Woolmark Company, Stiftung Warentest, GINETEX und einer Händleranleitung für Daunen; wo ein Branchenverband, ein Händler oder eine Marke spricht, sagen wir es dazu.

Warum Pflege bei Fair Fashion doppelt zählt

Wer für einen fair produzierten Wollpullover mehr ausgegeben hat, will ihn lange tragen. Umso ärgerlicher ist es, wenn er nach einer Saison eingelaufen oder voller Knötchen im Schrank liegt. Ein Stück, das früh ersetzt werden muss, nimmt dem bewussten Kauf einen Teil seines Sinns; das ist unsere Einordnung, keine Messung.

Woran Kleidung tatsächlich scheitert, haben Cooper und Claxton (2022) an ausrangierten Stücken untersucht, gestützt auf Projekte für WRAP und das britische Umweltministerium. Am häufigsten waren Pilling und verblasste Farben der Grund, warum ein Teil unbrauchbar wurde, daneben zerfallendes Gewebe, Formverlust, Verfärbungen und Löcher in den Nähten. Die Anteile der einzelnen Ursachen nennt die Zusammenfassung der Arbeit nicht, und eine Erhebung für Deutschland, Österreich oder die Schweiz ist sie nicht.

Für den Alltag gibt das Umweltbundesamt zwei Grundsätze mit: Kleidung so oft wie nötig, aber so selten wie möglich waschen, weil das auch die Textilien länger hält. Am umweltfreundlichsten sei es, Kleidung aufzutragen und kleinere Defekte zu reparieren. Wie viel länger ein Stück dadurch hält, beziffert das Amt nicht.

Sortieren: Das 3-Zonen-System für deinen Kleiderschrank

Bevor du pflegst, lohnt ein Überblick. Wir schlagen dafür drei Zonen vor. Die Einteilung selbst ist ein Ordnungsvorschlag der Redaktion, keine Empfehlung einer Fachstelle; die Hinweise in den einzelnen Zonen stützen sich dagegen auf Quellen.

Zone 1: Aktiv-Tragen

Hier hängt, was du gerade regelmäßig trägst. Häng es so locker, dass Luft an die Stücke kommt. Das Umweltbundesamt rät zur Vorsorge gegen Kleidermotten, Kleidung in Gebrauch regelmäßig auszuklopfen, zu lüften und in die Sonne zu legen. Für Wolle mit Rauch- oder Essensgeruch empfiehlt der Woolmark-Verband, das Stück eine Stunde flach auszulegen und ihm vor dem nächsten Tragen 24 Stunden Ruhe zu gönnen.

Zone 2: Ruhephase

Hierhin kommt, was du diese Woche nicht trägst, etwa der zweite Mantel oder der Festtagspullover. Für Wolle unterscheidet der Woolmark-Verband nach Machart: Gewebtes wie ein Mantel hängt auf geformten oder gepolsterten Bügeln, Gestricktes liegt locker gefaltet in der Schublade.

Zone 3: Saisonlagerung

Was du bis zum nächsten Herbst nicht brauchst, bekommt einen eigenen Platz in Boxen oder Kleidersäcken. Wähle ihn trocken und nicht zu warm: Kleidermotten entwickeln sich nach Angaben des Umweltbundesamts am besten bei rund 24 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit, dunkel, feucht und schlecht belüftet gelagerte Textilien sind besonders gefährdet. Unsere Folgerung daraus: Ein feuchter Keller ist für Wolle der falsche Ort.

Beim Einsortieren siehst du nebenbei, welche Teile Pflege brauchen: der Pullover mit den Knötchen, die Jacke mit dem lockeren Knopf. Leg sie gleich auf einen eigenen Stapel, um den es im Reparaturteil weiter unten geht.

