Vor dem Kühlschrankregal im Elektromarkt zeigt fast jedes Gerät heute die Buchstaben A bis G, in Farben von dunklem Grün bis Rot gestaffelt. Wer sich noch an das alte Label mit der Bestnote A+++ erinnert, fragt sich beim Blick auf ein neues Gerät der Klasse C leicht, ob die Technik plötzlich schlechter geworden ist.
Das EU-Energielabel ist eine Pflichtkennzeichnung für Elektrogeräte, die deren Energieverbrauch und weitere Eigenschaften innerhalb einer Produktgruppe vergleichbar machen soll. Seit 2021 gilt dafür EU-weit eine neue, einheitliche Skala von A bis G ohne die früheren Plus-Klassen.
Dieser Text erklärt, was hinter der neuen Skala steckt, warum die obersten Klassen bei vielen Produktgruppen bewusst leer bleiben, was der QR-Code auf dem Label zeigt und welche Angaben daneben beim Vergleichen tatsächlich weiterhelfen.
Der Blick aufs Label lohnt sich über die gesamte Nutzungsdauer eines Geräts, nicht nur beim Kaufpreis: Strom- und je nach Gerät auch Wasserkosten laufen über Jahre mit, während der Kaufpreis nur einmal anfällt. Wer versteht, was die Buchstaben und Zahlen wirklich bedeuten, kann diese laufenden Kosten schon im Laden realistischer einschätzen.
Warum ein Gerät heute schlechter aussieht, ohne sich verändert zu haben
Die rechtliche Grundlage für das gesamte Label ist die EU-Rahmenverordnung 2017/1369 zur Energieverbrauchskennzeichnung. Sie regelt, dass die Kommission ein Label neu skaliert, sobald sich zu viele Geräte in den oberen Effizienzklassen sammeln, und legte damit den Grundstein für den Wechsel von den alten Plus-Klassen A+ bis A+++ auf die einfache Skala A bis G. Diese Umstellung ist eine Neuskalierung, keine technische Verschärfung einzelner Geräte: Ein Kühlschrank, der früher A+++ trug, kann rein rechnerisch heute in einer mittleren Klasse landen, obwohl sich an seinem tatsächlichen Stromverbrauch nichts geändert hat.
Worauf beruht dieser Absatz?
Die Zuordnung gilt dem gesamten Inhaltselement.
Die 2021 eingeführte Skala A bis G ist eine Neuskalierung ohne Plus-Klassen, keine technische Verschärfung einzelner Geräte: Sie verteilt Produkte wieder über mehr Effizienzklassen, nachdem sich immer mehr Geräte in den obersten Klassen des alten Systems (A+ bis A+++) gesammelt hatten.
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Der Rückweg führt zum Abschnitt oder Artikel, da für diese ältere Stelle keine eindeutige Absatzidentität vorliegt.
Wann genau ein Gerät wechselte, war je nach Produktgruppe unterschiedlich. Laut der Informationsseite des Umweltbundesamts zum neuen Energielabel galt die neue Skala ab dem 1. März 2021 für Kühlgeräte, Waschmaschinen, Waschtrockner, Geschirrspüler und Fernsehgeräte, elektrische Lichtquellen folgten im September 2021.
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Die Umstellung auf die A-bis-G-Skala erfolgte gestaffelt nach Produktgruppe: Kühlgeräte, Waschmaschinen, Waschtrockner, Geschirrspüler und Fernsehgeräte wechselten zum 1. März 2021, elektrische Lichtquellen folgten im September 2021.
Für den Vergleich beim Einkauf heißt das vor allem: Ein altes A+++-Gerät und ein neues Gerät der Klasse C lassen sich nicht direkt gegeneinander aufrechnen, ohne die genauen Verbrauchswerte in Kilowattstunden zu kennen. Die Buchstaben allein sagen nur etwas über die Position innerhalb der aktuellen Skala, nicht über den absoluten Verbrauch.
Diese Neuskalierung ist außerdem kein einmaliges Ereignis. Die Rahmenverordnung sieht vor, dass die Kommission die Skala erneut überprüft, sobald sich auch bei den neuen Klassen wieder zu viele Geräte in der Spitze sammeln. Der Mechanismus soll verhindern, dass sich die Geschichte der Plus-Klassen wiederholt, bei der zuletzt fast jedes neue Gerät irgendwo zwischen A+ und A+++ landete und die Skala dadurch ihren Vergleichswert verlor.
