Frische Gemüsekiste mit Wintergemüse auf einem Holztisch
Was Ende März regional verfügbar ist, reicht für eine abwechslungsreiche Woche

7 Tage nur regional essen und so startest du deine Saison-Challenge

7 Tage lang nur regional und saisonal essen. Mit Saisonkalender, Wochenmarkt und konkreten Tagesaufgaben.

Mit KI erstellt, redaktionell geprüft

82 Prozent der Verbraucher in Deutschland achten beim Einkaufen auf die Herkunft ihrer Lebensmittel. Das sagt der BMEL-Ernährungsreport. Gleichzeitig stammen Erdbeeren im März aus Spanien, Spargel aus Peru und Äpfel aus Neuseeland. Zwischen Anspruch und Einkaufswagen liegt eine Lücke, die sich in Kilometern messen lässt.[1]

Diese Challenge schließt sie: Sieben Tage lang kaufst du nur regionale und saisonale Lebensmittel. Kein striktes Verbot, sondern ein bewusstes Experiment. Was wächst gerade in deiner Region? Wo bekommst du es? Und wie verändert sich dein Essen, wenn der Saisonkalender den Speiseplan bestimmt?

Pro Tag brauchst du 15 bis 30 Minuten. Keine teuren Anschaffungen, keine exotischen Zutaten. Nur den Blick auf das, was direkt vor deiner Haustür wächst. Ende März ist dafür ein guter Zeitpunkt: Die Lagerware vom Winter geht zur Neige, die ersten frischen Kräuter und Salate kommen nach.

Warum 7 Tage regional essen etwas verändern

Wie stark der Transportweg wiegt, hat das ifeu-Institut in seiner Studie zu ökologischen Fußabdrücken von Lebensmitteln durchgerechnet. Ein Kilogramm Ananas kommt per Schiff auf 0,6 Kilogramm CO2-Äquivalente, per Flugzeug auf 15,1 Kilogramm. Flugananas verursacht 25-mal mehr CO2 als Schiffsananas. Die Art des Transports entscheidet oft stärker über die Klimabilanz als die Anbaumethode.[2]

Regional einzukaufen verkürzt diese Wege. Gleichzeitig stärkt es lokale Betriebe, Hofläden, Wochenmärkte und Solidarische Landwirtschaften, die ohne Zwischenhandel direkt an Endkunden verkaufen. Laut Umweltbundesamt lassen sich saisonale und regionale Produkte am einfachsten über Direktvermarktung beziehen.[3]

Sieben Tage reichen nicht, um das gesamte Ernährungssystem umzukrempeln. Aber sie reichen, um ein Bewusstsein für Saisonalität zu entwickeln, das über die Challenge hinaus wirkt. Du lernst, was gerade wächst, wo du es bekommst und wie du damit kochst. Das verändert langfristig, was im Einkaufskorb landet.

Was du vorher brauchst

Die Vorbereitung kostet dich eine halbe Stunde und null Euro. Du brauchst drei Dinge:

  • Einen Saisonkalender. Die BZfE-App (kostenlos) zeigt dir für jeden Monat, welches Obst und Gemüse gerade Saison hat. Alternativ gibt es den Saisonkalender der Verbraucherzentrale als PDF zum Ausdrucken.
  • Einen Überblick über regionale Anbieter in deiner Nähe: Wochenmärkte, Hofläden, Abo-Kisten, Solidarische Landwirtschaft. Eine kurze Internetsuche mit deiner Postleitzahl reicht.
  • Ehrlichkeit mit dir selbst. 100 Prozent regional ist im März schwer. Kaffee, Gewürze, Reis und Olivenöl wachsen nicht in der Region. Diese Challenge zielt auf Obst, Gemüse, Brot, Milchprodukte und Eier. Den Rest darfst du weiter kaufen wie bisher.[4]

Sprich mit den Menschen, mit denen du zusammenlebst. Wenn alle mitmachen, wird es leichter. Wenn nicht, koche trotzdem regional und lass die Ergebnisse sprechen.

Was Ende März regional verfügbar ist

Ende März ist eine Übergangszeit. Die Winterlager leeren sich, die Frühjahrsernten beginnen gerade erst. Aus der Lagerware gibt es noch Kartoffeln, Karotten, Rote Bete, Sellerie, Zwiebeln, Pastinaken und Äpfel. Im geschützten Anbau starten die ersten Salate, Radieschen und Kresse. Lauch und verschiedene Kohlsorten (Weiß-, Rot- und Grünkohl) sind noch bis April verfügbar.