Pflegen: Waschen und Trocknen nach Material

Den Rahmen gibt bei jedem Stück das Pflegeetikett vor. Die Zahl im Waschbottich nennt nach ISO 3758:2023 die höchste zulässige Temperatur, ein oder zwei Balken darunter verlangen einen milderen beziehungsweise besonders schonenden Waschgang, wie ihn etwa Wolle braucht.

Wolle und Merinowolle

Wolle muss seltener in die Wäsche, als viele denken. Nach Angabe der Woolmark Company bindet sie Körpergeruch beim Tragen und gibt ihn erst in der Wäsche wieder frei. Sie baut ihn also nicht ab, lässt sich aber mehrmals tragen, bevor sie gewaschen werden muss. Ist eine Wäsche nötig, empfiehlt der Verband ein mildes, pH-neutrales Wollwaschmittel.

Nach Angaben des Naturtextilverbands IVN und der Woolmark Company nimmt Wolle bis zu 35 Prozent ihres Gewichts an Feuchtigkeit auf, ohne sich nass anzufühlen. Das sind Angaben der Wollbranche, eine unabhängige Messung liegt uns dazu nicht vor. Unser Rat für den Alltag: Lass einen getragenen Pullover erst auslüften, bevor er zurück in den Schrank kommt.

Ob ein Wollstück überhaupt in die Maschine darf, verrät allein das Etikett. Unbehandelte Wolle läuft beim Waschen stark ein; ist ein Stück maschinenwaschbar, verdankt es das in aller Regel einer Filzfrei-Ausrüstung der Faser, die man ihm nicht ansieht.

Für die Maschine nennt der Woolmark-Verband das Wollprogramm, das üblicherweise mit schonender Mechanik bei 40 Grad arbeitet; von Hand wäschst du das auf links gedrehte Stück in rund 30 Grad warmem Wasser. Stiftung Warentest rät, dafür ein ausgewiesenes Wollwaschmittel zu nehmen, weil die Fasern sonst verfilzen, einlaufen oder reißen können. Das Umweltbundesamt empfiehlt, die Trommel bei Wollwäsche nur zu einem Fünftel der maximalen Füllmenge zu beladen.

Getrocknet wird Wolle liegend, bei Zimmertemperatur und abseits von direkter Sonne und Heizung. Bei der Handwäsche gilt, wie die Kennzeichnungsorganisation GINETEX das Handwäsche-Symbol erklärt: nicht reiben, nicht zerren, nicht auswringen.

Baumwolle, Lyocell und Mischgewebe

Für Baumwolle, Tencel oder Lyocell haben wir keine unabhängige Pflegeempfehlung gefunden, die über das Etikett hinausgeht; hier gilt, was eingenäht ist. Allgemein rät das Umweltbundesamt, auf Weichspüler zu verzichten, starke Flecken vorab mit Fleckenmittel oder Gallseife zu behandeln und Feinwäsche nur zu einem Viertel der Trommel zu beladen. Einen Grund für den Verzicht auf Weichspüler nennt das Amt nicht.

Reichen 30 Grad für die Verschmutzung, sparst du laut Umweltbundesamt gegenüber 40 Grad über 35 Prozent Strom pro Waschgang, weil das Aufheizen des Wassers den größten Teil der Energie verbraucht.

Daunen

Für Daunenjacken stützen wir uns auf eine Pflegeanleitung aus dem Magazin des Outdoor-Händlers Bergzeit vom Februar 2024, keine Laborstudie. Bei gewöhnlicher Nutzung reicht danach eine Wäsche ein- bis zweimal im Jahr. Dann kommt die Jacke allein in die Maschine, bei höchstens 30 Grad im Fein- oder Wollprogramm, mit enzymfreiem Daunenwaschmittel, ohne Weichspüler, mit einem zusätzlichen Spülgang und höchstens 400 bis 600 Umdrehungen beim Schleudern.

