Zwei einfarbige T-Shirts gefaltet nebeneinander auf heller Eichenplatte, eines dünn und flach, eines schwer und hoch
Gleiche Faser, zwei verschiedene Kleidungsstücke. Der Unterschied steckt im Flächengewicht.

T-Shirts aus Bio-Baumwolle für Männer im Vergleich

T-Shirts aus Bio-Baumwolle im Vergleich. Was Flächengewicht, gekämmtes Garn und die Siegel GOTS, Fairtrade und Grüner Knopf wirklich über ein Shirt sagen.

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Das T-Shirt ist das Kleidungsstück mit der kürzesten Kaufentscheidung und der längsten Nutzungsdauer. Ausgesucht ist es in zwei Minuten, getragen wird es jahrelang, und irgendwann liegt es ausgeleiert und ausgewaschen im Regal, ohne dass jemand sagen könnte, woran das nun lag. Wer beim nächsten Mal besser entscheiden will, findet Shirts aus Bio-Baumwolle, deren Etiketten sich fast identisch lesen. Bio-Baumwolle, GOTS, fair produziert. Vier Shirts, vier Preise, ein Versprechen.

Der Unterschied zwischen zwei zertifizierten Shirts steckt aber nicht im Siegel. Er steckt in zwei Zahlen und einem Wort, die selten jemand erklärt: im Flächengewicht des Stoffs, in der Garnqualität und im Schnitt. Wer diese drei Angaben liest, kann in einer Minute entscheiden, ob ein Shirt zu dem passt, wofür es gedacht ist. Wer nur auf die Faser schaut, kauft dreimal hintereinander dasselbe Missverständnis.

Dieser Vergleich ist deshalb eine Kaufhilfe und kein Grundlagentext. Warum Bio-Baumwolle im Anbau anders dasteht als konventionelle Baumwolle, haben wir ausführlich an anderer Stelle aufgeschrieben. Hier geht es um die Anschlussfrage: Welches von mehreren Shirts aus Bio-Baumwolle nimmst du, und wofür? Für Damenshirts, bei denen die Grammangabe häufiger fehlt und Strickart und Schnitt mehr entscheiden, gibt es einen eigenen Vergleich.

Vorweg die Grenze dieses Textes. Wir testen nicht. Bei uns ist kein Shirt dreißigmal in der Maschine gewesen, keins lag auf einer Waage, und keins wurde nach einem Jahr nachgemessen. Was wir gemacht haben, ist Lesearbeit: die Produktdaten unseres kuratierten Sortiments nebeneinanderlegen, die Angaben der Marken mit dem abgleichen, was die Zertifikate tatsächlich abdecken, und die Umweltzahlen bei den Stellen nachschlagen, die sie erheben.

Woran wir T-Shirts messen

Jede Auswahl ist eine Wertung, deshalb stehen die Kriterien hier offen, bevor ein einziges Produkt vorkommt. Vier Fragen haben wir an jedes Shirt gestellt, und drei davon lassen sich an den Produktdaten beantworten, wenn die Marke sie herausrückt.

  • Wie schwer ist der Stoff? Das Flächengewicht in Gramm pro Quadratmeter entscheidet darüber, ob ein Shirt im Gegenlicht durchscheint, ob es fällt oder steht und ob es nach zwei Sommern noch seine Form hat.
  • Wie ist das Garn gemacht? Gekämmte Baumwolle hat weniger kurze Faserenden an der Oberfläche. Das Gestrick bleibt glatter, fusselt weniger und bekommt später Knötchen.
  • Was deckt das Siegel wirklich ab? GOTS, Fairtrade Cotton und der Grüne Knopf prüfen drei verschiedene Dinge, und keines davon ist ein Urteil über die Qualität des Stoffs.
  • Passt der Schnitt zum Zweck? Ein Oversize-Shirt mit überschnittenen Schultern und ein klassisch geschnittenes Shirt lösen verschiedene Aufgaben, auch wenn das Material dasselbe ist.

Diese vier wiegen nicht gleich schwer. Das Flächengewicht ist der einzige Wert, der sich zwischen zwei Marken unmittelbar vergleichen lässt, und er sagt am meisten darüber, wie lange ein Shirt durchhält. Die Zertifikate sagen dagegen nichts über den Stoff in der Hand. Sie sagen etwas darüber, unter welchen Bedingungen er entstanden ist. Beides ist wichtig, aber es sind zwei verschiedene Fragen, und sie werden im Handel ständig zu einer verrührt.