Frische Kräuter wie Bärlauch, Schnittlauch und Petersilie kommen jetzt nach. Auf Wochenmärkten findest du außerdem Sprossen, Feldsalat und erste Rucola-Triebe. Wer Frühbeet oder Gewächshaus hat, erntet bereits eigenen Spinat.

Das klingt eingeschränkt, ist es aber nicht. Mit Kartoffeln, Karotten, Kohl und Zwiebeln lässt sich eine ganze Woche abwechslungsreich kochen. Dazu kommen regionale Milchprodukte, Eier und Brot vom Bäcker, der sein Mehl aus der Umgebung bezieht. Fleisch und Fisch von regionalen Erzeugern runden ab, wenn du magst.

Wintergemüse aus der Region: Kohl, Karotten und Rote Bete
Ende März liefern Lagergemüse wie Kohl und Karotten die Basis für regionale Mahlzeiten

Tag 1: Bestandsaufnahme im Kühlschrank

Öffne Kühlschrank und Vorratsschrank und sortiere: Was davon ist regional? Schau auf Etiketten, Herkunftsangaben und das Regionalfenster-Siegel. Vieles trägt bereits eine Herkunftsbezeichnung, bei frischem Obst und Gemüse ist sie sogar Pflicht. Notiere, welche Produkte von weit her kommen und welche du regional ersetzen könntest.

Die Aufgabe dauert 15 Minuten. Am Ende hast du eine ehrliche Übersicht. Bei den meisten Haushalten zeigt sich: Milch, Eier und Kartoffeln sind oft schon regional. Obst, Gewürze und verarbeitete Produkte selten. Dieses Bild ist dein Ausgangspunkt.

Tag 2: Saisonkalender aktivieren und Wochenplan schreiben

Lade dir die BZfE-Saisonkalender-App herunter oder drucke den Kalender der Verbraucherzentrale aus. Schau nach, was im März Saison hat. Plane darauf basierend deine Mahlzeiten für die nächsten fünf Tage. Keine Rezepte nötig, grobe Ideen reichen: Kartoffelsuppe, Kohlpfanne, Karottensalat, Brot mit regionalem Käse.[4]

Der Wochenplan ist das wichtigste Werkzeug gegen Impulskäufe. Wer ohne Plan einkauft, greift zu dem, was vertraut aussieht, egal woher es kommt. Wer mit Liste kommt, kann gezielt nach regionaler Ware fragen. Schreibe die Liste gleich fertig, du brauchst sie morgen.

Tag 3: Wochenmarkt oder Hofladen besuchen

Heute gehst du mit deiner Liste dorthin, wo regionale Ware am einfachsten zu finden ist: auf den Wochenmarkt, in den Hofladen oder zur Abholstation deiner Abo-Kiste. Sprich mit den Verkäufern. Frag, woher die Ware kommt. Die meisten freuen sich über das Interesse und erzählen gerne von ihren Betrieben.

Auf dem Wochenmarkt gilt: Nicht alles ist automatisch regional. Mancher Stand verkauft importiertes Obst. Frag nach und schau auf die Schilder. Echte Direktvermarkter nennen den Hof oder die Gemeinde, aus der die Ware stammt.

Falls kein Wochenmarkt in der Nähe ist, geht auch der Supermarkt. Viele Ketten kennzeichnen regionale Produkte mit eigenen Labels. Achte auf das Regionalfenster und auf Herkunftsangaben bei Milch, Eiern und Gemüse.

Gemüsestand auf einem Wochenmarkt im Frühling
Auf dem Wochenmarkt verraten Schilder und Gespräche, woher die Ware wirklich kommt

Tag 4: Regional kochen mit dem, was da ist

Heute kochst du ein Abendessen ausschließlich aus regionalen Zutaten. Keine Pasta (Hartweizen kommt meist aus Südeuropa), kein Reis. Stattdessen: Kartoffeln als Basis, dazu Gemüse der Saison und eine regionale Proteinquelle. Eine Kartoffel-Lauch-Pfanne mit Spiegelei. Ofengemüse aus Karotten, Pastinaken und Roter Bete. Kohlrouladen mit Brot.

