Aufgeschlagenes liniertes Schulheft aus grauem Recyclingpapier auf einem hellen Holztisch, daneben ein unlackierter Bleistift und ein weißer Radiergummi
Der graue Ton kommt daher, dass die Bleichchemie fehlt, die das Umweltzeichen ausschließt

Woran du beim Schulmaterial erkennst, was tatsächlich besser ist

Nachhaltige Schulmaterialien erkennst du am Blauen Engel und an der Materialangabe. Woran du bei Heften, Stiften und Kleber siehst, was besser ist.

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Beim Schulmaterial sieht fast alles gleich aus. Ein Heft ist ein Heft, ein Klebestift ist ein Klebestift, und die Verpackungen werben mit Qualität, ohne zu sagen, woraus die Sachen bestehen. Das ist kein Zufall: Für die meisten dieser Produktgruppen gibt es keine Pflicht, das Material überhaupt anzugeben.

Für diesen Artikel wollten wir wissen, woran sich beim Schulbedarf etwas festmachen lässt, das man vor dem Kauf prüfen kann. Wir haben deshalb keine Produkte verglichen, sondern die Vergabekriterien der Umweltzeichen im Volltext gelesen, die es für diese Warengruppen gibt, dazu die Hinweise der Verbraucherzentrale NRW zum Schulanfang.

Das Ergebnis ist unspektakulär und gerade deshalb brauchbar. Bei Papierprodukten und bei Stiften gibt es harte, veröffentlichte Kriterien. Bei Klebstoff, Radiergummi und Tuschkasten hilft eine einzelne Packungsangabe weiter. Bei Schere, Lineal und Spitzer haben wir nichts gefunden, woran man etwas erkennen könnte, und das steht so auch im Text. Wir gehen die Kategorien der Reihe nach durch und sagen jedes Mal dazu, ob sich die Umstellung lohnt. Wie der Schulalltag drumherum aussieht, steht im Ratgeber zum nachhaltigen Schulalltag, und warum beim Schulstart auch der Blick auf Gebrauchtes lohnt, klärt der Text über Schulsachen aus zweiter Hand.

Warum die Materialfrage beim Schulbedarf überhaupt etwas bringt

Schulbedarf ist ein Massengeschäft mit festem Termin. Nach einer Auswertung des Blauen Engels zum Heftemarkt werden in Deutschland jährlich rund 200 Millionen Schulhefte verkauft, aber nur etwa jedes zehnte besteht aus Recyclingpapier. Bei den Stiften liegt die Größenordnung ähnlich hoch. Die Vergabekriterien DE-UZ 200 vom Januar 2026 beziffern den Verbrauch in Deutschland für 2023 auf rund 330 Millionen Kugelschreiber, 177 Millionen Schreiber und Markierstifte mit Filzspitze sowie rund 100 Millionen holzgefasste Bleistifte.

Am besten dokumentiert ist der Unterschied beim Papier. Nach Daten des Blauen Engels zur Recyclingpapier-Bilanz spart die Herstellung von Recyclingpapier gegenüber Frischfaserpapier bis zu 80 Prozent Wasser und rund 70 Prozent Energie. Die Empfehlung des Umweltbundesamts zum Schulstart hält außerdem fest, dass Recyclingpapier dem Frischfaserpapier qualitativ gleichwertig ist. Es geht hier also nicht um Verzicht, sondern um dieselbe Sache aus einem anderen Rohstoff.

Teurer muss das nicht sein. Nach der Zahl der Woche des Statistischen Bundesamtes lagen Papierprodukte wie Schulhefte und Zeichenblöcke im Juni 2026 sogar 0,3 Prozent unter dem Vorjahresniveau, während sonstiges Schreib- und Zeichenmaterial wie Füller, Stifte und Farbkästen 3,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor kostete. Wer beim Papier umsteigt, zahlt für diese Entscheidung also nichts drauf.