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Die 2021 eingeführte Skala A bis G ist eine Neuskalierung ohne Plus-Klassen, keine technische Verschärfung einzelner Geräte: Sie verteilt Produkte wieder über mehr Effizienzklassen, nachdem sich immer mehr Geräte in den obersten Klassen des alten Systems (A+ bis A+++) gesammelt hatten.
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Warum die besten Klassen zunächst leer bleiben
Wer nach der Bestnote A sucht, wird bei vielen Produktgruppen zunächst enttäuscht, sie ist schlicht nicht vergeben. Die Übersicht der Verbraucherzentrale zu den Energielabels beschreibt das Prinzip so: Manche Geräte erreichen die für Klasse A nötige Effizienz noch nicht, und genau das ist gewollt. Die freie Spitze der Skala lässt Herstellern Raum, ihre Produkte weiter zu verbessern, statt dass die Bestnote wie beim alten A+++-System schon kurz nach der Einführung wieder inflationär vergeben wird.
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Nach der Neuskalierung 2021 bleiben die obersten Effizienzklassen bei vielen Produktgruppen zunächst bewusst leer, weil die EU damit Herstellern einen Anreiz lassen will, noch effizientere Geräte zu entwickeln.
Für die Kaufentscheidung bedeutet das, dass Klasse B oder C bei manchen Produktgruppen aktuell bereits ein gutes Ergebnis ist, kein mittelmäßiges. Wer ein Gerät kauft, prüft deshalb am besten, wie das jeweilige Label die Klassen der eigenen Produktgruppe gerade verteilt, statt sich allein an der Buchstaben-Position zu orientieren.
Wie schnell sich eine Klasse wieder füllt, kann sich von Produktgruppe zu Produktgruppe stark unterscheiden, das Tempo der technischen Weiterentwicklung spielt dabei eine Rolle. Für die eigene Kaufentscheidung zählt deshalb weniger, ob ein Gerät gerade in der obersten oder in einer mittleren Klasse liegt, sondern der konkrete Verbrauchswert dahinter. Wer zwei Geräte mit demselben Buchstaben vergleicht, findet den eigentlichen Unterschied fast immer in den Zahlen daneben, nicht im Buchstaben selbst.
Was der QR-Code auf dem Label wirklich zeigt
Jedes Energielabel trägt inzwischen einen QR-Code, der zum Eintrag des jeweiligen Modells in der europäischen Produktdatenbank EPREL führt. Die Erklärung der EU-Kommission zu Energielabels auf Your Europe beschreibt EPREL als die Datenbank, in der Lieferanten die Angaben zu ihrem Produkt hinterlegen und aus denen automatisch das Label samt QR-Code entsteht. Registrieren müssen Lieferanten dort jedes Modell, bevor es überhaupt in den Handel kommt.
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Der QR-Code auf dem Energielabel führt zum Eintrag des jeweiligen Modells in der EU-Produktdatenbank EPREL, in der Lieferanten jedes Modell vor der Markteinführung registrieren müssen und die je nach Produktgruppe zusätzliche Angaben wie Update-Garantien bereithält.
Für Käuferinnen und Käufer lohnt sich der Griff zum Smartphone vor allem dann, wenn mehr Informationen gefragt sind, als auf das kleine Label passen. Bei Fernsehgeräten zeigt der EPREL-Eintrag laut Umweltbundesamt zum Beispiel, wie lange der Hersteller mindestens Software- und Firmware-Updates zusagt, eine Angabe, die auf dem gedruckten Label selbst keinen Platz findet.
Der öffentliche Teil von EPREL ist frei zugänglich, auch ohne QR-Code lässt sich ein Modell dort über seine Modellkennung finden. Das macht die Datenbank zu einer nützlichen zweiten Meinung, wenn ein Preisschild im Laden weniger Angaben zeigt als das Label selbst.
Das EU-Energielabel deckt inzwischen deutlich mehr ab als nur die fünf Gerätegruppen, die 2021 auf die neue Skala umgestellt wurden. Sieben Produktkategorien fallen insgesamt unter die Kennzeichnungspflicht: Kochen, Reinigen und Trocknen, Kühlen und Gefrieren, Heizung, Kühlung und Belüftung, elektronische Produkte, Lichtquellen und Reifen. Gebrauchte Geräte sind von dieser Pflicht ausgenommen, wer also ein bereits genutztes Gerät kauft, muss kein aktuelles Label erwarten.