Es geht nicht um Perfektion. Salz kommt aus dem Bergwerk, Pfeffer aus Vietnam, Öl aus dem Mittelmeerraum. Diese Grundzutaten auszuschließen wäre weltfremd. Der Fokus liegt auf den Hauptzutaten: Gemüse, Kartoffeln, Milchprodukte, Eier, Fleisch. Wenn die aus der Region kommen, hast du den größten Hebel bedient.

Tag 5: Brot und Milch unter die Lupe nehmen

Brot und Milchprodukte kaufen 83 bzw. 71 Prozent der Verbraucher am liebsten regional. Heute prüfst du, ob deine tatsächlich aus der Umgebung stammen. Beim Bäcker: Fragt er sein Mehl von einer regionalen Mühle? Viele Handwerksbäcker tun das und werben sogar damit. Bei industriell gefertigtem Brot aus dem Supermarkt ist die Herkunft des Mehls selten nachvollziehbar.[1]

Bei Milch hilft ein Blick auf die Molkerei: Stammt sie aus deinem Bundesland? Viele Molkereien verarbeiten nur Milch aus einem begrenzten Umkreis. Butter, Joghurt und Käse von regionalen Herstellern findest du oft im Kühlregal neben den bekannten Marken. Wechsle heute bewusst zu einem regionalen Produkt, das du bisher übersehen hast.

Tag 6: Transportwege berechnen und vergleichen

Nimm drei Produkte aus deinem gestrigen Einkauf und recherchiere, woher die nicht-regionale Variante typischerweise kommt. Tomaten aus Spanien: rund 1.800 Kilometer. Äpfel aus Neuseeland: über 18.000 Kilometer. Avocados aus Peru: circa 10.000 Kilometer. Im Vergleich: Ein Hofladen im Umkreis von 50 Kilometern spart 97 Prozent der Transportstrecke ein.

Die Rechnung ist nicht immer so einfach. Regionale Tomaten aus dem beheizten Gewächshaus können eine schlechtere Klimabilanz haben als spanische Freilandtomaten, die per LKW kommen. Deshalb ist Saisonalität genauso wichtig wie Regionalität. Wer im März keine Tomaten kauft, muss sich die Frage gar nicht stellen. Der Saisonkalender löst beide Probleme gleichzeitig.

Tag 7: Rückblick und drei Gewohnheiten festlegen

Die Woche ist vorbei. Setz dich hin und beantworte drei Fragen: Was hat gut funktioniert? Was war schwieriger als erwartet? Und was davon möchtest du beibehalten?

Wähle drei konkrete Gewohnheiten, die du ab jetzt dauerhaft übernimmst. Zum Beispiel: Kartoffeln und Karotten immer regional kaufen. Einmal im Monat auf den Wochenmarkt gehen. Den Saisonkalender beim Einkaufszettel nutzen. Drei sind genug. Lieber drei Dinge konsequent umsetzen als zehn nach einer Woche wieder vergessen.

Perfekt regional essen geht nur im Sommer, wenn die Vielfalt am größten ist. Im März ist es eine bewusste Annäherung. Dass du eine Woche lang darüber nachgedacht hast, woher dein Essen kommt, verändert deinen Blick dauerhaft. Das ist mehr wert als kurzfristige Perfektion.

So bleibst du auch nach der Challenge dran

Sieben Tage sind ein Anfang. Damit der Effekt bleibt, helfen ein paar Strategien:

  • Hänge den Saisonkalender an den Kühlschrank. Was du täglich siehst, vergisst du nicht.
  • Finde einen festen Wochenmarkt-Tag. Rituale halten besser als Vorsätze.
  • Teste eine Gemüse-Abo-Kiste für einen Monat. Die Zusammenstellung richtet sich automatisch nach der Saison.
  • Tausche dich aus. Erzähle Freunden davon oder starte die Challenge mit jemandem zusammen.
  • Akzeptiere Ausnahmen. Kaffee, Gewürze und Zitrusfrüchte regional zu ersetzen ist nicht realistisch. Konzentrier dich auf die großen Posten: Gemüse, Kartoffeln, Brot, Milch, Eier.

Ab April wird es leichter. Dann starten Spargel, Rhabarber und die ersten Salate aus Freilandanbau. Im Sommer wächst so viel regional, dass du gar nicht mehr anders einkaufen willst.