Entscheidend ist das Trocknen: Zwei bis drei Tennisbälle im Trockner stellen die Bauschkraft wieder her, das dauert mehrere Stunden. Danach trocknet die Jacke locker ausgebreitet fertig. Steht auf dem Etikett deiner Jacke etwas anderes, gilt das Etikett.

Weniger waschen

Über alle Materialien hinweg gilt die Empfehlung des Umweltbundesamts: so oft wie nötig, so selten wie möglich. Nicht jedes Wäschestück muss nach einmaligem Tragen in die Maschine.

Reparieren: kleine Schäden selbst beheben

Kleinere Defekte selbst zu reparieren, nennt das Umweltbundesamt ausdrücklich als umweltfreundlichen Umgang mit Kleidung. Größere Reparaturen und Umarbeitungen übernehmen nach seiner Einschätzung Änderungsschneidereien meist zu einem fairen Preis. Für die folgenden Handgriffe brauchst du keine Nähmaschine.

Knötchen entfernen

Pilling entsteht nach Darstellung der Woolmark Company durch Reibung beim Tragen, vor allem an Ellbogen, Achseln, Ärmeln und Seiten, und lässt sich nicht sicher verhindern. Wenige Knötchen zupfst du von Hand ab. Der Verband nennt außerdem einen Kamm, sehr behutsam eingesetzt, und kleine batteriebetriebene Knötchenentferner.

Vorbeugend rät der Verband, Wollsachen auf links zu waschen und auf Weichspüler zu verzichten. Ernst nehmen solltest du die Knötchen trotzdem: In der britischen Auswertung ausrangierter Kleidung war Pilling einer der beiden häufigsten Gründe, warum Stücke unbrauchbar wurden.

Lockere Knöpfe annähen

Ein Knopf, der wackelt, fällt bald ab. Mit Nadel und passendem Faden nähst du ihn fest, solange er noch hängt: mehrmals durch jedes Loch stechen und den Faden auf der Rückseite vernähen. Das ist einfache Handarbeit, für die wir keine Fachstelle zitieren müssen; leg dir dafür ein kleines Set aus Nadeln, Garn in Grundfarben, einer Schere und ein paar Ersatzknöpfen bereit.

Kleine Löcher schließen

Ein kleines Loch in Strick, etwa vom Hängenbleiben, ziehst du mit einer feinen Nadel und farblich passendem Garn von innen zusammen, bevor es größer wird. Findest du in einem Wollstück mehrere kleine Löcher, denk an Motten: Ihre Larven fressen laut Umweltbundesamt keratinhaltige Tierfasern wie Wolle und Kaschmir, Baumwolle dagegen nicht. Wie du dann vorgehst, steht im Abschnitt zur Lagerung.

Funktionsjacken und größere Schäden

Bei Outdoorjacken lohnt der Blick zum Hersteller. VAUDE etwa gibt an, gemeinsam mit iFixit Reparaturanleitungen bereitzustellen und einen eigenen Reparaturservice zu betreiben, der nach eigener Angabe sieben bis zehn Werktage braucht; das ist die Selbstauskunft der Marke, den Service haben wir nicht getestet. Was über Knopf und Nadel hinausgeht, bringst du zur Änderungsschneiderei.

Lagern: Saisonlagerung richtig vorbereiten

Wenn der Frühling kommt, wandert die Winterkleidung in Zone 3. Dort entscheidet sich, ob sie im Herbst noch tragbar ist.

Vor dem Einlagern: sauber machen

Jedes Wollstück wird vor dem Einlagern gewaschen oder gereinigt, denn Speisereste und Hautfett locken Motten an, so begründet es der Woolmark-Verband. Für die längere Lagerung empfehlen der Verband und das Umweltbundesamt übereinstimmend eine gut verschlossene Verpackung, etwa Kleidersäcke, luftdichte Behälter oder Vakuumtüten. Wir packen nur vollständig trockene Stücke ein; das ist unsere Vorsicht, die Quellen sagen es nicht ausdrücklich.

