Herbstliche Ernte mit Kürbissen und buntem Laub auf Holztisch
Im Herbst liefert die Natur alles, was der Haushalt braucht

Kürbis verwerten, Laub nutzen, Energie sparen im Herbst

Nachhaltiger Herbst-Alltag: Kürbis komplett verwerten, Laub als Gartengold einsetzen, saisonal kochen und Heizkosten senken.

Mit KI erstellt, redaktionell geprüft

Die Blätter färben sich, Kürbisse stapeln sich auf Wochenmärkten und morgens hängt Nebel über den Feldern. Der Herbst ist mehr als eine Übergangszeit. Er ist die ergiebigste Jahreszeit für alle, die nachhaltiger leben wollen.

Trotzdem tappen viele in dieselben Fallen: Das Laub landet in der Restmülltonne, im Supermarkt liegen Winter-Erdbeeren neben heimischen Äpfeln, und die Heizung läuft auf Stufe fünf, obwohl ein Pullover mehr reichen würde.

Dabei braucht es keine großen Investitionen oder komplizierte Projekte. Saisonal essen, Laub sinnvoll einsetzen, bewusst heizen und die Ernte für den Winter bewahren: vier Bereiche, in denen kleine Änderungen sofort wirken.

Dieser Ratgeber führt dich durch alle vier. Konkret, alltagstauglich und ohne erhobenen Zeigefinger. Das meiste davon spart nicht nur Ressourcen, sondern auch Geld.

Warum gerade der Herbst so viel Potenzial hat

Keine andere Jahreszeit bietet so viele Gelegenheiten für einen nachhaltigeren Alltag auf einmal. Vier Dinge kommen zusammen.

Erntezeit

Äpfel, Birnen, Kürbis, Kohl, Rüben, Kartoffeln: Jetzt wächst vieles in der Region, und das zeigt sich in der Klimabilanz. Ein regionaler Apfel kommt im Herbst laut einer Studie des ifeu-Instituts auf 0,3 Kilogramm CO2-Äquivalente je Kilogramm, ein Apfel aus Neuseeland auf 0,8. Kürbis und Kartoffeln liegen bei 0,2 Kilogramm, Karotten und Weißkohl bei 0,1.[1]

Natürliches Recycling

Laub, Fallobst, Pflanzenreste: Der Herbst produziert jede Menge organisches Material. Richtig eingesetzt, wird daraus Winterschutz für Pflanzen, ein Quartier für Tiere und im Frühjahr Humus für das Beet.[2]

Beginn der Heizperiode

Eine gesetzlich festgelegte Heizperiode gibt es nicht. Wie co2online zur Heizperiode und zum richtigen Heizbeginn erklärt, läuft sie üblicherweise vom 1. Oktober bis zum 30. April und kann je nach Region und Wetter schon im September beginnen. Was du jetzt an deinem Heizverhalten änderst, wirkt also über ein gutes halbes Jahr.[3]

Vorratssaison

Die Fülle der Ernte lässt sich konservieren. Was du jetzt einkochst, einfrierst oder kühl lagerst, musst du im Winter nicht als Ware mit langen Transportwegen kaufen.

Saisonal essen: Der Herbst auf dem Teller

Beim Gemüse zählt neben der Herkunft vor allem die Anbauart. Eine saisonale Tomate aus Deutschland verursacht nach der ifeu-Studie 0,3 Kilogramm CO2-Äquivalente je Kilogramm, eine Winter-Tomate aus dem beheizten Gewächshaus 2,9 Kilogramm, also knapp das Zehnfache. Bei Erdbeeren ist der Abstand noch größer: 0,3 Kilogramm in der Saison, 3,4 Kilogramm im Winter.[4]

Die Verbraucherzentrale zum Klimaschutz beim Essen stuft Ware aus beheizten Gewächshäusern deshalb als besonders klimaschädlich ein, auch wenn sie aus der Region kommt. Dazu kommt der Geschmack: Obst und Gemüse ohne weite Transportwege, reif geerntet, schmeckt nach ihrer Einschätzung besser.[4] [5]

Was hat im Herbst Saison?