Bei Heften, Blöcken und Ordnern ist die Sache eindeutig

Papierprodukte sind die Kategorie, in der ein Siegel wirklich etwas aussagt. Im Geltungsbereich DE-UZ 14b des Blauen Engels stehen nicht nur Schulhefte, sondern auch Heftumschläge, Mal- und Zeichenblöcke, Karteikarten, Notizbücher, Tonzeichenpapier, Bastelpapier, Hefter, Ordner, Ringbücher, Sammelmappen und Registraturen. Was das Zeichen zusichert, ist überprüfbar.

  • Die Papierfasern stammen zu 100 Prozent aus Altpapier.
  • Der Einsatz von Chlor, optischen Aufhellern und halogenierten Bleichmitteln ist bei der Herstellung verboten.
  • Höchstens 5 Prozent des Produkts dürfen aus anderen Materialien wie Kunststoff oder Metall bestehen.

Der dritte Punkt ist der, den man leicht übersieht. Er entscheidet darüber, wie viel Kunststoffdeckel und Metallmechanik an einem Ordner überhaupt sein dürfen. Für Kopier- und Multifunktionspapier gilt der eigene Geltungsbereich DE-UZ 14a mit derselben Anforderung an den Altpapieranteil. Praktisch heißt das: Wer für ein Kind Hefte, einen Schnellhefter und einen Zeichenblock braucht, kann alle drei mit demselben Zeichen suchen.

Das ist leichter zu finden, als es klingt. In der öffentlichen Liste der Zeichennehmer stehen neben klassischen Papiermarken auch Handelsunternehmen, unter anderem Aldi Süd, Lidl, Edeka, Kaufland, dm-drogerie markt, Rossmann, Müller und die memo AG. Das heißt nicht, dass jedes Heft dieser Anbieter das Zeichen trägt. Es heißt, dass es dort welche gibt und dass die Suche nicht bei einem Spezialversand anfangen muss.

Drei Aktenordner und zwei Schnellhefter aus ungebleichter Graupappe stehen aufrecht nebeneinander in einem hellen Regalfach
Auch Ordner, Hefter und Registraturen fallen in den Geltungsbereich des Blauen Engels für Recyclingpapier

Bei Stiften kommt es auf den Lack und auf die Nachfüllbarkeit an

Der greifbarste Unterschied bei Stiften steht nicht auf der Verpackung, sondern ist zu sehen. Lackiert oder unlackiert. Die Hinweise der Verbraucherzentrale NRW zum Schulanfang sind an dieser Stelle deutlich: In Bleistiften und Holzbuntstiften mit Lacküberzug können sich bedenkliche Stoffe wie Weichmacher verstecken, die vor allem beim Kauen oder Lutschen an den Stiftenden, aber auch über die Haut aufgenommen werden. Sie rät deshalb zu unlackierten Holzstiften, was vor allem bei Kindern zählt, die an ihren Stiften kauen.

Bei den bunten Kunststoffstiften wird es unübersichtlicher. Die Verbraucherzentrale NRW verweist auf einen Test der Stiftung Warentest von 2022, in dem in fast allen Textmarkern allergieauslösende Konservierungsstoffe nachgewiesen wurden. Bei den Tintenrollern fielen sieben von elf durch Schadstoffe auf, unter anderem durch Konservierungsstoffe, Naphthalin und Schwermetalle wie Blei. Die getesteten Tintenpatronen waren dagegen fast alle in Ordnung. Textmarker gibt es inzwischen auch als Holzstift ganz ohne Kunststoffhülle.

Dass es ein eigenes Umweltzeichen für Stifte gibt, wissen die wenigsten. Die Vergabekriterien DE-UZ 200 vom Januar 2026 gelten für Kugelschreiber, Gelschreiber, Tintenroller, Fasermaler, Fineliner, Textmarker, Füllfederhalter, holzgefasste Blei- und Buntstifte, Druckbleistifte, Pinsel und Stempel. Sie laufen bis Ende 2030 und verlangen unter anderem Folgendes.