Mottenschutz: was wirklich zählt

Zedernholz, Lavendel und Nelken sind beliebt, halten Motten aber nicht zuverlässig fern. Das Umweltbundesamt stuft Mittel mit ätherischen Ölen nur als Ergänzung zu anderen Vorsorgemaßnahmen ein; zugelassene Biozidprodukte mit nachgewiesener Wirksamkeit gibt es allein auf Pfefferminzöl-Basis. Ein Mottenschutzmittel gehört laut Woolmark-Verband nicht direkt auf das Kleidungsstück.

Ist ein Stück schon befallen, empfiehlt das Amt, es mindestens 36 Stunden bei minus 19 Grad oder kälter einzufrieren und das über mehrere Wochen zu wiederholen. Ein Haushaltsgefrierschrank mit minus 18 Grad liegt knapp über dieser Temperatur.

Daunen locker lagern

Daunenjacken werden laut der Bergzeit-Anleitung nicht zusammengepresst aufbewahrt. Daraus ziehen wir einen eigenen Schluss: Die Vakuumtüte, die für Wolle eine Option ist, ist für Daunen der falsche Ort.

Kontrolltermin setzen

Unser Tipp, keine Empfehlung einer Fachstelle: Setz dir eine Erinnerung für den Hochsommer und sieh die eingelagerte Wolle einmal auf Fraßspuren durch. So fällt ein Befall auf, bevor die Stücke im Herbst wieder gebraucht werden.

Die 5 häufigsten Pflegefehler bei Winterkleidung

Fünf Fehler tauchen in den Empfehlungen der Fachstellen immer wieder auf:

Fehler 1: Wolle nach jedem Tragen waschen

Wolle bindet Körpergeruch und gibt ihn laut Woolmark Company erst in der Wäsche wieder ab, deshalb lässt sie sich mehrmals tragen. Das Umweltbundesamt rät ohnehin, nicht jedes Stück nach einmaligem Tragen zu waschen.

Fehler 2: Nasse Wolle auf der Heizung trocknen

Der Woolmark-Verband empfiehlt, nasse Wolle liegend bei Zimmertemperatur zu trocknen, abseits von direkter Sonne und Wärmequellen. Plane dafür Zeit ein, statt den Pullover auf den Heizkörper zu legen.

Fehler 3: Das Etikett überlesen

Die Zahl im Waschbottich ist die Obergrenze, Balken darunter verlangen einen schonenderen Gang. Ob ein Wollstück filzfrei ausgerüstet und damit maschinenwaschbar ist, steht nur auf dem Etikett.

Fehler 4: Schmutzig einlagern

Speisereste und Hautfett locken Motten an, deshalb kommt nur Sauberes in den Kleidersack, so begründet es der Woolmark-Verband.

Fehler 5: Sich auf Zedernholz verlassen

Duftmittel wie Zedernholz oder Lavendel wirken laut Umweltbundesamt nur ergänzend und schrecken Motten nicht zuverlässig ab. Den Schutz liefern Sauberkeit und eine gut verschlossene Verpackung.