  • September: Kürbis, Äpfel, Birnen, Pflaumen, Trauben, Fenchel, Rote Bete, Blumenkohl, Brokkoli
  • Oktober: Kürbis, Kartoffeln, Möhren, Sellerie, Rosenkohl, Quitten, Maronen, Pastinaken
  • November: Grünkohl, Schwarzwurzel, Topinambur, Feldsalat, Chicorée, Lageräpfel, Steckrüben

Wer es genauer wissen will: Die BZfE-Saisonkalender-App des Bundeszentrums für Ernährung zeigt für gut 80 Obst- und Gemüsearten, wann sie Saison haben. Es gibt sie kostenlos, dazu ein Poster für die Küche.[6]

Kürbis komplett verwerten

  • Fruchtfleisch: Suppe, Ofengemüse, Curry, Risotto, Gnocchi, Kuchen
  • Kerne: Waschen, trocknen lassen, mit etwas Öl und Salz im Ofen rösten
  • Schale: Hokkaido kannst du mit Schale verarbeiten, Butternut schälst du vorher. Bei vielen anderen Sorten ist die Schale ebenfalls essbar, sehr harte Schalen werden vorgekocht
  • Fasern: In Wasser auskochen, abseihen und als Grundlage für Gemüsebrühe verwenden
  • Reste: Angeschnittene Stücke lassen sich roh oder als Püree einfrieren[7] [8]

Wichtig beim Kauf: Laut BZfE-Ratgeber zu Kürbissen enthalten Zierkürbisse giftige Bitterstoffe, die Cucurbitacine. Iss deshalb nur Kürbisse, die ausdrücklich als Speisekürbis gekennzeichnet sind. Schmeckt ein rohes Stück bitter, gehört der ganze Kürbis nicht auf den Teller.[9]

Wochenmarkt und Direktvermarktung

Saisonales aus der Region bekommst du laut Umweltbundesamt am einfachsten über Direktvermarktung: Hofläden, Wochenmärkte und Solidarische Landwirtschaft. Dort kannst du direkt nach Herkunft und Anbau fragen und oft unverpackt einkaufen.[10]

Einfacher Einstieg

Starte mit einem saisonalen Gericht pro Woche: Kürbissuppe im Oktober, Grünkohl im November, Pastinakenpüree im Dezember. Nach ein paar Wochen wird saisonales Kochen zur Gewohnheit.

Saisonales Herbstgemüse auf dem Wochenmarkt
Saisonales Gemüse vom Wochenmarkt hat die kürzesten Wege

Laub sinnvoll nutzen: Rohstoff statt Abfall

Jedes Jahr dasselbe Bild: Die Blätter fallen, und viele schaffen sie so schnell wie möglich weg. Dabei liegt im Garten gerade ein kostenloser Rohstoff, direkt vor der Haustür und vielseitig einsetzbar.

Mulch und Winterschutz

Die NABU-Tipps zum Herbstlaub sind eindeutig: am besten liegen lassen. Auf Beeten und unter Gehölzen schont eine Laubschicht als Mulch den Boden und schützt empfindliche Pflanzen vor Frost. Über den Winter bauen Bodenlebewesen die Blätter zu Humus ab, die Nährstoffe bleiben im Garten. Rindenmulch aus dem Baumarkt brauchst du dafür nicht.[2]

Wohin mit dem Laub?

  • Beete und Sträucher: Laub um die Pflanzen verteilen, ein paar Zweige darüber halten es bei Wind an Ort und Stelle
  • Igelquartier: Ein lockerer Haufen aus Laub, Reisig und totem Holz in einer ruhigen Gartenecke
  • Kompost: Laub schichtweise zwischen die feuchten Küchenabfälle geben
  • Balkon: Auch in Kübeln und Balkonkästen schützt eine Laubschicht empfindliche Pflanzen vor Frost[2] [11]

Igel brauchen den Laubhaufen jetzt

Der Zeitpunkt zählt. Laut NABU-Ratgeber für Igel im Garten wird die Nahrung für Igel ab Mitte Oktober knapp, und die Alttiere beginnen mit dem Nestbau. Ab Mitte November schlafen die meisten, mit kurzen Pausen bis in den März oder April. Räum den Haufen deshalb nicht vor dem späten Frühjahr weg.[11]

Lieber Rechen als Laubsauger

Wenn Laub weg muss, etwa vom Gehweg, reicht ein Rechen. Laut NABU zu Laubsaugern können sich Käfer, Spinnen, Asseln oder Amphibien dem Luftstrom solcher Geräte kaum widersetzen; bei der Saugmahd an Straßenrändern überlebte kein Insekt, das in das Gerät geriet. Der NABU hält Laubsauger nur auf unbelebten Flächen wie Wegen und Parkplätzen für empfehlenswert.[12]

Ohne Garten?

