Gießkanne gießt am frühen Morgen einen bepflanzten Balkonkübel im warmen Gegenlicht
Früh am Morgen und direkt an der Wurzel gegossen, so verdunstet am wenigsten Wasser

Wie du Garten und Balkon bei Hitze bewässerst und dabei Wasser sparst

So bewässerst du Garten und Balkon bei Hitze klug, sparst Leitungswasser und bringst deine Pflanzen gut durch die Trockenheit.

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Angefangen hat dieser Artikel an einem dieser flirrenden Tage Ende Juni in Frankfurt, als auf unserem Balkon im Westend die Tomaten schon am späten Vormittag schlaff über den Rand des Kübels hingen. Die Erde war oben staubtrocken, und der erste Reflex war, die Gießkanne zu füllen und großzügig nachzugießen. Zwei Stunden später hingen die Blätter genauso müde, das Wasser war weg, und wir standen mit der Kanne wieder da. Irgendwann drängte sich die Frage auf, ob wir eigentlich alles falsch machen, was man beim Gießen falsch machen kann.

Wenn draußen die Hitze steht, geraten Garten und Balkon schnell in einen Zwiespalt. Auf der einen Seite sollen die Pflanzen nicht vertrocknen, auf der anderen fühlt es sich falsch an, bei sinkenden Grundwasserständen literweise sauberes Trinkwasser auf die Beete zu kippen. Viele fragen sich in solchen Wochen sogar, ob sie überhaupt noch gießen dürfen. Die gute Nachricht vorweg: Du musst deine Pflanzen nicht aufgeben, um sparsam mit Wasser umzugehen. Die meisten wassersparenden Methoden tun den Pflanzen sogar gut, weil sie sie widerstandsfähiger machen.

In diesem Ratgeber gehen wir der Reihe nach durch, wie du Garten und Balkon bei Hitze versorgst und dabei so wenig Leitungswasser wie möglich verbrauchst: wann du am besten gießt, wie du selten, aber richtig wässerst, wie Mulch und ein humusreicher Boden das Wasser im Boden halten, wie du Regenwasser sammelst und nutzt und welche Pflanzen mit Trockenheit von Haus aus zurechtkommen. Wir schreiben das aus der Perspektive von Menschen, die selbst mit Balkonkübeln durch heiße Frankfurter Sommer kommen, und stützen die Empfehlungen auf offizielle Stellen wie das Umweltbundesamt, den NABU und den BUND. Wo wir an Grenzen stoßen, sagen wir es offen.

Warum sparsames Gießen im Sommer zählt

Wie kostbar das Wasser ist, das aus dem Gartenschlauch kommt, wird im Alltag leicht vergessen. Nach den Wassernutzungsdaten des Umweltbundesamts verbrauchte in Deutschland jede Person im Jahr 2022 im Schnitt 126 Liter Trinkwasser pro Tag, den größten Teil davon für Körperpflege und Toilettenspülung. Der Garten taucht in dieser Statistik gar nicht als eigener Posten auf, denn was wir auf Beet und Balkon gießen, kommt in vielen Haushalten zusätzlich obendrauf. Dabei ist es dasselbe aufwendig aufbereitete Wasser mit Trinkwasserqualität, mit dem wir auch kochen und duschen.[1]

Dass sich der sparsame Umgang gerade im Sommer lohnt, zeigen die Angaben des Umweltbundesamts zur Trockenheit in Deutschland. Rund 70 Prozent unseres Trinkwassers stammen aus Grundwasser, und dessen Stände sind in den trockenen Jahren 2018, 2019, 2020 und 2022 regional deutlich gefallen. Ausgerechnet in den heißen Wochen, in denen der Garten am meisten Wasser verlangt, ist die Ressource also am knappsten. Die eigentliche Aufgabe ist deshalb weniger, gar nicht zu gießen, sondern das Wasser so einzusetzen, dass möglichst wenig davon ungenutzt verdunstet oder versickert.[2]

Gieße früh am Morgen statt in der Mittagshitze

Der einfachste Schritt kostet nichts und macht sofort einen Unterschied: die richtige Tageszeit. Die Gieß-Empfehlungen des NABU sind hier eindeutig. Am besten gießt du früh am Morgen, wenn der Boden noch kühl ist und das Wasser Zeit hat, in die Erde einzuziehen, bevor die Sonne hochsteht. Gießt du dagegen mittags in die pralle Sonne, verdunstet ein großer Teil des Wassers, noch bevor die Wurzeln überhaupt etwas davon haben, und die Tropfen auf den Blättern können in der Sonne wie kleine Brenngläser wirken.[3]