Häufig gestellte Fragen

Wie oft muss ich einen Wollpullover waschen?
So selten wie möglich. Laut Woolmark Company bindet Wolle Körpergeruch beim Tragen und gibt ihn erst in der Wäsche wieder ab, deshalb lässt sie sich mehrmals tragen. Das Umweltbundesamt rät allgemein, nicht jedes Stück nach einmaligem Tragen zu waschen. Eine feste Zahl an Tragetagen nennt keine der beiden Stellen.
Was hilft wirklich gegen Motten im Kleiderschrank?
Saubere Wolle gut verschlossen einlagern, so empfehlen es Umweltbundesamt und Woolmark-Verband. Zedernholz, Lavendel und Nelken wirken laut Umweltbundesamt nur ergänzend; zugelassene Biozide mit nachgewiesener Wirkung gibt es nur auf Pfefferminzöl-Basis. Bei Befall rät das Amt, die Stücke mindestens 36 Stunden bei minus 19 Grad oder kälter einzufrieren und das über mehrere Wochen zu wiederholen.
Kann ich Daunenjacken zu Hause waschen?
Ja, laut einer Pflegeanleitung des Outdoor-Händlers Bergzeit bei höchstens 30 Grad im Fein- oder Wollprogramm, mit enzymfreiem Daunenwaschmittel und ohne Weichspüler. Geschleudert wird mit höchstens 400 bis 600 Umdrehungen. Im Trockner stellen zwei bis drei Tennisbälle die Bauschkraft wieder her. Gibt das Etikett etwas anderes vor, gilt das Etikett.
Mein Wollpullover hat Knötchen, ist er kaputt?
Nicht unbedingt. Pilling entsteht laut Woolmark Company durch Reibung beim Tragen und lässt sich nicht sicher verhindern; wenige Knötchen entfernst du von Hand, behutsam mit einem Kamm oder mit einem kleinen Knötchenentferner. In einer britischen Auswertung ausrangierter Kleidung gehörte Pilling allerdings zu den beiden häufigsten Gründen, warum Stücke unbrauchbar wurden. Unser Rat daraus: Knötchen früh entfernen und Wolle auf links waschen, wie es der Verband empfiehlt.

Jede Saison länger zählt

Für die Wintergarderobe gilt ein einfaches Grundmuster: seltener waschen, das Etikett lesen, schonend trocknen, kleine Schäden früh beheben und nur Sauberes gut verschlossen einlagern. Die drei Zonen sind unser Vorschlag, um dabei den Überblick zu behalten.

Wie viel ein einzelner Wintermantel an Fußabdruck spart, lässt sich aus der WRAP-Zahl von bis zu 20 Prozent bei neun Monaten längerer Nutzung nicht ablesen; sie stammt aus Großbritannien und gilt für Kleidung allgemein. Unsere Folgerung bleibt trotzdem einfach: Ein Pullover, der länger hält, muss später ersetzt werden.

Quellen und Referenzen

  1. Eine um neun Monate verlängerte aktive Nutzungsdauer eines Kleidungsstücks senkt seinen Fußabdruck bei CO2, Wasser und Abfall um bis zu 20 Prozent.

  2. In einer britischen Auswertung ausrangierter Kleidung waren Pilling und verblasste Farben die häufigsten Gründe, warum ein Stück unbrauchbar wurde. Daneben fanden die Forschenden unter anderem zerfallendes Gewebe, Formverlust, Verfärbungen und Löcher in den Nähten.

  3. Das Umweltbundesamt rät, Kleidung so oft wie nötig, aber so selten wie möglich zu waschen, weil das auch die Textilien länger hält, und nennt es am umweltfreundlichsten, Kleidung aufzutragen und kleinere Defekte zu reparieren. Größere Reparaturen und Umarbeitungen übernehmen nach Einschätzung des Amts Änderungsschneidereien meist zu einem fairen Preis.

  4. Das Umweltbundesamt rät zur Vorsorge gegen Kleidermotten, genutzte Kleidung und Textilien regelmäßig auszuklopfen, zu lüften und der Sonne auszusetzen.

  5. Gegen Rauch- und Essensgerüche in Wollkleidung empfiehlt der Woolmark-Verband, das Stück eine Stunde flach auf ein Bett oder Handtuch zu legen, und vor dem nächsten Tragen eine Ruhezeit von 24 Stunden. Falten lösen sich, wenn das Stück in einem dampfigen Badezimmer hängt. Eine Wäsche ersetzt das nicht, sie wird dadurch nur seltener nötig.