Biete Nachbarinnen und Nachbarn mit Garten dein gesammeltes Laub an, viele nutzen es gern als Mulch. Alternativ kannst du Laub in einem Kübel schichten und über den Winter verrotten lassen.

Laubmulch auf einem Gartenbeet im Herbst
Laub auf den Beeten schützt den Boden und nährt das Bodenleben

Energie sparen: Warm durch den Herbst ohne Verschwendung

Mit dem Herbst beginnt die Zeit der höchsten Energiekosten. Die meisten Maßnahmen dagegen kannst du sofort umsetzen, ohne etwas zu kaufen.

Die richtige Raumtemperatur

Die Heiztipps des Umweltbundesamts empfehlen im Wohnbereich möglichst nicht mehr als 20 Grad, in der Küche 18 und im Schlafzimmer 17 Grad. Die Tipps der Verbraucherzentrale zum Heizkosten sparen nennen dazu eine Faustregel: Jedes Grad weniger senkt den Heizenergieverbrauch um rund sechs Prozent. Wer von 22 auf 20 Grad geht, spart grob gerechnet also rund zwölf Prozent.[13] [14]

Zu kalt sollte es aber nicht werden. Laut FAQ des Umweltbundesamts zur Raumtemperatur in der Heizperiode steigt das Schimmelrisiko in genutzten Wohnungen deutlich, wenn die Temperatur unter 16 bis 18 Grad fällt; tagsüber sollten es nicht weniger als 19 bis 20 Grad sein.[15]

Richtig lüften

Stoßlüften statt Kipplüften: Öffne die Fenster mehrmals am Tag ganz. Wie lange, hängt vom Monat ab. Die Lüftungstabelle von co2online nennt etwa 15 Minuten im September, 20 im Oktober und 10 im November, im Hochwinter reichen etwa fünf. Auch der Ratgeber der Verbraucherzentrale zum Heizen und Lüften rechnet im Herbst mit zehn bis 20 Minuten, weil der Temperaturunterschied zwischen drinnen und draußen kleiner ist.[16] [17]

Gekippte Fenster sind die schlechtere Wahl: Sie tauschen wenig Luft aus, lassen die Wärme entweichen und kühlen das Mauerwerk über dem Fenster aus, wo sich Feuchtigkeit niederschlägt und Schimmel entstehen kann. Aus hygienischen Gründen sollte die Raumluft drei- bis viermal am Tag komplett ausgetauscht werden.[16] [18]

Heizkörper und Wärmeverluste

Möbel, Vorhänge und Wäscheständer vor dem Heizkörper halten die Wärme zurück. Die Verbraucherzentrale rät zu mindestens 30 Zentimetern Abstand. Rollläden abends zu schließen lohnt sich: Nachts verringern sie laut Umweltbundesamt die Wärmeverluste durch das Fenster um etwa 20 Prozent. Zieht es an Fenstern oder Türen, helfen Schaumdichtungsband oder Gummidichtungen.[19] [20]

Standby und Stromfresser

Neue Geräte dürfen im Bereitschaftsbetrieb kaum noch Strom ziehen, alte schon. Die Rechnung der Verbraucherzentrale zum Stand-by-Verbrauch: Ein Altgerät mit 10 Watt im Stand-by kommt auf rund 90 Kilowattstunden und etwa 35 Euro im Jahr. Auch neuere Geräte ziehen mehr als nötig, wenn ein Schnellstart aktiv ist oder sie dauerhaft auf Signale aus dem Netzwerk warten. Die Empfehlung, die sich beim Umweltbundesamt zum Energiesparen im Haushalt ebenso findet wie bei der Verbraucherzentrale: schaltbare Steckerleisten.[21] [22]

Der Herbst-Energiecheck

  • Heizkörper entlüften, wenn sie gluckern oder trotz aufgedrehtem Ventil nicht richtig warm werden
  • Fenster und Türen auf Zugluft prüfen und undichte Stellen abdichten
  • Möbel und Vorhänge von den Heizkörpern wegrücken
  • Rollläden und Vorhänge abends schließen
  • Steckerleisten für Standby-Geräte einrichten[19] [20]

Konservieren: Herbstschätze für den Winter bewahren

Der Herbst liefert mehr, als du sofort essen kannst. Mit einfachen Methoden bewahrst du die Ernte für die Monate, in denen kaum Frisches aus der Region kommt.