Der frühe Morgen hat gegenüber dem Abend einen kleinen Vorsprung: Über Nacht kühlt der Boden nicht so stark aus, und feuchtes Laub trocknet tagsüber schneller ab, was Pilzkrankheiten und Schnecken weniger Angriffsfläche bietet. Praktisch ist der Abend trotzdem oft der realistischere Zeitpunkt, weil morgens die Zeit fehlt, und auch abendliches Gießen ist deutlich besser als mittags. Wichtiger als die Entscheidung zwischen morgens und abends ist ohnehin, die heißen Mittagsstunden zu meiden. Bei uns auf dem Balkon hat sich der Griff zur Kanne vor dem ersten Kaffee eingespielt, das ist die angenehmste Zeit des Tages und die Pflanzen danken es.

Wässere selten, dafür durchdringend

Der häufigste Fehler ist nicht, zu wenig zu gießen, sondern zu oft ein bisschen. Wer jeden Tag nur eine kleine Menge gibt, durchfeuchtet nur die oberste Bodenschicht. Die Pflanzen bilden dann flache Wurzeln knapp unter der Oberfläche, genau dort, wo der Boden am schnellsten wieder austrocknet, und werden dadurch immer abhängiger vom täglichen Guss. Die Empfehlungen des BUND zum wassersparenden Gärtnern drehen dieses Muster um: lieber zweimal in der Woche kräftig wässern statt täglich wenig, damit das Wasser bis in die tieferen Bodenschichten vordringt und die Pflanzen dort unten Wurzeln bilden, wo länger Feuchtigkeit bleibt.[4]

  • Gieße direkt am Boden im Wurzelbereich, nicht über die Blätter, so kommt das Wasser dorthin, wo es gebraucht wird, und verdunstet weniger.
  • Gib das Wasser langsam und in mehreren Gängen, damit es einsickert, statt an der Oberfläche abzulaufen oder wegzuschwemmen.
  • Prüfe mit dem Finger, ob der Boden in einigen Zentimetern Tiefe noch feucht ist, bevor du gießt, oben trocken heißt nicht unten trocken.
  • Lockere verkrustete Erde vorsichtig auf, damit das Wasser einziehen kann und nicht seitlich abperlt.

Diese Umstellung spart nicht nur Wasser, sie erzieht die Pflanzen regelrecht zur Genügsamkeit. Ein Beet, das an seltene, dafür tiefe Wassergaben gewöhnt ist, übersteht eine Hitzewelle deutlich gelassener als eines, das jeden Abend seine Ration erwartet. Nur bei frisch Gepflanztem und bei Kübeln, dazu später mehr, gilt die Ausnahme: Solange die Wurzeln noch flach sind, brauchen sie häufiger Wasser.

Mulchen hält den Boden feucht

Ein offener, nackter Boden trocknet in der Sonne rasend schnell aus. Genau hier setzt Mulchen an, und es ist vielleicht die wirksamste einzelne Maßnahme gegen unnötige Verdunstung. Eine schützende Schicht aus organischem Material auf der Erde wirkt wie eine Decke: Sie beschattet den Boden, hält ihn kühler und feuchter und bremst die Verdunstung spürbar. Die Empfehlungen des BUND zum wassersparenden Gärtnern raten deshalb, offene Böden im Beet und im Balkonkasten grundsätzlich zu vermeiden, weil sie am schnellsten austrocknen, und stattdessen eine ausreichend dicke Mulchschicht aufzubringen, die Gartenböden und Kübel auch über lange Trockenphasen feucht hält.[4]

Zum Mulchen eignet sich, was der Garten ohnehin hergibt: angetrockneter Rasenschnitt in dünnen Lagen, Laub, Stroh oder gehäckselter Strauchschnitt. Auf dem Balkon tun es eine Handvoll Rindenmulch oder ein paar Kieselsteine über der Kübelerde. Wichtig ist, den Mulch nicht zu dick und nicht direkt an die Stängel zu packen, damit nichts fault. Nebenbei verbessert organischer Mulch mit der Zeit den Boden, weil er langsam zu Humus zerfällt, und unterdrückt Unkraut, das sonst zusätzlich Wasser zieht. Mehr dazu, wie ein solcher Kreislauf im kleinen Stadtgarten funktioniert, findest du in unserem Beitrag zum ökologischen Bepflanzen von Balkon und Terrasse.