Was wir nicht beurteilen können, gehört genauso hierher. Ob eine Schulternaht nach fünfzig Wäschen hält, ob der Halsausschnitt ausleiert, ob ein Shirt in der Länge eingeht, wie farbecht es bleibt: dazu steht in den Produktdaten nichts, und ausprobiert haben wir es nicht. Auch das Verhältnis von Preis und Tragedauer bleibt offen, denn dafür müsste jemand über Jahre mitschreiben. Wo unten eine Zahl steht, stammt sie aus den Produktdaten oder aus einer benannten Quelle.

Was hundert Gramm Unterschied im Alltag bedeuten

Das Flächengewicht beschreibt, wie viel Garn in einer bestimmten Fläche Gestrick steckt, angegeben in Gramm pro Quadratmeter. In unserem Sortiment liegen zwischen dem leichtesten und dem schwersten Herrenshirt derselben Marke rund hundert Gramm Unterschied: 160 beim klassisch geschnittenen AVAN aus Single-Jersey, dem einlagig gestrickten Standardstoff für T-Shirts, 260 beim BHAJAN im Oversize-Schnitt. Das ist kein Detail auf dem Datenblatt. Das sind zwei verschiedene Kleidungsstücke.

Mehr Garn auf gleicher Fläche heißt blickdichter, formstabiler, wärmer und langsamer trocknend. Weniger Garn heißt kühler, weicher fallend, im Gegenlicht durchscheinender und anfälliger dafür, sich an Schultern und Saum zu verziehen. Ein schweres Shirt steht, ein leichtes fällt. Beides kann gewollt sein, aber nur eines von beidem passt zu dem, was du damit vorhast.

Daraus folgt keine Rangfolge, sondern eine Zuordnung. Wer ein Shirt im Hochsommer oder unter Hemd und Pullover trägt, ist mit dem leichteren besser bedient, weil es kühler bleibt und nicht aufträgt. Wer es solo trägt und will, dass die Schultern nach zwei Jahren noch dort sitzen, wo sie hingehören, greift zum schweren Jersey. Die häufigste Enttäuschung nach dem Kauf ist nicht schlechte Qualität, sondern ein Shirt im falschen Gewicht.

Ein zweiter Wert steht seltener im Datenblatt und lohnt trotzdem die Suche: ob die Baumwolle gekämmt ist. Beim Kämmen werden die kurzen Fasern vor dem Spinnen aussortiert. Übrig bleibt ein glatteres Garn mit weniger abstehenden Enden, und das Gestrick fusselt weniger und bildet später Knötchen. Zwei der vier Shirts in unserer Auswahl nennen ausdrücklich gekämmte Bio-Baumwolle. Bei den anderen beiden steht dazu nichts, was nicht heißt, dass sie es nicht sind, sondern nur, dass wir es nicht wissen.

Makroaufnahme der Maschenstruktur eines einfarbigen Jerseystoffs im Streiflicht auf dunkler Schieferfläche
Im Streiflicht wird sichtbar, wie dicht die Maschen liegen. Genau das steckt hinter der Zahl auf dem Datenblatt.

Was GOTS, Fairtrade und der Grüne Knopf jeweils abdecken

Auf den vier Shirts stehen zusammen drei verschiedene Siegel, und sie beantworten drei verschiedene Fragen. Deshalb ist ein Shirt mit drei Siegeln nicht dreimal so gut wie eines mit einem. Es hat schlicht mehr Aspekte abgedeckt.

GOTS

Der Global Organic Textile Standard setzt an der Faser an und begleitet sie durch die Verarbeitung. Er verlangt einen Mindestanteil biologisch erzeugter Naturfasern, schränkt Chemikalien in Färberei und Ausrüstung ein und stellt Sozialkriterien an die verarbeitenden Betriebe. Was er nicht tut, ist ebenso wichtig: Er sagt nichts über Schnitt, Garnqualität oder Haltbarkeit. Ein Shirt mit GOTS-Zertifizierung kann ein schlecht sitzendes Shirt sein.