Einkochen

  • Apfelmus: Äpfel vierteln, mit wenig Wasser weich kochen, pürieren und heiß in vorbereitete Gläser füllen
  • Kürbis-Chutney: Kürbis, Zwiebeln, Essig, Zucker und Gewürze einkochen. Passt zu Brot, Käse und Ofengemüse
  • Birnen-Kompott: Birnen schälen und mit Zimt und Nelken in Zuckerwasser einkochen

Sauberkeit entscheidet. Die BZfE-Anleitung zum Obst einkochen rät, Gläser, Deckel und Werkzeug in der Spülmaschine zu reinigen oder mindestens fünf Minuten in kochendes Wasser zu legen und die befüllten Gläser sofort mit Schraubdeckeln zu verschließen. Eingekochte Fruchtaufstriche halten sich dunkel gelagert bei 15 bis 20 Grad etwa ein Jahr.[23]

Einfrieren

  • Kürbis in Stücke schneiden und roh einfrieren, gefroren direkt in Suppen und Eintöpfe geben
  • Äpfel als Mus oder Kompott portionsweise einfrieren
  • Kräuterbutter aus den letzten Gartenkräutern in Eiswürfelformen portionieren
  • Beeren einzeln auf einem Blech vorfrieren, dann in Beutel umfüllen[8]

Trocknen

  • Apfelringe: Bei niedriger Temperatur im Backofen trocknen und die Tür einen Spalt offen lassen, damit die Feuchtigkeit entweicht
  • Kräuter: Sträuße binden und kopfüber an einem trockenen, luftigen Ort aufhängen
  • Kürbiskerne: Nach dem Rösten vollständig auskühlen lassen und luftdicht aufbewahren

Lagern ohne Strom

Viel Herbstgemüse hält ohne Kühlschrank, wenn der Ort stimmt. Die Lagertipps des BZfE und sein Kürbis-Ratgeber nennen die wichtigsten Regeln.[24]

  • Ganze Kürbisse halten je nach Sorte mehrere Monate, luftig, dunkel und trocken bei etwa 10 bis 12 Grad
  • Kartoffeln kühl, trocken und dunkel lagern, größere Mengen am besten bei vier bis sechs Grad
  • Kartoffeln nicht neben Zwiebeln lagern, weil Zwiebeln sie schneller keimen und faulen lassen
  • Äpfel einzeln in Zeitungspapier wickeln und in Kisten im kühlen Keller aufbewahren[8] [24]

Der Vorteil

Was du im Herbst konservierst, ersetzt im Januar und Februar Ware mit langen Transportwegen. Selbst ein bis April gelagerter regionaler Apfel liegt mit 0,4 Kilogramm CO2-Äquivalenten je Kilogramm laut ifeu-Studie noch deutlich unter einem Apfel aus Neuseeland mit 0,8.[1]

Eingekochtes Apfelmus in Gläsern
Einkochen bewahrt den Geschmack des Herbstes für den Winter

Fünf Herbstfehler, die du vermeiden kannst

Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht. Diese Fehler kosten unnötig Ressourcen oder Geld.

Laub in den Restmüll werfen

Laub gehört auf den Kompost, als Mulch auf das Beet oder als Haufen in die Gartenecke. In der Restmülltonne geht verloren, was im Garten zu Humus würde und Tieren über den Winter hilft.[2]

Zu früh und zu stark heizen

Der erste kühle Tag ist kein Grund, die Heizung voll aufzudrehen. Probiere zuerst geschlossene Fenster, warme Socken und eine zusätzliche Schicht. Wenn du heizt, dann maßvoll: Im Wohnbereich reichen nach Empfehlung des Umweltbundesamts 20 Grad.[13]

Ware von weit her statt saisonaler Fülle

Im Herbst ist die Auswahl an regionalem Obst groß: Äpfel, Birnen, Trauben, Quitten, Zwetschgen. Wie stark der Transportweg zählt, zeigt die ifeu-Studie an der Ananas: Flugananas verursacht 25-mal mehr CO2 als Schiffsananas, 15,1 gegenüber 0,6 Kilogramm CO2-Äquivalenten je Kilogramm.[25]