  • PVC ist ausgeschlossen. Die eingesetzten Kunststoffe müssen insgesamt zu mindestens 80 Prozent aus Post-Consumer-Rezyklat bestehen oder zu mindestens 70 Prozent auf nachwachsenden Rohstoffen basieren.
  • Eingesetztes Holz muss über FSC, PEFC, Naturland oder vergleichbare Nachweise belegt sein.
  • Papierfasern müssen zu 100 Prozent aus Altpapier stammen.
  • In den Schreibmedien sind PFAS, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe und Duftstoffe ausgeschlossen, deren einziger Zweck der Duft ist.
  • Für Druckbleistifte, Füllfederhalter, Kugelschreiber, Tintenroller, Gelschreiber und Stempel müssen die Hersteller ein Nachfüllsystem anbieten, das ohne Spezialwerkzeug funktioniert.

Der letzte Punkt entscheidet über die Schuljahre hinweg am meisten. Ein Füller mit Patronen, ein Druckbleistift mit Minen und ein Kugelschreiber mit austauschbarer Mine sind Geräte, die ein Kind Jahre behalten kann. Ein verschweißter Einwegstift ist Müll, sobald die Farbe leer ist, egal wie günstig er war.

Nahaufnahme von acht unlackierten Holzbuntstiften, die nebeneinander auf mattem Papier liegen, mit sichtbarer Holzmaserung am Schaft
Am unlackierten Schaft ist die Holzmaserung sichtbar, ein Lacküberzug, in dem sich Weichmacher verstecken können, fehlt

Kleber und Radiergummi verraten sich über die Packung

Für Klebstoff und Radiergummi gibt es kein Umweltzeichen, das die Auswahl abkürzt. Was es gibt, sind wenige Angaben, die auf einer Packung entweder stehen oder eben fehlen.

  • Kleber sollte als frei von Lösemitteln gekennzeichnet sein. Umgekehrt weist das Gefahrsymbol für Entzündbarkeit, eine Flamme in einer rot umrandeten Raute, auf enthaltene Lösungsmittel hin.
  • Ein Hinweis auf Isothiazolinone sollte nicht auf der Packung zu finden sein, das sind Konservierungsmittel, die als allergieauslösend gelten.
  • Aus welchem Material Radiergummis bestehen, müssen Hersteller nicht angeben. Anbieter, die auf PVC verzichten, werben oft mit dem Hinweis frei von PVC, und nach genau dieser Angabe lohnt es sich zu suchen.
  • Duftende Radiergummis und Buntstifte bleiben besser liegen. Dahinter können allergieauslösende Duftstoffe stecken, und der Erdbeergeruch verleitet Kinder dazu, die Sachen in den Mund zu nehmen.

Für die üblichen Bastelarbeiten in der Schule reichen lösemittelfreie Kleber in flüssiger Form oder als Stift völlig aus. Das ist die angenehme Seite dieses Themas: Die unbedenklichere Wahl ist hier nicht die teurere, sie steht nur ein Regalbrett weiter und trägt kein Warnsymbol.

Tuschkasten, Schere und Lineal sind der ehrlichste Teil der Liste

Wasserfarben, Filz- und Buntstifte sowie Knete sollten nach den Angaben der Verbraucherzentrale ein CE-Zeichen tragen und am besten zusätzlich einen Hinweis darauf, dass sie den europäischen Spielzeugnormen der Reihe DIN EN 71 entsprechen. Bei Wachsmalstiften lohnt der Blick auf Testergebnisse besonders, dort waren polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe und Mineralölbestandteile nachweisbar.

Am Tuschkasten selbst gibt es einen praktischen Punkt, der mit Chemie nichts zu tun hat. Deckfarbkästen mit einzeln austauschbaren Näpfchen halten so lange, wie das Kind sie behalten will, weil sich Deckweiß und die schnell leeren Farben nachkaufen lassen. Ein Kasten ohne austauschbare Näpfchen ist verbraucht, sobald eine einzige Farbe aufgebraucht ist.