Fairtrade Cotton

Fairtrade setzt früher an, nämlich beim Preis für die Rohbaumwolle. Die Zertifizierung sichert den Erzeugerorganisationen einen Mindestpreis und eine Prämie zu. Das ist eine Aussage über die Landwirtschaft am Anfang der Kette, nicht über die Näherei und schon gar nicht über das Gestrick. Wer Baumwollanbau als soziale Frage begreift, findet hier die passende Antwort, und nur hier.

Grüner Knopf

Der Grüne Knopf ist ein staatliches Siegel des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Er prüft zwei Ebenen: das Produkt anhand anerkannter Standards und zusätzlich das Unternehmen dahinter, also ob es seinen Sorgfaltspflichten in der Lieferkette nachkommt. Damit ist er das einzige der drei Siegel, das nicht nur auf ein Kleidungsstück schaut, sondern auf den Betrieb, der es verkauft.

In unserer Auswahl trägt genau ein Shirt alle drei Kennzeichnungen: das PRAVIN ist nach GOTS, Grüner Knopf und Fairtrade Cotton zertifiziert. Das AVAN führt GOTS und Fairtrade, das BHAJAN GOTS. Beim Unisex-Shirt des Händlers nennen die Produktdaten kein Zertifikat, nur die Faser. Was kein Siegel leistet, gilt aber für alle vier gleichermaßen: Keines beantwortet die Frage, wie lange du das Shirt tragen wirst. Diese Frage entscheidet über die Umweltbilanz mehr als jede Zertifizierung.

Rohe ungefärbte Baumwollfasern und einzelne Kapseln in einer flachen Holzschale auf hellem Holztisch
Zertifikate setzen dort an, wo das Shirt noch gar kein Shirt ist.

Wie wir die vier Shirts ausgewählt haben

Die vier Shirts unten stammen aus unserem kuratierten Sortiment, durchgesehen am 20. August 2026; die Produktdaten selbst stammen aus dem Katalogabgleich vom 29. Juli 2026. Ausgewählt sind sie nicht nach Marke, sondern nach den vier Fällen, die den Alltag abdecken: ein leichtes Shirt für den Sommer, ein schweres Jersey für alles, was solo getragen wird, das Shirt mit der größten Zertifikatstiefe und ein Unisex-Shirt mit Print. Wer nach Marken sortiert, vergleicht am Ende Logos und nennt es Materialvergleich.

Zur Ehrlichkeit gehört die Grenze dieser Auswahl. Drei der vier Shirts kommen von derselben Marke, das vierte vom Händler selbst. Bei Herrenshirts aus Bio-Baumwolle deckt unser Sortiment derzeit im Wesentlichen MELA ab. An keinem der Shirts verdienen wir etwas, SHYFT wird privat getragen und hat derzeit keine Erlösquelle. Vier weitere Marken gehören fachlich ohne Weiteres in diesen Vergleich, haben aber weder Produktbild noch direkten Shoplink und deshalb keine Karte. Sie stehen weiter unten im Text.

Was die vier Shirts unterscheidet

Alle vier bestehen aus Bio-Baumwolle, alle vier sind Rundhalsshirts, und damit endet die Gemeinsamkeit. Eine Vorbemerkung zu den Karten: Der Händlerkatalog führt jede Größe als eigenen Artikel mit eigenem Preis. Was du siehst, ist deshalb immer eine bestimmte Größe in einer bestimmten Farbe und nicht das Preisniveau der Marke.

Das leichte Shirt für den Sommer und unter dem Hemd

Das AVAN ist mit 160 Gramm pro Quadratmeter im Single-Jersey das leichteste der vier und das einzige mit ausdrücklich klassischem Schnitt, also weder eng noch weit. Die Baumwolle ist gekämmt, zertifiziert ist es nach GOTS und Fairtrade, das Bündchen am Hals ist breit gerippt. Für heiße Tage und für alles, was unter einem Hemd oder Pullover verschwindet, ist das genau richtig. Die Grenze ist dieselbe Zahl: In hellen Farben scheint ein Stoff dieses Gewichts im Gegenlicht durch, und wer sein Shirt gern lang und formstabil mag, wird hier nicht glücklich.