  6. Wollkleidung wird nach Machart aufbewahrt: Gewebtes hängt auf geformten oder gepolsterten Bügeln, Gestricktes liegt locker gefaltet in der Schublade. Vor dem Wegräumen gehört jedes Stück gereinigt, weil Speisereste und Hautfett Motten anlocken. Für die längere Lagerung empfehlen der Wollverband und das Umweltbundesamt übereinstimmend eine gut verschlossene Verpackung, etwa luftdichte Beutel und Behälter, Kleidersäcke oder Vakuumtüten; ein Mottenschutzmittel kommt dabei nicht unmittelbar auf das Kleidungsstück.

  7. Nicht die Motte frisst, sondern ihre Larve: Die Larven von Kleidermotte und Teppichkäfer ernähren sich von keratinhaltigen Tierfasern wie Wolle, Kaschmir, Haaren und Federn, während sie pflanzliche Fasern wie Baumwolle unberührt lassen. Sie entwickeln sich am besten bei rund 24 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit; dunkel, feucht und schlecht belüftet gelagerte Textilien sind deshalb besonders gefährdet. Wollkleidung, die länger ruht, gehört gereinigt und anschließend gut verschlossen verpackt.

  8. Auf dem Pflegeetikett zeigt die Zahl im Waschbottich-Symbol nach ISO 3758:2023 die höchste zulässige Waschtemperatur in Grad Celsius; ein oder zwei Balken darunter verlangen einen milderen beziehungsweise besonders schonenden Waschgang, wie ihn etwa Wolle braucht.

  9. Wolle bindet Körpergeruch während des Tragens und gibt ihn erst beim Waschen in nennenswerter Menge wieder ab; sie baut ihn nicht ab. Deshalb lässt sich ein Wollstück mehrmals tragen, bevor es gewaschen werden muss. In einem neuseeländischen Forschungsprojekt beurteilten 13 geschulte Geruchsprüferinnen und -prüfer getragene Textilien: Die Wollstücke trugen eine um 66 Prozent geringere Körpergeruchsintensität als Stücke aus Polyester und eine um 28 Prozent geringere als Stücke aus Baumwolle.

  10. Wolle weist Schmutz, Gerüche und Knitter von Natur aus ab und kommt deshalb mit selteneren Wäschen aus als andere Fasern; ist doch eine Wäsche nötig, empfiehlt sich ein mildes, pH-neutrales Wollwaschmittel nach Angabe des Pflegeetiketts.

  11. Nach Angaben des Naturtextilverbands IVN und der Woolmark Company nimmt Wolle bis zu 35 Prozent ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit auf, ohne sich nass anzufühlen; die Woolmark Company schreibt Merinowolle zu, damit die Körpertemperatur auszugleichen.

  12. Unbehandelte Wolle läuft beim Waschen stark ein. Dass ein Wollstück maschinenwaschbar ist, verdankt es deshalb in aller Regel einer Filzfrei-Ausrüstung der Faser; welches Stück eine solche Ausrüstung trägt, sagt allein sein Pflegeetikett.

  13. Für die Maschinenwäsche von Wolle nennt der Woolmark-Verband das Wollprogramm, das üblicherweise mit schonender Mechanik bei 40 Grad arbeitet, ersatzweise einen Kalt- oder Feinwaschgang, und dazu ein neutrales, mildes Waschmittel. Von Hand gewaschen wird das auf links gedrehte Stück in rund 30 Grad warmem Wasser, zehn Minuten eingeweicht und danach gründlich gespült, zuerst lauwarm und zuletzt kalt. Anschließend trocknet Wolle liegend.

  14. Wolle gehört in der Waschmaschine ausschließlich ins Wollwaschprogramm, zusammen mit einem als Wollwaschmittel ausgewiesenen Mittel, das ohne faserschädigende Inhaltsstoffe auskommt. Andernfalls können die Fasern verfilzen, einlaufen oder reißen. Stiftung Warentest prüfte 2025 elf flüssige Wollwaschmittel im Wollwaschgang bei 30 Grad und vergab Urteile von Gut bis Mangelhaft.