Bei Schere, Lineal, Spitzer und Geodreieck endet unsere Recherche ohne Ergebnis. Ein Umweltzeichen, das für diese Teile Kriterien festlegt, haben wir nicht gefunden, und eine Pflicht zur Materialangabe gibt es auch hier nicht. Was bleibt, ist die Frage nach der Haltbarkeit, und die lässt sich für diese Teile nicht mit einer Quelle beantworten. Belegbar ist nur die benachbarte Aussage der Verbraucherzentrale NRW zu Federmäppchen: Leder oder Stoff sind meist robuster und langlebiger als die Konkurrenz aus Kunststoff und zudem frei von gesundheitsbedenklichen Weichmachern. In Lederprodukten wird allerdings gelegentlich allergieauslösendes Chrom-VI oder krebserzeugendes Anilin nachgewiesen, ein Nachfragen beim Hersteller lohnt also.

Zum Mäppchen gehört noch ein Hinweis, der Geld spart. Fertig bestückte Mäppchen enthalten oft Dinge, die Erstklässler gar nicht brauchen, etwa Füller, Tintenkiller, Schreibschablonen, Zirkel oder Kugelschreiber. Selbst zusammenstellen ist in diesem Fall die kürzere Liste.

Geöffneter Deckfarbkasten aus Metall mit zwölf benutzten Farbnäpfchen und ein Holzpinsel auf einer Unterlage aus Packpapier von oben fotografiert
Ein Kasten mit einzeln austauschbaren Näpfchen überlebt die Farbe, die zuerst leer ist

Der Schulranzen ist eine Kategorie für sich

Beim Ranzen zählt zuerst etwas anderes als das Material, nämlich dass er passt und dass das Kind im Dunkeln gesehen wird. In Deutschland legt die Norm DIN 58124 Anforderungen an die Sicherheit und die Gebrauchstauglichkeit von Schulranzen fest, dazu gehören unter anderem diese Punkte.

  • retroreflektierendes und fluoreszierendes Material
  • Tragegurte und Tragegriffe
  • Regenwasserdichtheit
  • der Verschlussdeckel

Ranzen, die diese Norm erfüllen, sind am GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit erkennbar. Nach den Hinweisen der Verbraucherzentrale NRW zum Schulanfang kann ein solcher Ranzen auch gebraucht gekauft werden, solange die Polsterungen noch intakt sind, damit das Kind vom Tragen keine Druckstellen bekommt. Mehr dazu steht im Text über Schulsachen aus zweiter Hand.

Wann der Unterschied zu klein ist, um überhaupt zu kaufen

Nicht jede Kategorie lohnt eine Umstellung. Der Vergleich, der wirklich zählt, ist nicht das Recyclingheft gegen das Frischfaserheft, sondern das neue Heft gegen das halbvolle aus dem letzten Jahr. Ein Gegenstand, der schon im Haus ist, hat seine Herstellung hinter sich, und dagegen kommt kein Siegel an.

  • Halbvolle Hefte und Blöcke werden Schmierpapier, Vokabelkarten oder Notizblock, die leeren Rückseiten sind schnell wieder voll.
  • Stifte, die noch schreiben, werden nicht dadurch schlechter, dass ein zertifizierter danebenliegt.
  • Ordner und Hefter halten mehrere Jahre, ein neues Etikett reicht meistens.
  • Ein Deckfarbkasten mit nachkaufbaren Näpfchen ist dem neuen Kasten überlegen, solange der Deckel schließt.
  • Passt der Ranzen noch und ist die Polsterung intakt, gibt es keinen Grund für einen neuen.