Den Garten zu gründlich aufräumen

Ein blitzblanker Herbstgarten sieht ordentlich aus, nimmt Insekten aber ihr Winterquartier. Laut NABU-Herbsttipps für den Naturgarten überwintern sie in abgeblühten Stängeln, totem Holz und Laubhaufen. Lass Staudenreste deshalb bis zum Frühjahr stehen.[26]

Einwegdeko kaufen

Plastikkürbisse und Kunstblätter landen oft nach einer Saison im Müll. Kastanien, bunte Blätter, getrocknete Hagebutten und ein Speisekürbis vom Markt sehen schöner aus und landen danach auf dem Kompost oder in der Küche.

Häufige Fragen zum nachhaltigen Herbst

Was mache ich mit Fallobst?
Unbeschädigtes Fallobst kannst du verarbeiten. Angeschlagene Stellen großzügig wegschneiden, den Rest zu Apfelmus, Kompott oder Saft verarbeiten. Stark beschädigtes oder fauliges Obst kommt auf den Kompost, nicht in den Restmüll.
Darf ich Kürbisschale essen?
Bei Hokkaido ja. Butternut schälst du laut Bundeszentrum für Ernährung besser vorher. Bei vielen anderen Speisekürbissen ist die Schale ebenfalls essbar, sehr harte Schalen werden vorgekocht. Zierkürbisse enthalten giftige Bitterstoffe und sind nicht zum Essen geeignet. Schmeckt ein rohes Stück bitter, gehört der ganze Kürbis nicht auf den Teller.
Wann sollte ich mit dem Heizen beginnen?
Eine feste Regel gibt es nicht. Die Heizperiode beginnt üblicherweise am 1. Oktober, je nach Wetter auch früher. Achte darauf, dass genutzte Räume nicht unter 16 bis 18 Grad auskühlen, sonst steigt laut Umweltbundesamt das Schimmelrisiko. Für das Schlafzimmer empfiehlt es 17 Grad, für den Wohnbereich höchstens 20 Grad.
Wie lange halten sich eingekochte Sachen?
Das Bundeszentrum für Ernährung nennt für eingekochte Fruchtaufstriche etwa ein Jahr, gelagert an einem dunklen Ort bei 15 bis 20 Grad. Voraussetzung sind saubere Gläser und Deckel, die direkt nach dem Befüllen verschlossen werden. Geöffnete Gläser gehören in den Kühlschrank.
Kann ich Laub auf dem Balkon verwenden?
Ja. Eine Laubschicht in Balkonkästen und Kübeln kann empfindliche Pflanzen vor Frost schützen. Du kannst Laub auch in einem eigenen Kübel schichten und über den Winter verrotten lassen.

Fazit: Dein nachhaltiger Herbst beginnt heute

Der Herbst ist keine Zeit des Verzichts. Er ist die Jahreszeit mit den meisten Möglichkeiten für einen nachhaltigeren Alltag.

  • Saisonal essen: Kürbis, Kohl und Äpfel aus der Region, Winter-Ware aus beheizten Gewächshäusern meiden
  • Laub nutzen: Mulch, Kompost, Igelquartier, Rechen statt Laubsauger
  • Energie sparen: 20 Grad im Wohnbereich, Stoßlüften, Heizkörper freihalten, Standby ausschalten
  • Konservieren: Was jetzt reif ist, für die dunklen Monate bewahren

Du musst nicht alles auf einmal umsetzen. Starte mit einer Sache: der Kürbissuppe am Wochenende, dem Laubhaufen in der Gartenecke oder dem Heizungs-Check. Eine Gewohnheit, die sitzt, ist mehr wert als zehn gute Vorsätze.

Der Herbst gibt dir viele Gelegenheiten. Nutze sie.

Quellen und Belege

Hier stehen die zugeordneten Aussagen und ihre Quellen. Wie eine Aussage geprüft wurde, lässt sich auf ihrer eigenen Seite nachlesen.

  1. Herbstware aus der Region hat laut ifeu-Studie eine niedrige Klimabilanz: Ein regionaler Apfel kommt im Herbst auf 0,3 kg CO2-Äquivalente je Kilogramm, ein Apfel aus Neuseeland auf 0,8 kg. Kürbis und Kartoffeln liegen bei je 0,2 kg, Karotten und Weißkohl bei je 0,1 kg.