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Das EU-Energielabel deckt sieben Produktkategorien ab (Kochen; Reinigen und Trocknen; Kühlen und Gefrieren; Heizung, Kühlung und Belüftung; elektronische Produkte; Lichtquellen; Reifen); gebrauchte Produkte sind von der Kennzeichnungspflicht ausgenommen.

Welche Angaben neben der Buchstaben-Klasse wirklich zählen
Am Beispiel Waschmaschine zeigt sich, wie viel unter der Buchstaben-Klasse noch steckt. Die Hinweise der Verbraucherzentrale zum Stromverbrauch von Waschmaschinen listen den gewichteten Verbrauch in Kilowattstunden pro 100 Waschgängen im Programm eco 40-60, den Wasserverbrauch pro Waschgang, die Programmdauer und eine eigene Geräuschemissionsklasse von A bis D. Besonders sparsame Modelle liegen bei diesem Verbrauchswert unter 50 Kilowattstunden pro 100 Waschladungen.
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Bei Waschmaschinen sagen der Verbrauch in kWh pro 100 Zyklen im Programm eco 40-60, der Wasserverbrauch, die Programmdauer und eine eigene Geräuschemissionsklasse mehr über die tatsächliche Effizienz eines Geräts aus als die Buchstaben-Klasse allein.
Zwei Geräte derselben Effizienzklasse können sich in diesen Werten deutlich unterscheiden, etwa wenn eines davon spürbar leiser läuft oder weniger Wasser verbraucht. Wer nach einem konkreten Gerät sucht, vergleicht deshalb am besten die einzelnen Kennzahlen und nicht nur den Buchstaben.
Bei anderen Produktgruppen wie Kühlgeräten oder Fernsehern gelten eigene, produktspezifische Kennzahlen und Piktogramme, die auf demselben Prinzip beruhen: Sie stehen neben der Klasse, nicht anstelle von ihr, und lohnen einen zweiten Blick, sobald zwei Geräte dieselbe Buchstaben-Klasse tragen.
Wer die Piktogramme auf einem Label nicht auf Anhieb versteht, ist damit nicht allein. Jede Produktgruppe bringt eigene Symbole mit, von der Fassungsvermögen-Angabe beim Kühlschrank bis zur Bildschirmdiagonale beim Fernseher. Ein kurzer Blick in die Legende auf dem Label selbst oder in den zugehörigen EPREL-Eintrag reicht meist, um die wichtigsten Werte richtig zuzuordnen. Im Geschäft lohnt sich dieser Blick besonders dann, wenn zwei Geräte nebeneinander stehen und auf den ersten Blick fast identisch wirken.

Häufige Fragen zum EU-Energielabel
Was bedeutet die Skala A bis G auf dem EU-Energielabel?
Warum ist mein neues Gerät angeblich schlechter eingestuft als das alte?
Was zeigt mir der QR-Code auf dem Label?
Reicht es, beim Kauf nur auf die Buchstaben-Klasse zu achten?
Die Buchstaben sind der Anfang, nicht das ganze Bild
Die A-bis-G-Skala auf dem EU-Energielabel ist übersichtlich gedacht, verlangt aber ein wenig Hintergrundwissen, um sie richtig zu lesen. Sie wurde 2021 neu kalibriert, die obersten Klassen bleiben bei vielen Produktgruppen absichtlich leer, und der QR-Code öffnet bei Bedarf eine ganze Datenbank an Zusatzinformationen.
Am verlässlichsten bleibt der Blick auf die konkreten Verbrauchswerte neben der Buchstaben-Klasse. Wer diese beim nächsten Gerätekauf kurz mit vergleicht, trifft eine fundiertere Entscheidung als mit einem Blick auf die Farbe allein.
Wer noch unsicher ist, findet die wichtigsten Werte an drei Stellen: auf dem gedruckten Label selbst, im Produktdatenblatt daneben und im EPREL-Eintrag hinter dem QR-Code. Diese drei Quellen ergänzen sich, und keine davon ersetzt die andere vollständig.
Quellen und Belege
Hier stehen die zugeordneten Aussagen und ihre Quellen. Wie eine Aussage geprüft wurde, lässt sich auf ihrer eigenen Seite nachlesen.
- Verordnung (EU) 2017/1369 des Europäischen Parlaments und des Rates zur Festlegung eines Rahmens für die Energieverbrauchskennzeichnung Original (externe Seite)
- EU-Anforderungen an die Energieverbrauchskennzeichnung Original (externe Seite)
- Neues Energielabel für Elektrogeräte Original (externe Seite)