Die Umstellung greift dort, wo ohnehin jedes Jahr nachgekauft wird, und das ist genug: Hefte, Blöcke, Klebestifte, Minen, Patronen, Zeichenpapier. Wer dort auf den Blauen Engel und auf zwei Packungsangaben achtet, hat den größten Teil erledigt, ohne einen einzigen funktionierenden Gegenstand zu ersetzen.

Häufige Fehler beim Einkauf der Schulsachen

Die Fehler, die uns bei dieser Recherche immer wieder begegnet sind, haben wenig mit Nachlässigkeit zu tun. Sie entstehen, weil Verpackungen mit Begriffen werben, die niemand einlösen muss.

  • Auf Wörter wie umweltfreundlich, öko oder nachhaltig auf der Verpackung vertrauen. Diese Begriffe sind nicht geschützt, der Blaue Engel dagegen ist ein geschütztes Zeichen mit veröffentlichten Kriterien und einem Vertrag dahinter.
  • Recyclingpapier am grauen Ton erkennen wollen. Umgekehrt gilt es nicht, graues Papier ist nicht automatisch zertifiziert, und zertifiziertes Papier ist nicht immer grau.
  • Das fertig bestückte Mäppchen kaufen. Es enthält oft Füller, Tintenkiller, Schreibschablonen, Zirkel oder Kugelschreiber, die im ersten Schuljahr niemand braucht.
  • Duftende Radiergummis und Stifte als harmlose Freude verbuchen. Sie können allergieauslösende Duftstoffe enthalten und verleiten zum Lutschen.
  • Alles auf einmal umstellen. Was noch funktioniert, wird aufgebraucht, sonst wird aus der guten Absicht ein zweiter Einkauf.

Keiner dieser Punkte ist für sich dramatisch. Zusammengenommen sind sie der Unterschied zwischen einer Ausstattung, die drei Jahre hält, und einer, die im Februar nachgekauft wird.

Häufige Fragen zu nachhaltigen Schulmaterialien

Woran erkenne ich Schulhefte aus Recyclingpapier?
Am Umweltzeichen Blauer Engel, konkret am Geltungsbereich DE-UZ 14b für Fertigerzeugnisse aus Recyclingpapier und -karton. Er sichert zu, dass die Papierfasern zu 100 Prozent aus Altpapier gewonnen wurden, dass bei der Herstellung kein Chlor, keine optischen Aufheller und keine halogenierten Bleichmittel eingesetzt werden und dass höchstens 5 Prozent des Produkts aus anderen Materialien wie Kunststoff oder Metall bestehen. Der graue Farbton allein ist kein Beleg, denn er ist weder vorgeschrieben noch geschützt. Neben dem Heft fallen auch Blöcke, Hefter, Ordner, Ringbücher und Registraturen in diesen Geltungsbereich.
Sind unlackierte Holzstifte wirklich besser als lackierte?
Für Kinder, die an Stiften kauen oder lutschen, ja. Die Verbraucherzentrale NRW weist darauf hin, dass sich in Bleistiften und Holzbuntstiften mit Lacküberzug bedenkliche Stoffe wie Weichmacher verstecken können, die vor allem beim Kauen und Lutschen an den Stiftenden, aber auch über die Haut aufgenommen werden. Beim unlackierten Stift entfällt die Beschichtung, in der diese Stoffe sitzen können. Der Stift schreibt deshalb nicht anders, er fühlt sich nur weniger glatt an, und die Farben lassen sich am Schaft schlechter unterscheiden.
Gibt es den Blauen Engel auch für Stifte?
Ja, unter der Kennung DE-UZ 200 für Schreibgeräte und Stempel. Die aktuelle Fassung stammt vom Januar 2026 und läuft bis Ende 2030. Sie schließt PVC aus, verlangt für die eingesetzten Kunststoffe mindestens 80 Prozent Post-Consumer-Rezyklat oder mindestens 70 Prozent nachwachsende Rohstoffe, fordert für Holz einen Nachweis über FSC, PEFC oder Naturland und schließt in den Schreibmedien unter anderem PFAS, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe und reine Duftstoffe aus. Für Druckbleistifte, Füllfederhalter, Kugelschreiber, Tintenroller, Gelschreiber und Stempel muss der Hersteller außerdem ein Nachfüllsystem anbieten und deutlich auf der Verpackung oder am Verkaufsort darauf hinweisen.
Was ist beim Klebstoff für die Schule wichtig?
Zwei Angaben auf der Packung reichen. Erstens die Kennzeichnung frei von Lösemitteln, denn für die üblichen Bastelarbeiten in der Schule genügen lösemittelfreie Kleber in flüssiger Form oder als Stift. Umgekehrt weist das Gefahrsymbol für Entzündbarkeit, also eine Flamme in einer rot umrandeten Raute, auf enthaltene Lösungsmittel hin. Zweitens sollte kein Hinweis auf Isothiazolinone auf der Packung stehen, das sind Konservierungsmittel mit allergieauslösendem Potenzial. Ein eigenes Umweltzeichen für Klebstoff, an dem man sich orientieren könnte, haben wir nicht gefunden.
Lohnt es sich, einen Schulranzen gebraucht zu kaufen?
Das geht, unter einer Bedingung. Nach der Verbraucherzentrale NRW kann ein Ranzen, der die Norm DIN 58124 erfüllt, auch gebraucht gekauft werden. Die Norm regelt Sicherheit und Gebrauchstauglichkeit, unter anderem retroreflektierendes und fluoreszierendes Material, Tragegurte, Tragegriffe, Regenwasserdichtheit und den Verschlussdeckel. Ranzen, die sie erfüllen, tragen das GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit, und das bleibt am gebrauchten Modell genauso lesbar wie am neuen. Die Bedingung nennt sie gleich mit: Die Polsterungen sollten noch intakt sein, damit das Kind vom Tragen keine Druckstellen bekommt.