  2. Herbstlaub ist im Garten nützlich: Der NABU rät, es liegen zu lassen, etwa als Laubhaufen, weil es Igeln und Insekten als isolierendes Winterquartier dient. Über den Winter bauen Bodenlebewesen das Laub zu Humus ab, die Nährstoffe bleiben im Garten. Auf Beeten und unter Gehölzen schont es als Mulch den Boden und schützt empfindliche Pflanzen vor Frost.

  3. Die Heizperiode ist in Deutschland nicht gesetzlich festgelegt, sondern durch Gerichtsurteile geprägt: Sie läuft üblicherweise vom 1. Oktober bis zum 30. April und kann je nach Region und Wetter schon im September beginnen.

  4. Bei Obst und Gemüse entscheidet die Anbauart stark über die Klimabilanz: Eine saisonale Tomate aus Deutschland verursacht laut ifeu-Studie 0,3 kg CO2-Äquivalente je Kilogramm, eine Winter-Tomate aus dem beheizten Gewächshaus 2,9 kg, also knapp das Zehnfache. Bei Erdbeeren stehen 0,3 kg in der Saison gegen 3,4 kg für Winter-Erdbeeren. Die Verbraucherzentrale stuft Ware aus beheizten Gewächshäusern deshalb als besonders klimaschädlich ein, auch wenn sie aus der Region kommt.

  5. Obst und Gemüse, das ohne weite Transportwege auskommt und reif geerntet wird, schmeckt nach Darstellung der Verbraucherzentrale besser. Besonders klimaschädlich ist ihr zufolge Obst und Gemüse, das per Flugzeug transportiert wird.

  6. Der BZfE-Saisonkalender umfasst gut 80 Obst- und Gemüsearten und ist kostenlos als App und als Poster verfügbar.

  7. Hokkaido lässt sich laut Bundeszentrum für Ernährung mit Schale verarbeiten, Butternut wird vorher geschält. Bei vielen anderen Speisekürbissen ist die Schale ebenfalls essbar, sehr harte Schalen werden vorgekocht.

  8. Ganze Kürbisse halten sich nach Angabe des Bundeszentrums für Ernährung je nach Sorte mehrere Monate, am besten luftig, dunkel, trocken und bei etwa 10 bis 12 Grad gelagert. Angeschnittene Reste lassen sich roh oder als Püree einfrieren.

  9. Zierkürbisse enthalten nach Angabe des Bundeszentrums für Ernährung giftige Bitterstoffe (Cucurbitacine). Gegessen werden sollen nur Kürbisse, die ausdrücklich als Speisekürbis gekennzeichnet sind; schmeckt ein rohes Stück bitter, gilt der ganze Kürbis als ungenießbar.

  10. Saisonale und regionale Lebensmittel lassen sich am einfachsten über Direktvermarktung beziehen, etwa Hofläden, Wochenmärkte und Solidarische Landwirtschaft.

  11. Igel suchen im Herbst ihr Winterquartier: Laut NABU wird ihre Nahrung ab Mitte Oktober knapp, und die Alttiere bauen ihr Winternest; ab Mitte November halten die meisten Winterschlaf, bis in den März oder April. Als ideales Quartier nennt der NABU einen Haufen aus totem Holz, Reisig und Laub.

  12. Laubsauger und Laubbläser schaden Kleintieren: Käfer, Spinnen, Asseln oder Amphibien können sich dem Luftstrom laut NABU kaum widersetzen, und bei der Saugmahd an Straßenrändern überlebte kein Insekt, das in das Gerät geriet. Der NABU hält Laubsauger deshalb nur auf unbelebten Flächen wie Wegen und Parkplätzen für sinnvoll; unter Sträuchern und Hecken soll das Laub als Lebensraum liegen bleiben.

  13. Das Umweltbundesamt empfiehlt in der Heizperiode im Wohnbereich möglichst nicht mehr als 20 Grad, in der Küche 18 Grad und im Schlafzimmer 17 Grad.

  14. Jedes Grad weniger Raumtemperatur senkt den Heizenergieverbrauch um rund 6 Prozent.

  15. In der Heizperiode steigt laut Umweltbundesamt das Risiko für Schimmel, wenn die relative Luftfeuchte über Tage und Wochen oberhalb von 60 Prozent liegt oder die Raumtemperatur in genutzten Wohnungen unter 16 bis 18 Grad sinkt; empfohlen wird, tagsüber nicht unter 19 bis 20 Grad zu gehen.