  15. Das Umweltbundesamt empfiehlt, auf Weichspüler zu verzichten, nicht jedes Wäschestück nach einmaligem Tragen zu waschen und starke Verschmutzungen mit Fleckenmittel oder Gallseife vorzubehandeln. Wollwäsche soll die Trommel höchstens zu einem Fünftel, Feinwäsche höchstens zu einem Viertel der maximalen Füllmenge belegen.

  16. Nass gewordene Wolle trocknet liegend, bei Zimmertemperatur und abseits von direkter Sonne und Wärmequellen.

  17. Das Handwäsche-Symbol der internationalen Pflegekennzeichnung erlaubt je nach Artikel höchstens 40 Grad Wassertemperatur. Das Waschmittel wird vorher vollständig gelöst, das Textil schwimmend eingelegt und nur vorsichtig bewegt, nicht gerieben, gezerrt oder ausgewrungen. Ein Balken unter dem Waschbottich verlangt zusätzlich eine reduzierte Beladung und eine niedrige Schleuderdrehzahl, zwei Balken eine besonders schonende Mechanik, bei der die Trommel höchstens zu einem Drittel gefüllt wird.

  18. Wer die Waschtemperatur von 40 auf 30 Grad senkt, spart laut Umweltbundesamt über 35 Prozent Strom pro Waschgang, weil das Aufheizen des Wassers den größten Teil der Energie verbraucht.

  19. Daunenjacken lassen sich bei maximal 30 Grad im Fein- oder Wollprogramm mit speziellem Daunenwaschmittel maschinenwaschen; zwei bis drei Tennisbälle im Trockner stellen anschließend die Bauschkraft wieder her, der Vorgang dauert mehrere Stunden.

  20. Eine Daunenjacke kommt allein in die Maschine, mit enzymfreiem Daunenwaschmittel, ohne Weichspüler, mit einem zusätzlichen Spülgang und höchstens 400 bis 600 Umdrehungen beim Schleudern. Bei gewöhnlicher Nutzung reicht eine Wäsche ein- bis zweimal im Jahr. Nach dem Trockner trocknet sie locker ausgebreitet fertig und wird nicht zusammengepresst aufbewahrt.

  21. Pilling entsteht nach Darstellung des Wollverbands The Woolmark Company durch Reibung beim Tragen, vor allem an Ellbogen, Achseln, Ärmeln und Seiten, und lässt sich nicht sicher verhindern. Wenige Knötchen lassen sich von Hand abzupfen, sehr behutsam mit einem Kamm oder mit einem kleinen batteriebetriebenen Knötchenentferner abnehmen. Vorbeugend rät der Verband, Wollsachen auf links zu waschen und auf Weichspüler zu verzichten.

  22. VAUDE gibt an, die Lebensdauer seiner Produkte über Pflege und Reparatur zu verlängern: Bei nachlassender Wasserdichtigkeit verweist die Marke auf ihre Hinweise zur Neuimprägnierung, sie stellt mit iFixit Reparaturanleitungen bereit und betreibt einen Reparaturservice, der nach eigener Angabe sieben bis zehn Werktage braucht.

  23. Zedernholz, Lavendel und Nelken halten Kleidermotten nicht zuverlässig fern. Das Umweltbundesamt stuft Mittel mit Extrakten ätherischer Öle als Ergänzung zu anderen Vorsorgemaßnahmen ein und weist darauf hin, dass sich Motten damit nicht hundertprozentig abschrecken lassen; zugelassene Biozidprodukte mit nachgewiesener Wirksamkeit gibt es allein auf Pfefferminzöl-Basis.

  24. Das Umweltbundesamt empfiehlt, von Kleidermotten befallene Textilien mindestens 36 Stunden bei minus 19 Grad oder kälter einzufrieren, um die Larven abzutöten, und diese Maßnahme über mehrere Wochen zu wiederholen.