Sammle Regenwasser und nutze es zuerst

Das nachhaltigste Gießwasser ist das, für das keine Aufbereitung nötig war und das ohnehin vom Himmel fällt. Die NABU-Empfehlungen zur Klimaanpassung im Garten raten, in Regentonnen und Zisternen Regenwasser für trockene Zeiten zu speichern und Flächen zu entsiegeln, damit Regen versickern und das Grundwasser auffüllen kann, statt in die Kanalisation zu fließen. Regenwasser ist außerdem weicher und kalkärmer als Leitungswasser und wird von den meisten Pflanzen sogar bevorzugt. Eine Regentonne am Fallrohr ist der einfachste Einstieg, wer mehr Platz und Bedarf hat, kann über eine größere Zisterne nachdenken.[5]

  • Stelle eine Regentonne unter das Fallrohr und decke sie ab, damit kein Laub hineinfällt und keine Mücken darin brüten.
  • Sammle auch auf dem Balkon, was geht, schon ein abgedeckter Eimer oder eine Gießkanne im Regen fängt Wasser für ein paar Kübel auf.
  • Fange Wasser im Haushalt zur Zweitverwertung auf, etwa das kalte Wasser, das beim Warmwerden der Dusche zunächst ungenutzt abläuft.
  • Nutze Regenwasser zuerst und greife erst zum Leitungswasser, wenn die Tonne leer ist.

Ein Wort zum Thema Grauwasser, also zu leicht gebrauchtem Wasser aus dem Haushalt: Das abgekühlte Kochwasser von ungesalzenen Kartoffeln oder das Wasser aus der Blumenvase kannst du bedenkenlos an Zierpflanzen geben. Vorsicht ist bei Wasser mit Seife, Spülmittel, Salz oder Fett geboten, das gehört nicht ans Gemüse und nicht in größeren Mengen in den Boden. Eine belastbare Studie speziell zur Grauwassernutzung im Privatgarten haben wir nicht gefunden, deshalb bleiben wir hier bewusst zurückhaltend: Sauberes Regenwasser ist und bleibt die unkomplizierteste und sicherste Quelle.

Verbessere den Boden und wähle genügsame Pflanzen

Wie viel Wasser ein Garten braucht, entscheidet sich lange vor dem Gießen, nämlich im Boden. Ein humusreicher Boden wirkt wie ein Schwamm: Er nimmt Regen und Gießwasser auf und gibt es langsam wieder an die Wurzeln ab, während ein sandiger, humusarmer Boden das Wasser einfach durchrauschen lässt. Wer seinen Boden über die Jahre mit reifem Kompost anreichert, erhöht damit seine Fähigkeit, Wasser zu speichern, ganz ohne zusätzliche Technik. Für Kübel und Beete lohnt sich außerdem torffreie Erde, denn Torfabbau zerstört wertvolle Moore, die enorme Mengen Kohlenstoff und Wasser binden.

Den größten Unterschied macht am Ende die Pflanzenwahl. Wer bei jeder Hitzewelle gegen durstige Diven ankämpft, hat sich die Arbeit oft selbst eingehandelt. Es gibt viele Pflanzen, die mit Trockenheit von Natur aus gut zurechtkommen, etwa Lavendel, Thymian, Salbei, Rosmarin, Fetthenne oder Wiesensalbei. Sie haben tiefe Wurzeln oder speichern Wasser in ihren Blättern und kommen mit wenig Gießen aus. Wählst du solche genügsamen und möglichst heimischen Arten, sparst du nicht nur Wasser, sondern bietest nebenbei Insekten Nahrung. Welche pflegeleichten Arten sich gut für den Anfang eignen, zeigen wir im Beitrag zum Anbau von Kräutern und Gemüse auf dem Balkon.

Kübel und Balkon brauchen besondere Aufmerksamkeit

Pflanzen im Topf leben unter erschwerten Bedingungen. Der begrenzte Erdballen erwärmt sich schnell, trocknet von allen Seiten aus und kann keine Feuchtigkeit aus tieferen Schichten nachholen. Deshalb müssen Kübel bei Hitze häufiger gegossen werden als ein Beet, und trotzdem lässt sich auch hier viel Wasser sparen. Bei uns auf dem Südbalkon war der entscheidende Kniff, die Töpfe an den heißesten Nachmittagen zusammenzurücken und in den Halbschatten zu stellen, sodass sie sich gegenseitig beschatten und nicht jeder einzeln in der prallen Sonne kocht.