Drei Angaben reichen für den ganzen Einkauf

Am Ende dieser Recherche bleiben drei Dinge übrig, auf die man beim Einkauf schauen kann. Der Blaue Engel bei allem aus Papier und Karton und, wenn er sich findet, auch bei den Stiften, weil dahinter mit DE-UZ 14b und DE-UZ 200 veröffentlichte Kriterien und ein Vertrag mit der Zeichenvergabestelle stehen. Die Materialangabe bei Stiften und Radiergummi, also unlackiert und frei von PVC. Dazu das Gefahrsymbol beim Kleber, das im Idealfall fehlt.

Der vierte und wichtigste Punkt steht auf keiner Packung. Was vom letzten Jahr noch funktioniert, bleibt im Einsatz. Wer nur ersetzt, was wirklich leer oder kaputt ist, und dabei auf die drei Angaben achtet, kommt weiter als mit einem kompletten Neueinkauf im Zeichen der guten Absicht. Fang mit dem Papier an, dort ist der Unterschied am größten und die Suche am kürzesten.

Quellen und Referenzen

  1. In Deutschland werden jedes Jahr rund 200 Millionen Hefte verkauft, und nur etwa jedes zehnte Schulheft besteht aus Recyclingpapier.

  2. In Deutschland wurden 2023 rund 330 Millionen Kugelschreiber, 177 Millionen Schreiber und Markierstifte mit Filzspitze sowie rund 100 Millionen holzgefasste Bleistifte verbraucht.

  3. Nach Angaben des Blauen Engels braucht die Herstellung von Recyclingpapier gegenüber Frischfaserpapier bis zu 80 Prozent weniger Wasser und rund 70 Prozent weniger Energie.

  4. Im Juni 2026 lagen Papierprodukte wie Schulhefte und Zeichenblöcke nach dem Verbraucherpreisindex 0,3 Prozent unter dem Vorjahresmonat, sonstiges Schreib- und Zeichenmaterial wie Füller, Stifte und Farbkästen kostete 3,5 Prozent mehr.