Das schwere Jersey für Shirts, die allein getragen werden

Das BHAJAN liegt mit 260 Gramm pro Quadratmeter am anderen Ende, ebenfalls aus gekämmter Baumwolle und GOTS-zertifiziert. Es ist blickdicht, es steht statt zu fallen, und es ist das Shirt, das man kauft, wenn es allein getragen wird. Zwei Dinge gehören dazu gesagt. Der Schnitt ist Oversize mit überschnittenen Schultern, also eine modische Entscheidung, die nicht jeder mitgehen will und die auch nicht zu jeder Statur passt. Ein Stoff dieses Gewichts ist im Hochsommer außerdem schlicht warm.

Das Shirt mit der größten Zertifikatstiefe

Das PRAVIN ist das einzige der vier, das GOTS, Grüner Knopf und Fairtrade Cotton zusammen führt. Damit deckt es die Faser, die Verarbeitung, den Erzeugerpreis und die Sorgfaltspflichten des Unternehmens ab, so weit Siegel das eben können. Beim Stoff wird die Auskunft dünner: Die Produktbeschreibung nennt schweres Jersey, aber keine Zahl, und zum Kämmen des Garns steht dort nichts. Wir tragen an dieser Stelle keine Schätzung nach. Dazu kommt eine gestickte Fahrradsilhouette auf der Brust, ein kleines Motiv, das man mögen muss.

Das Unisex-Shirt mit Print

Das Utopie-Shirt aus der Zusammenarbeit des Händlers memo mit einem Musikprojekt besteht laut Produktdaten aus 100 % Bio-Baumwolle und ist unisex geschnitten. Es ist von den vieren am wenigsten ein Basisteil und am meisten eine Aussage, und als solche funktioniert es. Zu Flächengewicht, Garn und Zertifikaten steht in den Produktdaten allerdings nichts, was für einen Vergleich entlang dieser Kriterien wenig hergibt. Wer die Botschaft will, nimmt es. Wer ein Shirt für die nächsten fünf Jahre sucht, hat oben die besseren Daten.

Vier starke Marken ohne Karte

Hier ist Transparenz nötig, denn diese vier Namen gehören in jeden ehrlichen Vergleich fairer Basisteile, und trotzdem findest du zu ihnen keine Karte und keinen Link. ARMEDANGELS aus Köln führt GOTS und Fairtrade und hat mit dem Basisshirt eines der bekanntesten Stücke der Kategorie. hessnatur aus Butzbach produziert seit 1976 mit GOTS und ist Mitglied der Fair Wear Foundation, was die Arbeitsbedingungen in den Nähereien betrifft. recolution aus Hamburg arbeitet GOTS-zertifiziert, ThokkThokk aus München mit GOTS und Fairtrade. Alle vier liegen bei uns als Produkte vor, aber ohne Produktbild und ohne direkten Shoplink rendert die Karten-Komponente nichts. Fachlich ändert das an ihrer Position nichts, deshalb stehen sie hier.

Warum die Tragedauer mehr entscheidet als die Faser

Ein Shirt aus Bio-Baumwolle ist ein besseres Shirt als eines aus konventioneller Baumwolle, aber es ist immer noch ein gekauftes Kleidungsstück. Das Umweltbundesamt beziffert den Kauf in Deutschland auf etwa 18 Kilogramm Bekleidung pro Person und Jahr, gegenüber 8 Kilogramm im weltweiten Durchschnitt, und rechnet rund 135 Kilogramm CO2-Äquivalente pro Person und Jahr dagegen. Die Europäische Umweltagentur zählt für 2022 im Schnitt 19 kg Textilien je Person in der EU, so viel wie nie zuvor, und ordnet Textilien auf Rang fünf der umweltbelastendsten Konsumbereiche der Haushalte ein.

Vor diesem Hintergrund sind die Faserzahlen zu lesen. Eine Ökobilanz von Textile Exchange aus dem Jahr 2014 kommt auf 91 Prozent weniger Blau-Wasserverbrauch bei Bio-Baumwolle gegenüber konventioneller Baumwolle aus den USA, vor allem weil Bio-Baumwolle überwiegend regengespeist wächst. Wie viel Wasser überhaupt im Spiel ist, zeigt die ältere Rechnung des Stockholm Environment Institute: rund 9.758 Liter Wasser für 1 kg verwendbare Baumwollfaser, während 1 kg Hanffaser mit etwa 2.400 bis 3.400 Liter auskommt. Beide Zahlen gelten der Faser und nicht dem fertigen Shirt, und wir rechnen sie auch nicht darauf um.