  • Wähle möglichst große Gefäße, viel Erde speichert mehr Wasser und heizt sich langsamer auf als ein kleiner Topf.
  • Stell Untersetzer unter die Töpfe, die überschüssiges Wasser auffangen, sodass die Pflanze es sich bei Bedarf zurückholen kann.
  • Rücke Kübel an heißen Tagen zusammen und in den Halbschatten, das senkt die Verdunstung deutlich.
  • Für längere Abwesenheit helfen einfache Tröpfchenbewässerung mit Vorratsflasche oder unglasierte Tonkegel, sogenannte Ollas, die das Wasser langsam an die Wurzeln abgeben.

Für die Urlaubszeit muss es kein teures System sein. Eine mit Wasser gefüllte, kopfüber in die Erde gesteckte Flasche, ein Tonkegel oder ein Wollfaden, der aus einem Wassereimer in den Topf führt, überbrücken ein paar Tage erstaunlich zuverlässig. Wie du bei all dem selbst kühl und gesund durch die heißen Tage kommst, haben wir im Ratgeber zum nachhaltigen Umgang mit extremer Hitze gesammelt, hier soll es allein um die Pflanzen gehen.

Häufige Fehler beim Gießen bei Hitze

Manche Gewohnheiten fühlen sich fürsorglich an und kosten am Ende trotzdem viel Wasser oder schaden den Pflanzen. Diese Fehler begegnen uns Jahr für Jahr, im eigenen Balkonkasten wie im Bekanntenkreis.

  • In der Mittagshitze gießen: Ein großer Teil des Wassers verdunstet ungenutzt. Besser früh am Morgen oder am Abend wässern.
  • Täglich ein bisschen gießen: Das fördert flache Wurzeln und macht die Pflanzen anfällig. Besser seltener, dafür durchdringend wässern.
  • Über die Blätter spritzen: Das meiste Wasser erreicht die Wurzeln nie. Besser direkt am Boden im Wurzelbereich gießen.
  • Den Boden offen und nackt lassen: Er trocknet schnell aus. Besser mit einer Mulchschicht bedecken.
  • Leitungswasser nehmen, obwohl die Regentonne voll ist: Besser gesammeltes Regenwasser zuerst nutzen und Trinkwasser sparen.

Keiner dieser Fehler ruiniert den Garten über Nacht. Zusammen und über eine lange Hitzeperiode hinweg summieren sie sich aber zu viel verschwendetem Wasser und unnötig gestressten Pflanzen. Das meiste lässt sich mit einer einzigen Umstellung beheben: seltener, morgens und direkt an die Wurzel zu gießen, statt gegen die Verdunstung anzugießen.