  5. Papierwaren mit dem Blauen Engel nach DE-UZ 14b, darunter Schulhefte, Blöcke, Hefter, Ordner und Registraturen, bestehen in ihren Fasern vollständig aus Altpapier, werden ohne Chlor, optische Aufheller und halogenierte Bleichmittel hergestellt und dürfen höchstens 5 Prozent andere Materialien wie Kunststoff oder Metall enthalten. Kopier- und Multifunktionspapier regelt der eigene Geltungsbereich DE-UZ 14a.

  6. Die Verbraucherzentrale NRW rät zum Schulanfang zu unlackierten Holzstiften, weil sich in lackierten Bleistiften und Holzbuntstiften bedenkliche Stoffe wie Weichmacher verstecken können, die vor allem beim Kauen oder Lutschen an den Stiftenden, aber auch über die Haut aufgenommen werden.

  7. Nach Angaben der Verbraucherzentrale NRW wies die Stiftung Warentest 2022 in fast allen getesteten Textmarkern allergieauslösende Konservierungsstoffe nach; bei den Tintenrollern fielen sieben von elf durch Schadstoffe auf, unter anderem Konservierungsstoffe, Naphthalin und Schwermetalle wie Blei, während die getesteten Tintenpatronen fast alle in Ordnung waren. Textmarker gibt es auch als Holzbuntstifte ohne Kunststoffhülle.

  8. Die Vergabekriterien des Blauen Engels für Schreibgeräte (DE-UZ 200, Januar 2026, gültig bis Ende 2030) schließen PVC aus, verlangen Kunststoffe zu mindestens 80 Prozent aus Post-Consumer-Rezyklat oder zu mindestens 70 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen, zertifiziertes Holz und Papierfasern aus Altpapier, verbieten PFAS, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe und reine Duftstoffe in den Schreibmedien und verpflichten Hersteller von Kugelschreibern, Füllern, Druckbleistiften, Tintenrollern, Gelschreibern und Stempeln zu Nachfüllsystemen ohne Spezialwerkzeug.

  9. Die Verbraucherzentrale NRW rät zu Klebern, die als frei von Lösemitteln gekennzeichnet sind, und ohne Hinweis auf allergieauslösende Konservierungsmittel wie Isothiazolinone; das Gefahrsymbol für Entzündbarkeit weist auf Lösungsmittel hin. Das Material von Radiergummis müssen Hersteller nicht angeben, Anbieter ohne PVC werben oft mit dem Hinweis frei von PVC. Duftende Radiergummis und Buntstifte können allergieauslösende Duftstoffe enthalten, und Gerüche wie Erdbeere können Kinder dazu verleiten, sie in den Mund zu nehmen.

  10. Die Verbraucherzentrale NRW rät, dass Wasserfarben, Filz- und Buntstifte sowie Knete ein CE-Zeichen tragen und am besten zusätzlich einen Hinweis auf die europäischen Spielzeugnormen DIN EN 71; bei Wachsmalstiften empfiehlt sie den Blick auf Testergebnisse, weil in vielen Produkten polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe und Mineralölbestandteile (MOAH) nachweisbar waren.

  11. Beim Schulranzen ist nach der Verbraucherzentrale NRW am wichtigsten, dass er passt und im Dunkeln gut sichtbar ist. Die Norm DIN 58124 legt in Deutschland Anforderungen an Sicherheit und Gebrauchstauglichkeit fest, darunter retroreflektierendes und fluoreszierendes Material, Tragegurte, Tragegriffe, Regenwasserdichtheit und den Verschlussdeckel. Normgerechte Ranzen sind am GS-Zeichen erkennbar und können auch gebraucht gekauft werden, solange die Polsterungen intakt sind.

Weitere Quellen

  1. Umweltbundesamt: Schulstart mit dem Blauen Engel Original (externe Seite)