Wie es nach den 7 Tagen weitergeht

Wenn dir die Challenge gefallen hat, gibt es zwei natürliche nächste Schritte. Erstens: Solidarische Landwirtschaft. Bei einer SoLaWi zahlst du einen monatlichen Beitrag an einen Hof in deiner Nähe und bekommst dafür wöchentlich eine Kiste mit dem, was gerade wächst. Regional, saisonal und direkt vom Feld. In Deutschland gibt es über 400 SoLaWi-Betriebe, in Österreich und der Schweiz wächst das Netz ebenfalls.

Zweitens: Einmachen und Fermentieren lernen. Im Sommer und Herbst gibt es ein Überangebot an regionalem Gemüse. Wer Sauerkraut, Kimchi oder eingelegte Gurken selbst macht, hat auch im Winter regionale Vorräte. Das ist kein Retro-Hobby, sondern die logische Verlängerung von saisonalem Essen in eine Jahreszeit, in der frisch vom Feld wenig kommt.

Häufige Fragen zur Regional-Essen-Challenge

Was zählt als regional?
Eine einheitliche Definition gibt es nicht. Als Faustregel gilt: Produkte aus einem Umkreis von etwa 100 Kilometern oder aus dem eigenen Bundesland. Das Regionalfenster-Siegel gibt verbindlich an, woher die Hauptzutaten stammen und wo sie verarbeitet wurden.
Ist regional automatisch bio?
Nein. Regional sagt nichts über die Anbaumethode aus. Ein konventioneller Hof im Nachbarort ist regional, aber nicht bio. Beides zusammen, regional und biologisch, ist ideal. Aber auch konventionelle regionale Ware hat kürzere Transportwege als Bio-Ware aus Übersee.
Was mache ich, wenn kein Wochenmarkt in der Nähe ist?
Supermärkte kennzeichnen regionale Produkte zunehmend. Achte auf das Regionalfenster, Herkunftsangaben auf der Verpackung und eigene Regionalmarken der Ketten. Gemüse-Abo-Kisten liefern direkt nach Hause. Hofläden findest du über Plattformen wie mein-bauernhof.de oder hofsuche.de.
Ist regional einkaufen teurer?
Nicht unbedingt. Saisonales Gemüse vom Wochenmarkt ist oft günstiger als importiertes Gemüse im Supermarkt, weil Transport- und Kühlkosten wegfallen. Bei Fleisch und Milchprodukten können regionale Erzeuger etwas teurer sein. Dafür isst du bewusster und wirfst weniger weg.
Was wenn ich einen Tag nicht regional essen kann?
Kein Problem. Diese Challenge ist ein Experiment, kein Gesetz. Wenn du auswärts isst oder keine regionale Option findest, mach am nächsten Tag weiter. Es geht um das Bewusstsein, nicht um lückenlose Perfektion.

7 Tage, die deinen Einkauf verändern

Regional essen ist keine Verzichtsübung. Es ist eine Rückkehr zu dem, was ohnehin in der Nähe wächst. Der Saisonkalender ersetzt die Rezeptsuche im Internet. Der Wochenmarkt ersetzt den planlosen Supermarktbesuch. Und das Gespräch mit dem Erzeuger ersetzt den Blick auf die Verpackung.

Nach sieben Tagen weißt du, welches Gemüse gerade Saison hat, wo du es in deiner Nähe bekommst und was du daraus machen kannst. Das klingt schlicht, aber es verändert, wie du einkaufst. Nicht für eine Woche, sondern dauerhaft.

Quellen und Belege

Hier stehen die zugeordneten Aussagen und ihre Quellen. Wie eine Aussage geprüft wurde, lässt sich auf ihrer eigenen Seite nachlesen.

  1. Die regionale Herkunft ist für die meisten Verbraucher in Deutschland ein wichtiges Kriterium beim Lebensmitteleinkauf: 82 Prozent achten allgemein darauf, bei Brot und Backwaren sind es 83 Prozent, bei Milchprodukten 71 Prozent.

  2. Beim CO2-Fußabdruck von Lebensmitteln kann der Transportweg stärker ins Gewicht fallen als das Produkt selbst: Per Schiff transportierte Ananas kommt auf 0,6 kg CO2-Äquivalente pro Kilogramm, per Flugzeug eingeflogene auf 15,1 kg, also etwa das 25-Fache.

  3. Saisonale und regionale Lebensmittel lassen sich am einfachsten über Direktvermarktung beziehen, etwa Hofläden, Wochenmärkte und Solidarische Landwirtschaft.

  4. Der BZfE-Saisonkalender umfasst gut 80 Obst- und Gemüsearten und ist kostenlos als App und als Poster verfügbar.