Häufige Fragen zum Bewässern bei Hitze

Wann sollte ich meinen Garten bei Hitze am besten gießen?
Am besten früh am Morgen, wenn der Boden noch kühl ist und das Wasser einziehen kann, bevor die Sonne hochsteht. Der NABU empfiehlt, früh morgens und direkt am Wurzelbereich zu gießen, damit möglichst wenig Wasser verdunstet. Wer morgens keine Zeit hat, gießt am Abend, das ist ebenfalls deutlich besser als in der Mittagshitze. Entscheidend ist, die heißen Mittagsstunden zu meiden, in denen das meiste Wasser ungenutzt verdunstet.
Ist es besser, jeden Tag ein bisschen oder seltener viel zu gießen?
Seltener, dafür durchdringend ist fast immer besser. Der BUND rät, zweimal in der Woche kräftig zu wässern statt täglich nur ein wenig. Tägliches oberflächliches Gießen durchfeuchtet nur die oberste Schicht und fördert flache Wurzeln, die schnell wieder austrocknen. Wässerst du selten, aber tief, dringt das Wasser in tiefere Bodenschichten vor, und die Pflanzen bilden dort Wurzeln, wo länger Feuchtigkeit bleibt. Ausnahmen sind frisch Gepflanztes und Kübel, die häufiger Wasser brauchen.
Darf ich bei Trockenheit und Wasserknappheit überhaupt noch gießen?
Sparsames Gießen ist in der Regel weiterhin möglich, entscheidend ist die regionale Lage. In sehr trockenen Sommern schränken manche Kommunen die Entnahme von Wasser aus Flüssen und Bächen ein, achte deshalb auf örtliche Hinweise. Rund 70 Prozent des Trinkwassers stammen laut Umweltbundesamt aus Grundwasser, dessen Stände in trockenen Jahren fallen. Am besten nutzt du zuerst gesammeltes Regenwasser, gießt sparsam und gezielt und setzt auf Mulch und genügsame Pflanzen, damit du mit wenig Wasser auskommst.
Kann ich Wasser aus dem Haushalt zum Gießen verwenden?
Teilweise ja. Abgekühltes, ungesalzenes Kochwasser, altes Wasser aus der Blumenvase oder das kalte Wasser, das beim Warmwerden der Dusche zunächst ungenutzt abläuft, eignen sich gut fürs Gießen. Finger weg solltest du dagegen von Wasser mit Seife, Spülmittel, Salz oder Fett lassen, das gehört nicht ans Gemüse und nicht in größeren Mengen in den Boden. Sauberes Regenwasser aus der Tonne bleibt die einfachste und sicherste Quelle.
Welche Pflanzen brauchen bei Hitze wenig Wasser?
Trockenheitsverträgliche Arten wie Lavendel, Thymian, Salbei, Rosmarin, Fetthenne oder Wiesensalbei kommen mit wenig Gießen aus, weil sie tiefe Wurzeln haben oder Wasser in ihren Blättern speichern. Der NABU empfiehlt, heimische, an heiße und trockene Standorte angepasste Pflanzen zu wählen, die mit Hitze und Trockenheit besser zurechtkommen. Solche Arten sparen nicht nur Wasser, sondern bieten nebenbei Insekten Nahrung und sind pflegeleichter als durstige Zierpflanzen.

Mit wenig Wasser gut durch den Sommer

Garten und Balkon bei Hitze zu versorgen und trotzdem Wasser zu sparen, ist kein Widerspruch, sondern meist einfach die klügere Art zu gärtnern. Früh am Morgen statt mittags gießen, selten und durchdringend statt täglich ein bisschen, den Boden mit Mulch und Humus wasserspeichernd machen, Regenwasser sammeln und genügsame Pflanzen wählen: Jede dieser Gewohnheiten spart Leitungswasser, und zusammen machen sie deine Pflanzen sogar widerstandsfähiger gegen die nächste Hitzewelle.

Fang mit dem Einfachsten an, das nichts kostet: Verleg das Gießen auf den frühen Morgen, gib beim nächsten Mal lieber einmal richtig Wasser als jeden Tag ein wenig, und leg eine Handvoll Mulch auf die offene Erde. Wenn du dann noch eine Regentonne ans Fallrohr stellst, hast du das Meiste schon getan. Die Sommer werden heißer, aber dein Garten muss deshalb nicht durstiger werden.

Quellen und Belege

Hier stehen die zugeordneten Aussagen und ihre Quellen. Ob und wie eine Aussage geprüft wurde, steht auf ihrer eigenen Seite.

  1. Der Pro-Kopf-Trinkwasserverbrauch in deutschen Haushalten lag 2022 bei durchschnittlich 126 Litern täglich, vor allem für Körperpflege und Toilettenspülung, und Gartenwasser aus der Leitung kommt in vielen Haushalten zusätzlich obendrauf, obwohl es dieselbe Trinkwasserqualität hat.

  2. Rund 70 Prozent des deutschen Trinkwassers stammen aus Grundwasser, dessen Stände in den trockenen Jahren 2018, 2019, 2020 und 2022 regional deutlich gefallen sind.

  3. Wer früh morgens direkt am Wurzelbereich gießt statt in der Mittagshitze, und dabei seltener, aber durchdringend statt täglich nur wenig wässert, lässt die Pflanzen tiefere Wurzeln bilden und weniger Gießwasser ungenutzt verdunsten.

  4. Zweimal wöchentlich kräftig statt täglich wenig zu gießen lässt das Wasser tiefer in den Boden vordringen, und eine dicke Mulchschicht auf offenem Beet- oder Balkonkastenboden hält ihn zusätzlich über lange Trockenphasen feucht.

  5. In Regentonnen und Zisternen gesammeltes Regenwasser und entsiegelte Flächen, auf denen Regen versickern und das Grundwasser auffüllen kann, gehören zu den Maßnahmen, mit denen sich ein Garten an Trockenzeiten anpassen lässt.