Der Punkt ist ein anderer: Diese Ersparnis fällt einmal an, beim Anbau. Wie sie sich auf ein Kleidungsstück verteilt, entscheidet sich danach, in der Anzahl der Tage, an denen es getragen wird. Ein schweres Shirt, das seine Form behält, verteilt seinen Herstellungsaufwand auf mehr Tage als drei leichte, die nacheinander ausgeleiert im Regal landen. Deshalb steht die Frage nach dem Flächengewicht in diesem Text vor der Frage nach dem Siegel. Wie du Helles über Jahre hell hältst, steht in unserer Anleitung zur Waschroutine für helle Wäsche.

Eine Abgrenzung noch, weil im selben Sortiment auch Funktionsshirts stehen, etwa von VAUDE, teils aus Merinowolle mit Polyester. Für Bergsport und Radfahren sind sie gebaut, dort spielen sie ihre Stärken aus, und für den Vergleich hier sind sie deshalb die falsche Kategorie. Zur Faserfrage selbst gibt es einen Befund aus der Fachzeitschrift Applied and Environmental Microbiology: Nach einer Fitness-Einheit rochen T-Shirts aus Polyester signifikant unangenehmer und intensiver als solche aus Baumwolle, und die für stechenden Schweißgeruch verantwortlichen Mikrokokken fanden sich fast ausschließlich auf den Synthetikfasern. Das galt für Sportkleidung nach dem Schwitzen, nicht für einen Bürotag, und wir rechnen es nicht darauf um.

Drei einfarbige T-Shirts auf schlichten Holzbügeln an einer Kleiderstange vor weißer Wand
Die Frage ist nicht, welches Shirt neu am besten aussieht, sondern welches in drei Jahren noch hängt.

So entscheidest du dich

Der Weg ist kürzer, als die Auswahl vermuten lässt. Erste Frage: Wird das Shirt allein getragen oder verschwindet es unter etwas? Allein getragen heißt schwerer Stoff, darunter getragen heißt leichter. Zweite Frage: Steht ein Flächengewicht in den Produktdaten? Steht dort keins, ist das schon eine Auskunft, und du kannst sie nachfragen. Dritte Frage: Welche Frage soll das Siegel beantworten, die nach der Faser, die nach dem Erzeugerpreis oder die nach dem Unternehmen? Wer alle drei will, sucht nach einem Shirt mit allen drei Zeichen.

Wer nur ein Shirt kauft, kauft das schwerere. Es kostet mehr, es hält länger die Form, und es sieht nach zwei Jahren noch nach etwas aus, während die leichte Variante dann meistens schon das Hausshirt ist. Wer im Sommer viel schwitzt oder Shirts grundsätzlich unter anderem trägt, dreht die Empfehlung um. Für den Schreibtisch mit Hemd darüber ist das leichte Shirt schlicht das bessere Kleidungsstück.

Die ehrliche Grenze zum Schluss. Dieser Vergleich sagt, welches Gewicht, welches Garn und welches Siegel zu welchem Zweck passen, gestützt auf die Produktdaten unseres Sortiments und die Zahlen der zuständigen Stellen. Er sagt nicht, welches Shirt nach fünfzig Wäschen noch die Form seines Halsausschnitts hat. Das wüssten wir selbst gern, und es lässt sich nur über Jahre und nicht am Datenblatt beantworten.