  16. Wie lange stoßgelüftet werden muss, hängt vom Monat ab: co2online nennt etwa 15 Minuten im September, 20 Minuten im Oktober und 10 Minuten im November, im Hochwinter etwa 5 Minuten. Dauerhaft gekippte Fenster tauschen dagegen wenig Luft aus, lassen die Warmluft entweichen und kühlen das Mauerwerk über dem Fenster aus, wo Feuchtigkeit kondensiert und Schimmel begünstigt. Auch das Umweltbundesamt hält Kipplüften für wenig effektiv und für eine Verschwendung von Heizenergie.

  17. In der Übergangszeit muss deutlich länger gelüftet werden als im Winter: Statt drei bis fünf Minuten braucht der komplette Luftaustausch zehn bis 20 Minuten, weil der Temperaturunterschied zwischen drinnen und draußen kleiner ist.

  18. Beim Stoßlüften reichen laut Verbraucherzentrale im Winter bei niedrigen Außentemperaturen oder Wind drei bis fünf Minuten für den kompletten Luftaustausch. Aus hygienischen Gründen sollte die Raumluft mindestens drei- bis viermal am Tag vollständig ausgetauscht werden.

  19. Heizkörper geben ihre Wärme nur frei ab, wenn nichts davorsteht: Die Verbraucherzentrale rät zu mindestens 30 Zentimeter Abstand zwischen Möbeln und Heizung und rät von Verkleidungen sowie bodenlangen Vorhängen davor ab.

  20. Wärme lässt sich mit einfachen Mitteln im Raum halten: Ein nachts geschlossener Rollladen verringert laut Umweltbundesamt die Wärmeverluste durch das Fenster um etwa 20 Prozent. Heizkörper sollen frei stehen, gluckernde oder nicht mehr richtig warme Heizkörper werden entlüftet, und undichte Fenster und Türen lassen sich mit Schaumdichtungsband oder Gummidichtungen abdichten.

  21. Wie teuer der Bereitschaftsbetrieb ist, hängt am Alter der Geräte: Seit 2010 begrenzt die EU-Ökodesign-Richtlinie die Leistungsaufnahme im Stand-by bei den meisten Geräteklassen auf 0,5 bis 1,0 Watt, moderne Geräte kommen damit auf weniger als 5 bis 9 Kilowattstunden im Jahr. Ein Altgerät, das im Stand-by 10 Watt zieht, verbraucht dagegen rund 90 Kilowattstunden und kostet rund 35 Euro im Jahr.

  22. Auch neuere Geräte ziehen im Bereitschaftsbetrieb mehr Strom, als der Grenzwert vermuten lässt, wenn ein Schnellstartmodus aktiv ist, wenn sie dauerhaft auf Aufwecksignale im Netzwerk horchen oder wenn sie nachts nach Updates suchen. Die Verbraucherzentrale rät, solche Geräte über eine schaltbare Steckdose oder Steckerleiste vom Netz zu trennen.

  23. Für das Einkochen rät das Bundeszentrum für Ernährung, Gläser und Deckel in der Spülmaschine zu reinigen oder mindestens fünf Minuten in kochendes Wasser zu legen und die befüllten Gläser sofort mit Schraubdeckeln zu verschließen. Eingekochte Fruchtaufstriche halten sich dunkel gelagert bei 15 bis 20 Grad etwa ein Jahr.

  24. Kartoffeln lagern laut Bundeszentrum für Ernährung am besten kühl, trocken und dunkel, größere Mengen bei vier bis sechs Grad. Neben Zwiebeln sollen sie nicht liegen, weil Zwiebeln Kartoffeln schneller keimen und faulen lassen.

  25. Beim CO2-Fußabdruck von Lebensmitteln kann der Transportweg stärker ins Gewicht fallen als das Produkt selbst: Per Schiff transportierte Ananas kommt auf 0,6 kg CO2-Äquivalente pro Kilogramm, per Flugzeug eingeflogene auf 15,1 kg, also etwa das 25-Fache.

  26. Ein zu gründlich aufgeräumter Herbstgarten nimmt Insekten ihr Winterquartier: Laut NABU überwintern sie in abgeblühten Stängeln, totem Holz und Laubhaufen.