Häufige Fragen zur Auswahl

Wie viel Gramm pro Quadratmeter sollte ein gutes T-Shirt haben?
Es gibt keinen einzelnen richtigen Wert, sondern eine Zuordnung nach Zweck. In unserem Sortiment steht ein Wert von 160 Gramm pro Quadratmeter für ein leichtes, klassisch geschnittenes Shirt aus Single-Jersey, wie man es im Sommer oder unter Hemd und Pullover trägt. Ein Wert von 260 steht für schweres Jersey, das blickdicht ist und seine Form behält, dafür aber wärmer ist. Wer das Shirt allein trägt, fährt mit dem schwereren besser, wer es darunter trägt, mit dem leichteren.
Ist ein GOTS-zertifiziertes T-Shirt automatisch hochwertig?
Nein. Der Global Organic Textile Standard verlangt einen Mindestanteil biologisch erzeugter Naturfasern, schränkt Chemikalien in der Verarbeitung ein und stellt Sozialkriterien an die Betriebe. Über Flächengewicht, Garnqualität, Schnitt und Nahtverarbeitung sagt er nichts. Zwei Shirts mit demselben Siegel können sich in der Haltbarkeit deutlich unterscheiden. Das Siegel beantwortet die Frage, wie ein Shirt entstanden ist, nicht die Frage, wie lange es hält.
Was ist der Unterschied zwischen GOTS, Fairtrade Cotton und dem Grünen Knopf?
Die drei setzen an verschiedenen Punkten an. GOTS begleitet die Naturfaser durch die Verarbeitung und regelt Chemikalien sowie Sozialkriterien in den Betrieben. Fairtrade Cotton sichert den Erzeugerorganisationen einen Mindestpreis und eine Prämie für die Rohbaumwolle, betrifft also die Landwirtschaft. Der Grüne Knopf ist ein staatliches Siegel und prüft zusätzlich zum Produkt das Unternehmen selbst, also dessen Sorgfaltspflichten in der Lieferkette. Ein Shirt mit allen drei Zeichen hat mehr Aspekte abgedeckt, ist deshalb aber nicht automatisch der bessere Stoff.
Was bedeutet gekämmte Bio-Baumwolle?
Beim Kämmen werden vor dem Spinnen die kurzen Fasern aus dem Material aussortiert. Zurück bleibt ein gleichmäßigeres Garn mit weniger abstehenden Faserenden. Das Gestrick fühlt sich glatter an, fusselt weniger und bildet später Knötchen an den Stellen, die reiben. Die Angabe steht nicht in jedem Datenblatt. Fehlt sie, heißt das nicht, dass die Baumwolle ungekämmt ist, sondern nur, dass die Marke die Auskunft nicht gibt.
Baumwolle oder Funktionsfaser für heiße Tage?
Das hängt an der Belastung. Funktionsshirts aus Polyester oder Merinomischungen transportieren Feuchtigkeit schnell nach außen und trocknen rasch, dafür sind sie beim Sport gebaut. Für den Geruch spricht ein anderer Befund: In einer Untersuchung rochen Shirts aus Polyester nach einer Fitness-Einheit deutlich unangenehmer als Shirts aus Baumwolle, weil sich die dafür verantwortlichen Bakterien fast nur auf den Synthetikfasern ansiedelten. Das galt für Sportkleidung, lässt sich also nicht eins zu eins auf den Alltag übertragen. Für die Bergtour bleibt Funktionskleidung die passende Wahl. An einem heißen Bürotag entscheidet eher das Flächengewicht des Shirts als die Faser.
Wie wasche ich ein T-Shirt aus Bio-Baumwolle, damit es länger hält?
Kühl, auf links gedreht und selten genug. Baumwolle verträgt 30 Grad problemlos, jede höhere Temperatur belastet Farbe und Fasern stärker, ohne im Alltag mehr Sauberkeit zu bringen. Auf links gewendet reibt die Außenseite weniger und bildet später Knötchen. Trockner meiden hilft gegen Einlaufen und gegen ausgeleierte Halsausschnitte, weil das Gestrick beim Trocknen auf der Leine seine Form behält. Was nur getragen und nicht geschwitzt wurde, muss außerdem nicht nach jedem Tag in die Maschine.

Quellen und Referenzen

  1. T-Shirts aus Polyester rochen nach einer intensiven Fitness-Einheit in einer kontrollierten Studie signifikant unangenehmer und intensiver als T-Shirts aus Baumwolle. Die für den stechenden Schweißgeruch verantwortlichen Mikrokokken fanden sich fast ausschließlich auf den Synthetikfasern.

Weitere Quellen

  1. Umweltbundesamt, Kleidung bewusst und nachhaltig konsumieren Original (externe Seite)
  2. European Environment Agency, Consumption of clothing, footwear and other textiles in the EU reaches new record high Original (externe Seite)
  3. Textile Exchange, Life Cycle Assessment of Organic Cotton Original (externe Seite)
  4. Stockholm Environment Institute, Ecological Footprint and Water Analysis of Cotton, Hemp and Polyester Original (externe Seite)